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23.08.2017

 

 

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Harff reist: Hotel „Gams“ – Bezau

Wenn ein Hotel „Gams“ heißt, und im Bergenzerwald liegt, hat man als Gast ganz bestimmte Vorstellungen. Meine lassen sich mit den Worten Geweihe, Holz und ländlicher Idylle zusammenfassen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es sich bei der „Gams“ um ein 4-Sterne-Superior-Hotel handelt.

Kommt man in Bezau an – einfach an der Kirche orientieren, erwartet den Gast kein typisches Berghotel mit Schindeldach. Obwohl, auch die „Gams“ hat eine Holzfassade – aber eben eine andere. Anders ist ohnehin einer der Begriffe, der für die „Gams“ zutrifft.

Anders ist das Hotel: Die „Gams“ ist kein Wellnesshotel, dennoch gibt es einen 2.000 qm großen Wellness- und Spabereich, der nicht ohne Grund „Da Vinci Spa“ heißt. Schwimmen im beheizten Außenbecken ist ein ganz besonderes Erlebnis, sehen einem doch die Kühe, so sie nicht auf der Sommerweide sind, dabei zu. An die Sauna angeschlossen ist ein Nacktschwimmbecken. Erholung findet der Badegast im Wintergarten mit Blick auf grasende Kühe und die umgebende Bergwelt. Die „Gams“ ist auch kein Sporthotel, obwohl Fahrräder zur Ausleihe bereit stehen und jeder Gast seine Wanderschuhe schnürt. Die „Gams“ ist ein Genießer- und Kuschelhotel der ganz besonderen Art. Das Hotel ist mit vielen „Dingen ausgestattet, die man zum Leben nicht braucht“, so die Hotelchefin.

Anders sind seine Betreiber: Ellen Nenning ist die Besitzerin des Hauses. Sie kann ihre Familiengeschichte bis zu Gabriel von Feuerstein zurückverfolgen, der das Haus für seine Gäste 1648 (richtig, das war das Ende des dreißigjährigen Krieges) errichten ließ. Seit dem wurden hier immer Gäste beherbergt. Seit 16 Jahren führt die nunmehr 40jährige gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Andreas Mennel die Geschäfte in der „Gams“. Sie übernahm sehr jung das vom Vater geführte 3-Sternehaus und machte es zu dem Top-Hotel, dass heute Gäste aus der ganzen Welt nach Bezau zieht. Die Anregungen für den Um- und Anbau vor einigen Jahren holten sich die beiden nicht nur in der Umgebung, sondern in der ganzen Welt. Viele der Ausstattungsstücke brachten sie von ihren Reisen mit.

Anders ist das Personal: Die überwiegend weibliche und junge Gams-Crew ist im Gegensatz zum Hotel eher bodenständig. Das zeigt sich beispielsweise in der Kleidung der Damen - sie tragen Dirndl. Ansonsten sind die Frauen und Männer darauf bedacht, dem Gast jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Gleichzeitig sind sie von einer ansteckenden Freundlichkeit und Fröhlichkeit, die alles andere als aufgesetzt wirkt. Ein fröhliches "Grüß Gott" gibt es immer auf den Weg, denn die Mehrzahl der Mitarbeiter kommt aus dem Bregenzerwald, auch wenn man zwischenzeitlich im hoteleigenen Mitarbeiterhaus logiert.

Anders sind die Gäste: Die Gäste, so die Hotelchefin, sind verheiratete, noch nicht verheiratete, wieder versöhnte, andere, sonstige und überhaupt Paare. Kinder sind kaum anzutreffen – es gibt auch keine entsprechenden Angebote. Dennoch sind Kinder ein Thema: So manches Pärchen berichtet nach einigen Jahren „Gams“-Abstinenz, dass der hier entstandene Nachwuchs nun aus dem gröbsten raus sei und man sich nun wieder einen Pärchen-Aufenthalt gönnt. So gesehen begleitet die „Gams“ Paare vom ersten gemeinsamen Urlaub über die Hochzeitsreise bis zu weiteren Jubiläen. Andere genießen einfach die ungezwungene Atmosphäre fern zu neugieriger Mitmenschen.

Anders ist der Hoteleingang: Wer nicht aufpasst, landet im flachen Becken vor dem Eingang. Dann die Hotelhalle: Schwarz und rot sind die dominierenden Farben. Stylischer geht es auch nicht in Hongkong und Berlin. Nur die Empfangsdamen tragen als Reminizens an die Region Dirndel. Eine zuerst verwirrende Überraschung bietet die Lobby dem Weinfreund.
Der Gast taucht ein in eine Welt zwischen Orient, zaristischem Russland und Architektenträumen des neuen Jahrtausends. Wer begreifen will, wo er gelandet ist, sollte schnell einmal das Örtchen aufsuchen.

Anders sind die Toiletten: Es gibt keine Trennung für Männer und Frauen, unisex ist angesagt. Glänzendes Schwarz und weißes Porzellan bestimmen die fast unwirkliche Szenerie. Wohl kaum sonst wo wurde so viel Wert auf eine Toilette der Extraklasse gelegt, wie in der „Gams“ hinter den Sieben Bergen im sehr heutigen und doch traditionsbewussten Bezau. Hier redet man über die „Gams“-Häusl“.

Anders ist die Lobby: Nicht mehr überraschend, auch hier dominieren die Hotelfarben schwarz und rot, ergänzt mit kühlem Silber. Der Gast kann seinen Begrüßungsdrink entweder direkt am Kamin auf Kissen gebettet und unter maurischen Laternen sitzend oder in thronähnlichen, voluminösen Sesseln versinkend genießen. Am Abend sorgt der Kamin für ein Fluidum zwischen Beduinenzelt und Betzauer Bergidylle. Übrigens: auf der Bar stehen Aschenbecher.

Anders sind die Flure:
Das Farbkonzept der Hotellobby wurde auch hier konsequent fortgesetzt. Schwarze Wände und rote Teppiche sorgen hier einerseits für eine theaterähnliche Kulisse, andererseits für ein sehr erotisches Kuschelgefühl. Viele Paare berichten, dass sie bereits im Flur die Anspannung des Alltags vergessen und auf ihre Genießer- und Kuscheltage eingestimmt werden.

Anders sind die Zimmer: Traditionell sind die Kuschelzimmer weder im Blütenschloss noch im Blütenkokon. Ellen Nenning beschreibt ihre Idee, die in jedem Zimmer, in jeder Suite sofort ablesbar ist, folgendermaßen: "Unsere 45 Quartmeter großen Kuschelsuiten sind allesamt mit einem Himmelbett, einem eigenem Whirlpool, Sternenhimmel und einem offenem Kamin ausgestattet. Während im Blütenschloss die Suiten durch Balkone in den Außenbereich verlängert werden, werden im Kokon die Balkone in den Raum hinein gezogen. So entsteht eine ganz eigene Interaktion zwischen Raum und Landschaft. Die Suiten im Blütenschloss sind unverwechselbar durch die "Rundungen" geprägt. Die Suiten im Kokon sind reizvoll durch ihre klaren Formen. Der Wechsel von Offenheit und Intimität durch Stoffe, Glas und Möbelelementen ähnelt sich und macht aus klarem Design kuschelige Reiche. Das Farbkonzept wechselt von Zimmer zu Zimmer. Selbst ich weiß nicht genau, welche Farben in welchem Zimmer dominieren. Ansonsten haben wir nette Kleinigkeiten in den Zimmern "versteckt", die die Gäste für sich entdecken können."

Anders ist die Küche: Die Köche gehen nicht zur Arbeit, sie feiern tagtäglich einen kulinarischen Ball – und das in doppelter Bedeutung. Im wahrsten Sinne des Wortes geht die Küchencrew um Chefkoch Bernd Moosmann (35) jeden Tag in den Ballsaal – denn dort wurde beim Umbau die Küche untergebracht. Damit die Schönheit der Kassetten-Stuckdecke nicht den Gästeblicken verborgen bleibt, entschied man sich für eine offene Küche. Raumhohe Glastüren und leicht wehender Organza lassen Küchen-Ballsaal und Gastraum miteinander verschmelzen. Das die Köche so zu außergewöhnlichen Leistungen animiert werden, davon schwärmen die Gäste noch lange nach ihrer Abreise. Kein Wunder, hat man sich in der Zwischenzeit doch 2 Hauben erkocht. Das nicht mit einem kleinen, feinen Extrarestaurant, sondern mit einem solchen, dass über 140 Plätze für die Hotel- und 20 für externe Gäste verfügt.

Die Küche ist regional geprägt, jedoch mit vielen internationalen Anklängen. Es ist immer wieder zu merken, dass der Vater von Ellen Nenning berühmt für seine Kochkünste war. Die Chefin zum Thema regionale Produkte: „Was wir aus der Region in der gewünschten Qualität und Quantität bekommen, kaufen wir auch hier. Doch leider ist das nicht im gewünschten Maß der Fall“.

Anders ist das Restaurant: Ähnlich wie die Küche und die Lobby sind die Gasträume gestaltet. Abgetrennt (fast) nur durch leichte Organza-Vorhänge und durchbrochene Schiebe-Wandelemente entsteht eine leichte, romantische, aber keineswegs kitschige Atmosphäre. Eine interessante und sicherlich auch energiesparende Variante hat man für das Frühstücksbüfett gefunden. Alles was an Wurst, Käse und Fisch gekühlt werden muss, ist unter Glas in Schubladen drapiert. Ansonsten arbeitet man mit Crusheis zum Kühlen von Speisen und Getränken.

Anders ist der Weinkeller: Reinhard Bischof (35), der Sommelier des Hauses, ist Herr über zirka 10.000 Flaschen Wein. Dabei dominieren die Gewächse aus der österreichischen Heimat. 8.000 Flaschen werden traditionell im Weinkeller aufbewahrt. Die „Gams“ wäre allerdings nicht das etwas andere Genießer- und Kuschelhotel, wenn man bei der Weinpräsentation nicht auch andere Wege geht. Was den Gast im Foyer noch ungläubig staunen lässt, erschließt sich ihm auf dem Weg zu seinem Tisch im Restaurant. Dort endet der begehbare Weinturm, in dem 2.000 Flaschen edler Wein lagern. Unten kann der Gast sich seinen Weißwein, einige Stufen höher den etwas wärmer gelagerten Rotwein und ganz oben seine Dessertwein aussuchen. Ein ganz besonderes Genusserlebnis für den Weinfreund.

Anders ist der Ort: Bezau mit seinen 2.000 Einwohnern ist kein Touristenort, wie man ihn aus vielen Teilen Österreichs kennt. Hier gibt es nur wenige Hotels. Der Tourismus macht lediglich ein Drittel der Wirtschaftsleistung des Ortes aus. Der ist vor allem durch sein Handwerk und die Landwirtschaft geprägt. Da hier kaum Feldfrüchte gedeihen, steht die Viehwirtschaft ganz hoch im Kurs. Egal wo man sich befindet, in den Zeiten, wo die Kühe „zuhause“ sind, begegnet man ihnen überall oder hört zumindest ihre Glocken bimmeln. Hier haben die Kühe sogar Vorfahrt, wenn sie vom Stall auf die Weiden oder zurück getrieben werden – und das passiert an vielen Orten zweimal täglich.

Die Milch der Kühe wird zu großen Teilen gleich vor Ort verarbeitet. Was im Sommer die Senner auf den Almen machen, übernehmen in den anderen Jahreszeiten die Sennereien im Ort. Das Ergebnis ist immer gleich: hervorragender Bergkäse. Seine Qualität rührt unter anderem daher, dass die Kühe nur mit frischem Grün oder mit Heu ernährt werden. Silage darf nicht verfüttert werden. Das sorgt für einen sehr guten Käse sowie glücklicheren Kühen und weniger Klimaerwärmung. Silagefutter führt bei den Rindern zu verstärkten Blähungen. Dennoch kommt der Besucher in Genuss, dass es immer wieder „ländlich“ richt. Doch schon nach wenigen Stunden in Bezau und Umgebung hat sich die Nase daran komplett gewöhnt.

Zu den Highlights von Bezau gehört sicherlich die Schmalspurbahn, die ihre Gäste allerdings nur in den wärmeren Monaten befördert. Allerdings können im Bahnhof Bezau Loks und Waggons auch außerhalb der Saison bewundert werden. Höher hinaus geht es mit der ganzjährig betriebenen und hochmodernen Kabinenbahn. Der Gast kann sich dann entscheiden, ob er mit der Bahn, per Pedes oder mit dem Gleitschirm zurück ins Tal kommen möchte.

Das sich in Bezau nicht nur die Gäste der „Gams“ wohl fühlen zeigt ein Blick auf das Straßenbild. Viele junge Leute bevölkern den Ort. Es gibt nicht nur eine Grund- sondern auch einige Gewerbeschulen. Die Menschen fühlen sich hier wohl und wollen bleiben, beziehungsweise kehren nach der Ausbildung schnell wieder zurück. Genau wie die Gäste des Genießer- und Kuschelhotels „Gams“.

Mehr über das Genießer- und Kuschelhotels „Gams“ erfahren Sie hier.

 


Veröffentlicht am: 25.10.2011

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