Startseite  

18.12.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Harff trifft: Pablo Picasso – Maler und Bildhauer

Mit riesigem Erfolg läuft derzeit eine Ausstellung mit den Werken Pablo Picassos im Kunsthaus Zürich. Gezeigt werden Arbeiten, die bereits auf der ersten Museumsschau 1932 des  in Spanien geborenen Vaters der Moderne zu sehen und zu kaufen waren. Damals wie heute waren und sind im Kunsthaus sehr frühe Arbeiten, solche aus der rosa und blauen Periode sowie Werke aus der kubistischen, neorealistischen und surrealistischen Phase des Künstlers zu sehen.

genussmaenner.de-Chefredakteur Helmut Harff stellte eine gedankliche Brücke zum 1973 verstorbenen Pablo Picasso her, der auf diesem Weg freundlicherweise einige Fragen beantwortete.

Herr Picasso, als Sie vor 78 Jahren ihre Arbeiten erstmals einem breiten Publikum im Kunsthaus präsentierten überwog die Ablehnung. Heute stehen die Menschen Schlange für Ihre Kunst. Wie kommt es?
Pablo Picasso:
... und reißen Sie sich um meine Bilder! Sicherlich gibt es viele damalige Besucher, die es längst bereut haben, 1932 nicht meine Kunst genügend geschätzt zu haben. Sie wären heute alle sehr wohlhabend. Der Pressewirbel war allerdings ähnlich groß wie heute. Immerhin kamen damals trotz aller Skepsis in neun Wochen 34.000 Besucher in die Ausstellung eines damals jungen Wilden.

Wie finden Sie es, dass man heute für ein Bild oder ein anderes Kunstwerk von Ihnen Millionen Euro, Dollar oder Franken zahlt?
Pablo Picasso:
Ich habe ja diese Entwicklung noch miterlebt, konnte mir und meiner Familie so ein gutes Leben bereiten. Vielen meiner Zeitgenossen war das nicht vergönnt. Was mich wundert, ist, dass die Preise weiter und weiter steigen. Es macht mich aber auch ein wenig stolz. Auch, dass jetzt so viele Menschen ins Züricher Kunsthaus strömen um meine Arbeiten zu sehen.

Sind Sie mit der aktuellen Schau zufrieden?
Pablo Picasso:
Ja, der Kurator der Ausstellung Tobia Bezzola hat eine sehr gute Arbeit geleistet. Er hatte es ja ungleich schwerer als ich vor 78 Jahren. Ich musste die Arbeiten nur aus meinem Atelier holen  – er musste sie aus der ganzen Welt zusammensuchen.

In der Tat kommen viele Bilder aus New York, vom Museum of Modern Art oder dem Guggenheim-Museum, aus Tokio, aus Paris sowie aus vielen Privatsammlungen. Fehlen Ihnen in der aktuellen Schau Arbeiten, die damals im Kunsthaus hingen?
Pablo Picasso:
Kurator Tobia Bezzola ist es immerhin gelungen rund einhundert der damals gezeigten 225 Werke wieder in Zürich zu vereinen. Ich selbst habe keine Ahnung, wo alle Arbeiten von damals gelandet sind und ob überhaupt noch alle existieren. Schließlich sind fast 80 Jahre vergangen und in Europa tobte inzwischen der 2. Weltkrieg und es gab Aktionen wie die der entarteten Kunst.

Ein Werk kam zum Beispiel aus Teheran nach Zürich. Ist das etwas besonderes für Sie?
Pablo Picasso:
Ja, dass war für mich, und wohl auch für viele Ausstellungsbesucher, etwas ganz erstaunliches. Man erwartet heute nicht, dass so ein Bild in einem islamischen Land gehegt und gepflegt wird. Ich bin gerührt und sogar etwas stolz darüber.

In der Ausstellung hängen Bilder wie die realistische gemalte „Sitzende Frau“ von 1921 gegenüber einem kubistischen Gemälde aus dem gleichen Jahr. War die „Sitzende Frau“ eine Auftragsarbeit oder haben Sie auch noch mit 40 Jahren nach Ihrem Stil gesucht?
Pablo Picasso:
Das war keine Auftragsarbeit: Das Bild hätte dann 1932 nicht hier in Zürich gehangen, denn es war ja eine Verkaufsausstellung. Sicherlich habe ich immer wieder nach neuen Ausdrucksformen gesucht. Es war auch so, dass nicht zu jedem Thema, aber auch nicht zu meiner jeweiligen Verfassung jede Ausdrucksform passte. Was es wirklich war, will ich lieber für mich behalten. Ihre heutigen Kunstwissenschaftler wollen ja auch etwas zu tun haben.

Die Menschen gehen heute zumeist sehr ehrfurchtsvoll durch Ihre Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Können Sie denen etwas mit auf den Weg geben?
Pablo Picasso:
Gegen etwas Ehrfurcht habe ich nichts. Das hat ja was mit dem Respekt mir und meinen Werken gegenüber zutun. Allerdings halte ich nichts von zu viel elitärem Gehabe. Kunst soll genossen werden. Da habe ich etwas mit den genussmaennern gemein. Die Besucher sollen meine Grafiken und Bilder auf sich wirken lassen, in ihnen auf Entdeckungsreise gehen und etwas von meiner Stimmung einfangen. Was Sie auf keinen Fall ständig tun sollen, ist an den Preis des jeweiligen Bildes denken. Vielleicht zahlt in weiteren 80 Jahren kaum noch jemand eine Franken für einen Picasso. Schön wäre es, wenn die Leute auch dann noch meine Kunst genießen können.

Herr Picasso, vielen Dank für die interessanten Einblicke in Ihre Gedanken. Und wir würden schon jetzt gerne eine Folgeinterview in ca. 80 Jahren vereinbaren, wenn es Ihnen recht ist…

Foto: Man Ray Trust/2010 ProLitteris

Lesen Sie auch diese Artikel:

Kunst darf nicht überall alles
Brita Plath Photography
Liu Xiaodong bei BMW
Amparo Sard "THE OTHER"
Körperkult in Klagenfurt
EATALY rettet Das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci
Victoria von Calvatone aufgetaucht
Kultweingut Ornellaia
Künstler des Monats: Julia Gruner
Gestalter wird man nicht zum Selbstzweck
Klein und fein: RHY ART FAIR BASEL
Seven Magic Mountains
„Museo Atlántico“: Versunkene Kunst
Rote Ohren?
Pop-Art-Ikone James Francis Gill in Werl
Kann man Kunst schmecken?
Mallorca als Muse
Goldene Zeiten für das Kunsthaus Zürich
OSTRALE´O15
Triennale der Photographie Hamburg
Vinyl boomt wie lange nicht mehr
Sylt im Gegenlicht
ME by Meliá provoziert mit Alberto Van Stokkum
Julian Faulhaber präsentiert CATALOGUE
Harald Glööckler auf der Stroke Art
Harald Glööckler malt wieder
Vienna Biennale 2015
Kunst für Alle – Kuratiert & Einzigartig
Kunst, Kultur und Pirelli
Best Art Vinyl Award kürt kreativstes Plattencover
Bahamaische Farben
Kunst im Botanischen Garten in Vilnius
Zwei Brüder erobern die Airbrush- und Pinstriping-Szene
Design-Skulpturen für Erfolgreiche
ART WORKS
Hochprozentige Eisenbahn
Der teuerste Orgasmus der Welt
Bild des Monats Mai 2014: "Silencio"
Bild des Monats April: "Pause"
ARTMUC - eine Kunstmesse
Bild des Monats März: "Augenblick"
Micky Maus inspiriert dAMIEN hirst
Harald Glööckler Art bei Borelly
Davidoff Art Initiative
Heimat bist du großer Künstler
Umeå, Europas Kulturhauptstadt 2014, lädt Kreative zum Wettbewerb
worldrecords – made in germany
Málaga: Thyssen Museum eröffnet
Art Basel Miami Beach: Maybach präsentiert Schnabel-Skulptur
Der Sammer-Fürst: Neuerwerbungen unter Hans-Adam II von und zu Liechtenstein
Roswitha Haftmann-Preis 2011 geht an Carl Andre
Nackte Königinnen - preisgekröntes Schachspiel
Isabella Gabriel Niang: Creating Worlds 2010
SEO drückt art’otel cologne Stempel auf
Cannes: Das World Photography Festival und die Sony World Photography Awards begeistern
EL Greco
Fröhliche Trinker: Szenen aus der Taverne im Rijksmuseum
Editionsgalerie LUMAS wird fünf Jahre alt
Isabella Gabriel Niang – Malerin, Lehrerin und Stiftungspräsidentin
Abraham David Christian: Torri del Silenzio
Robert Rauschenberg - der „Titan der amerikanischen Kunst“
Wir sind Welterbe!
artports.com: Kunst weltweit online
Schrecken und Lust
Schlümpfe werden 50
Wien: Goldscheider – Eine Weltmarke
Wien: Die Neidhartfresken
Wien: Die Sammlung Borromeo & die Sammlung Cohen
Wien: Der Kuss der Sphinx - Symbolismus in Belgien
Mondrian. Vom Abbild zum Bild

 


Veröffentlicht am: 07.11.2010

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit