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Sylt - das schwierigste Revier der Welt

Die Nordsee vor Westerland ist eines der schwierigsten, aber auch aufregendsten Windsurfreviere der Welt. Wind, Wellen und Strömung ändern sich laufend, nichts ist vorhersehbar, auch die besten Windsurfer der Welt müssen auf alles gefasst sein. 

Die 28-malige Weltmeisterin Karin Jaggi bringt es auf den Punkt: „Kein anderer Ort ist so anspruchsvoll und vielseitig. Vor Westerland kann alles passieren - von Schönwetter und Flaute bis zum Orkan. Für mich gewinnt der beste Windsurfer auf Sylt - dem bestimmt anspruchsvollsten Event der PWA Tour.“

Deutschlands Windsurf-Champion Bernd Flessner kennt die Tücken am Brandenburger Strand wie kein Zweiter. Ende Juli wurde der 42-Jährige auf Deutschlands nördlichster Insel zum 16ten Mal Deutscher Meister und stellt klar: „Auf Sylt gewinnt man mit dem Kopf.“

Schon die typisch ungeordneten Nordseewellen bereiten vielen Windsurfern Kopfzerbrechen. Flessner: „Die Wellen sind abgehackt, bauen sich erst nah am Strand steil auf und brechen dann sehr schnell zusammen. Da ist es sehr schwer, durch diesen Shore Break überhaupt auf das Meer hinaus zu kommen. Waverider haben das Problem, die richtige Welle für ihre Sprünge und Abritte zu treffen. Da braucht man schon ein gutes Auge.“

Was viele Zuschauer an Land gar nicht bemerken, ist die gewaltige Unterströmung der Nordsee, mit der die Fahrer vor Westerland kämpfen müssen. „Die Strömung ist wie ein reißender Fluss, der einem alles abverlangt. Es kann passieren, dass man selbst bei hohen Windstärken einfach nicht auf Touren kommt, weil man gegen die starke Strömung ankämpfen muss“, erklärt der deutsche Abonnement-Meister.

Der größte „Klippe“ am Brandenburger Strand ist jedoch der Wind, der meistens auflandig aus westlicher Richtung kommt. „Während bei vielen Spots vor allem in Südeuropa der Wind von hinten links kommt, muss man auf Sylt häufig gegen ihn anfahren, um auf das Meer hinauszukommen“, so Flessner. Und das schafft man nur, indem man hin und her kreuzt, einen „Am-Wind-Kurs“ fährt. Für die Waverider ergibt sich dadurch eine weitere Schwierigkeit. „Man kann eine Welle nicht steil anfahren, um sie als Rampe für einen Sprung zu nutzen, weil das der Wind nicht zulässt, sondern muss sie seitlich nehmen“, erklärt der deutsche Ausnahme-Windsurfer.

Ein weiteres Phänomen ist der sogenannte Luvstau, der auftritt, wenn der Wind vom Meer aus auf Hindernisse an Land trifft, wie z. B. die Dünen oder die hohe Bebauung in Westerland. Die Luftmassen weichen nach oben aus und der Wind nimmt am Boden immer mehr ab, obwohl er frei einwehen kann. So können oben auf der Westerländer Kurpromenade zwei Windstärken mehr herrschen als unten am Strand.

Es gibt also viele Faktoren, die sich auch noch gegenseitig beeinflussen und damit Sylt zu einem der selektivsten Windsurf-Spots der Welt machen. Ein Patentrezept, um die schwierigen und wechselhaften Bedingungen zu meistern, gibt es nicht. Doch Bernd Flessner weiß, wie man seine Chancen optimieren kann. „Fahrer, die konstante Bedingungen gewohnt sind, können auf Sylt viele Dinge gar nicht machen, weil es die Gegebenheiten einfach nicht zu lassen. Die müssen ihr normales Programm umstellen und den Umständen anpassen. Leute, die die Nordsee gut kennen, haben einen leichten Vorteil, weil sie zum Beispiel die Wellen besser lesen können. Doch für alle gilt: Auf Sylt kann man nichts erzwingen, sondern muss taktisch fahren und den Verstand einschalten. Sonst hat man keine Chance.“

 


Veröffentlicht am: 18.09.2011

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