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Winterküche im Frankenwald

Blöchla, Seelenspitzen, Blaue Zipfel, Schwellenhupfer mit Knöchla oder Gänsla und Lebkuchenbier: Die kulinarischen Köstlichkeiten, die zur Winterzeit im Frankenwald auf den Tisch kommen, sind alles andere als gewöhnlich. Urlauber, die im nordbayerischen Wintersportparadies Schneeschuhlaufen, Wandern oder Langlaufen, genießen somit nicht nur die Natur, sondern gleichzeitig die bodenständige regionale Küche.

Diese basiert auf Rezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden und teilweise viele hundert Jahre alt sind. In zahlreichen Wirtshäusern werden traditionelle Spezialitäten angeboten, die so nur im Naturpark zubereitet werden. Weitere Informationen gibt es beim Frankenwald Tourismus Service Center unter der Telefonnummer 09261-6015-17 oder unter www.frankenwald-tourismus.de.

Das Blöchla ist eine fränkische Besonderheit, die nur an Festtagen und somit auch an Weihnachten in Handarbeit gefertigt wird. Das röhrenförmige Aussehen des Schmalzgebäcks erinnert an die Baumstämme, die die Flößer über Jahrhunderte vom Frankenwald aus bis nach Rotterdam geflößt haben. In die Rührschüssel kommen Eier, Rahm, Mehl und Butter; der fertige und in Stücke geschnittene Teig wird dann um ein „Blöchlaeisen“ gewickelt, um beim Ausbaden im heißen Fett die typische Röhren- oder Baumstammform zu erreichen. Genauso kalorienreich und köstlich sind die Seelenspitzen – kleine Zöpfe aus feinem Blätterteig – deren Rezeptur bis ins Mittelalter reicht.

Für echte Männer gibt es im Naturpark und speziell in der mittelalterlichen Stadt Kronach die Blauen Zipfel. Dahinter verstecken sich Fränkische Bratwürste, die aber nicht in der Pfanne brutzeln, sondern in einem Wein-Essigsud mit Zwiebeln köcheln. Wer in der Winter- und Weihnachtszeit auf Tradition setzt, der sollte in den Wirtshäusern im Frankenwald echte Schwellenhupfer ordern. So werden die fränkischen Klöße genannt, die im Gegensatz zu Kloßsorten anderer Regionen nicht zerfließen, sondern prall und fest sind. Was dem Chinesen der Reis und dem Franzosen das Baguette, das ist dem Frankenwäldler sein Kloß. Und diesen genießt er in der kalten Jahreszeit am liebsten mit Sauerkraut und einem knusprigen Gänsebraten, dem Gänsla oder einer Haxe, dem sogenannten Knöchla. Das Gänsla wird im Naturpark heute noch so zubereitet wie vor Hunderten von Jahren, nämlich mit Beifuß und Majoran gewürzt und mit Zwiebeln angebraten.

Da der Frankenwald auch die Region des goldenen Gerstensaftes ist – nirgendwo auf der Welt ist die Brauereidichte so hoch wie in Oberfranken – werden traditionelle Gerichte häufig mit Bier verfeinert. So auch das Knöchla, das mit dem kühlen Blonden übergossen wird, während es im Ofen vor sich hin brutzelt. Wer den Gerstensaft auch im Glas mag, der probiert das Lebkuchenbier im Bayerischen Brauereimuseum in Kulmbach, das dort jedes Jahr zur Adventszeit den Besuchern eingeschenkt wird. Es enthält 5,5 Prozent Alkohol und eine Stammwürze von 12,7 Prozent. Seinen Lebkuchengeschmack erhält das Bier durch die Zugabe von Rauchmalz.

Der Frankenwald ist der nördlichste Naturpark Bayerns, der direkt an Thüringen und damit an die Rennsteig-Region angrenzt. Er bietet rund 4.000 Kilometer markierte Wanderwege, vom Frankenweg über den Burgenweg, den Fränkischen Gebirgsweg bis hin zum Rennsteig. Sowohl Familien, Gourmets als auch sportliche Urlauber  fühlen sich hier wohl und verbringen die schönsten Wochen des Jahres oder auch ein verlängertes Wochenende in den zahlreichen familienfreundlichen Hotels und Pensionen oder auf zertifizierten Bauernhöfen.

Besucher erreichen den Frankenwald mit dem Auto über die  A 9, A 70, A 72 oder A 73. Ebenso bietet sich eine Anreise in den Frankenwald über die ICE-Bahnhöfe Lichtenfels und Saalfeld an.

 


Veröffentlicht am: 06.11.2011

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