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Peter Paul Rubens als Architekt

Das Rubenshaus beleuchtet erstmals das Werk von Peter Paul Rubens als Architekt und Architekturkenner. Die Ausstellung zeigt mit rund 50 Leihgaben aus internationalen Museen die architektonischen Visionen des Malerfürsten in den Räumen seines selbst entworfenen Stadtpalastes in Antwerpen.

Präsentiert werden neben Architekturbüchern, Skizzen und Zeichnungen von Rubens selbst auch Spitzenwerke von Michelangelo, Van Dyck, Jordaens und Giulio Romano. Die Eremitage in Sankt Petersburg, der Louvre in Paris, das Museo del Prado in Madrid und das British Museum in London schicken hervorragende Werke als Leihgaben zu dieser Ausstellung.
 
Rubens als Architekturkenner
 
Während seines langen Italienaufenthalts (1600–1608) hatte Rubens die Gelegenheit, alle wichtigen Bauwerke in allen Einzelheiten zu studieren. Rubens war daher ein Kenner antiker und moderner italienischer Architektur. Seine Faszination für die Baukunst äußerte sich in erster Linie in seinen Gemälden. Er teilte sein Wissen jedoch auch gern mit seinen Zeitgenossen. So veröffentlichte er 1622 das Architekturbuch „Palazzi di Genova“, in dem er Architekten und Architekturliebhabern Beispiele guter Architektur vorstellte, wie er sie aus Genua kannte.

Dass Rubens eine klare Meinung über Architektur hatte, lässt der Briefwechsel mit dem nordniederländischen Künstler Constantijn Huygens (1596–1687) ablesen. Aus Anlass der Errichtung von Huygens’ Haus in Den Haag merkt Rubens an, dass die Fassade für ein Stadtpalais zu schlicht war. Bei der Gestaltung der Fassade waren ihm Dynamik und Kontraste sehr wichtig, ebenso Dekor und Repräsentation in der Architektur. Privathäuser mussten im Einklang mit dem Stand, dem Ruf und dem Ansehen des Bewohners sein.
 
Rubens als Architekt
 
Rubens beschäftigte sich nicht nur theoretisch mit Architektur, sondern betätigte sich auch in der Praxis als Architekt. Das Haus, das er 1610 gemeinsam mit seiner Frau Isabelle Brant am Wapper in Antwerpen kaufte, ließ er nach eigenen Entwürfen um eine überkuppelnde halbrunde Bildergalerie, eine Werkstatt, ein triumphbogenartiges Gartenportal und einen Gartenpavillon erweitern. Mit diesem ehrgeizigen Umbau schuf Rubens ein Haus, das stark an einen römischen Palazzo erinnerte. Rubens war einer der Ersten, die die Auffassungen der italienischen Künstler-Architekten wie Michelangelo auf ihre eigene erfindungsreiche Weise in den Niederlanden einführten.

Der Erfolg ließ nicht auf sich warten! „Ihre Häuser sollen das Erstaunen der Fremden, die Bewunderung der Reisenden erwecken“, schrieb 1620 der damalige Antwerpener Stadtsekretär über die Häuser von Rubens und Drucker Moretus. Ebenso war Rubens als Berater in die Gestaltung der Antwerpener Jesuitenkirche einbezogen, der heutigen Sint-Carolus Borromeus-Kirche, welche von seinen Zeitgenossen als "das 8. Weltwunder" bezeichnet wurde. Rubens entwarf 1635 auch die vorübergehende Festarchitektur für den Feierlichen Einzug in Antwerpen von Kardinal-Infant Ferdinand, dem neuen Landvogt der Niederlande.

Rubens und die Architektur des 17. Jahrhunderts
 
„Palazzo Rubens. Der Meister als Architekt“ ist die erste Ausstellung überhaupt, die sich ausschließlich Rubens’ Bemühungen im Zusammenhang mit der Architektur widmet. Die Ausstellung kombiniert Stücke aus der Sammlung des Rubenshauses mit Leihgaben aus internationalen Kunstsammlungen, zum Beispiel Gemälden, Zeichnungen, Drucken und Büchern. Die National Gallery of Art in Washington DC, USA, stellte das Gemälde von Antoon van Dyck „Porträt von Isabelle Brant“ aus dem Jahr 1620 zur Verfügung und von Jacob Jordaens wird das Gemälde „Cupido und Psyche“ aus dem Museo Nacional del Prado, Madrid, zu sehen sein. Auf beiden Gemälden ist das Gartenportal des Hauses von Rubens auf dem Wapper in Antwerpen ein auffallendes Element. 

Für „Palazzo Rubens“ versammelt das Rubenshaus noch mehr Meisterwerke, die zum ersten Mal in Belgien zu sehen sein werden, darunter das Gemälde „Statue der Ceres“ aus der Sammlung des staatlichen Museums der Eremitage, Sankt Petersburg, und die Zeichnung „Cartouche supported by cherubs“ des British Museum in London – beide von Peter Paul Rubens selbst – sowie die Michelangelo-Zeichnung „Cartouche supported by cherubs“. Außerdem zeigt die Ausstellung auch die Bücher „Pompa introitus honori Ferdinandi“ und „Palazzi di Genova“, an denen Rubens als Schriftsteller mitwirkte, sowie den Briefwechsel zwischen Rubens und Huygens und andere interessante Schriften aus Rubens’ Zeit.
 
Rubens Van Dyck und Jordaens
 
Vom 17. September 2011 bis zum 16. März 2012 findet in der Eremitage Amsterdam ebenfalls eine Ausstellung statt, die Rubens und seine Zeitgenossen in den Vordergrund stellt. Diese Ausstellung zeigt eine Auswahl aus der Sammlung der Eremitage, St. Petersburg, eine Übersicht von 75 Gemälden und ca. 20 Zeichnungen, darunter zahlreiche Meisterwerke der großen Drei der Antwerpener Schule: Peter Paul Rubens, Antoon van Dyck und Jacob Jordaens, ergänzt um Werke diverser Zeitgenossen. Einer der Höhepunkte ist die berühmte Kreuzabnahme von Rubens. Diese auserlesene Sammlung wird erstmals in den Niederlanden zu sehen sein.

Nähere Auskünfte: www.hermitage.nl

 


Veröffentlicht am: 19.08.2011

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