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Neues Label: "jazzhaus"

Die jungen Redakteure Joachim-Ernst Berendt und Dieter Zimmerle begannen schon 1947 mit regelmäßigen Jazzsendungen auf den Hörfunkwellen des SDR Stuttgart und des SWF Baden-Baden.

Heute, 65 Jahre später, liegen etwa 3.000 Stunden Hörfunk- und etwa 500 Stunden Fernsehaufzeichnungen aller bedeutender Jazz-Interpreten des Modern Jazz in den Archiven des nun gemeinsamen Südwestrundfunks (SWR). Es ist eine der größten unveröffentlichten Sammlungen an Live-Jazz der Welt. In den Archiven findet man mehr als 400 Ensembles und Solisten, von denen viele im Lauf der Jahrzehnte mehrfach mitgeschnitten wurden und deren Aufnahmen damit regelrechte „Lebenslinien“ abbilden.

Drei Jahre lang hat das „jazzhaus“-Team die Archive gründlich durchforstet und eine sorgfältige Auswahl zusammengestellt. Die alten Bänder und Filme werden zur Zeit in High-End-Qualität überarbeitet und dann im Laufe der nächsten Jahre auf CD, DVD und Vinyl und als audio/video on demand-Download veröffentlicht.

v.l.n.r.: Felix Anschütz (Arthaus Musik), Ulli Pfau (Label Producer jazzhaus), Burkhard Freyberg (Geschäftsführer SWR Media Services GmbH), Hans-Peter Zachary (Manager der SWR Big Band), Margarete Koch (SWR Media Services GmbH), Erwin Stürzer (Geschäftsführer Arthaus Musik)

Der Hintergrund

Die amerikanischen Jazzer wurden im Nachkriegseuropa — und besonders in Deutschland — überschwänglich empfangen, so wie die US-Soldaten wenige Jahre vor ihnen. Das Nazi-Regime hatte Deutschland kulturell ausgetrocknet und nimmt nun den Jazz begeistert auf. Begehrt sind zunächst die Bigbands, die in großen Konzertsälen auftreten. Viele Musiker erleben dabei zum ersten Mal, dass sie und ihre Kunst willkommen geheissen werden. Kein Wunder, dass viele Konzerte so großartig sind. Viele Interpreten bleiben in Europa und ziehen nach Paris, Kopenhagen, Frankfurt.

Jazzbegeisterte strömen in die Konzertsäle von Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart, Mainz und Baden-Baden. Berendt, Zimmerle und ihre Kollegen der „Stunde Null“ machen irgendwie alles richtig: sie buchen die interessantesten Solisten und Ensembles jener Tage; ihre Tontechniker sorgen für ausgezeichnete Aufnahmen in den Konzerthallen. Die erstklassige Akustik der neu erbauten „Liederhalle Stuttgart“ macht aus vielen Konzerten ein unvergessliches Hörerlebnis.

Aus den Archivbeständen seien hier nur einige Schätze genannt:

Die 50er Jahre: eine Session mit Miles Davis, Lester Young und dem Modern Jazz Quartet (1956); und eine von Miles mit der SDR Bigband (1957) - er aus Paris kommend, wo er die Filmmusik zu „Fahrstuhl zum Schafott“ eingespielt hatte; ein historisches Konzert von Art Blakey and the Jazz Messengers in Karlsruhe (1958), wenige Tage nach Blakeys erster Aufnahme für Blue Note; exquisite Studioaufnahmen mit dem Modern Jazz Quartet in Stuttgart (1956) und Baden-Baden (1958); Kurt Edelhagens erste Aufnahmen mit Caterina Valente (1953) und mit Claus Ogerman (1954).

Ein Füllhorn einzigartiger Musik

Alle bedeutenden Bigbands kommen schon in den 50ern in den Südwesten und setzten den Standard für die Bigbands von Erwin Lehn und Kurt Edelhagen: Duke Ellington, Benny Goodman, Woody Herman, Stan Kenton, Quincy Jones, Count Basie. Dann in den 60ern die großen Solisten: Dave Brubeck, Gerry Mulligan, Zoot Sims, Ben Webster, Joe Henderson; Cannonball Adderley, Roland Kirk, Max Roach, Archie Shepp, Don Cherry, Charlie Haden, Bud Powell, Eric Dolphy … und Monk und Trane und Miles natürlich.

Dazu dann in guter Beimischung – und zunehmend auf eigenen Füßen - die Europäer: Hans Koller, Albert und Emil Mangelsdorff, Klaus Doldinger, Joe Zawinul, Rolf und Joachim Kühn, Attila Zoller. In Mainz fanden sich bisher unbekannte Studioaufnahmen mit Volker Kriegel aus dem Jahr 1963. Aus Frankreich kommen hinzu: Kenny Clarke, Martial Solal, André Hodeir, Barney Wilen, René Urtreger, Pierre Michelot …

Dann kommt der Free Jazz, der Third Stream, Donaueschingen und das Baden-Badener „New Jazz Meeting“. Es quietscht und kracht und klirrt auf den Bühnen und auf den Bändern. Osteuropa ist vertreten, ebenso der Süden und der Norden Europas. Auch Einflüsse aus Indien sind zu hören.

Und die Stimmen! Nina Simone, Carmen McRae, Ella Fitzgerald, Jutta Hipp, Anita O’Day, Abbey Lincoln, Cassandra Wilson. Blues-Künstler von B.B. King bis Olu Dara haben gefeierte Auftritte. Wir erleben den Durchbruch von John McLaughlin, Chick Corea, Gary Burton, Eberhard Weber, Jan Garbarek, Pat Metheny und Bobby McFerrin, ebenso Crossover-Künstler wie Jack Bruce, Ginger Baker und Friedrich Gulda.

„Jazzgipfel“- und „Theaterhaus“-Fernsehaufzeichnungen präsentieren neue Legenden: Joshua Redman, Oregon, Peter Apfelbaum, Niels Landgren, Esbjörn Svensson, St. Germain und nicht zu vergessen: die Marsalis-Familie.

„jazzhaus“ ist eine Edition für die Jazzgemeinde in aller Welt. Jazzliebhaber können die Sammlung ihrer Lieblingsinterpreten vervollständigen und finden Aufnahmen aller Genres: Classic-, Modern-, Free-, Rock-, World- und zeitgenössischen Jazz. Swing, Bigband, Bebop, Hardbop, Free Jazz, Third Stream, Rock-Jazz, Soul-Jazz, New Jazz, World-Jazz. „jazzhaus“ wird in verschiedenen Reihen veröffentlicht werden: „Bigbands, Legends, Lifelines, New Legends“. Dazu dann später Studio- und Livekonzerte auf DVD: „Jazz - gehört und gesehen, Live aus dem Theaterhaus, Live vom Jazzgipfel“. Und alles natürlich auch als Download.

„jazzhaus“ ist ein Label von Arthaus Musik, Halle in Kooperation mit SWR Media Services GmbH, Stuttgart.

 


Veröffentlicht am: 10.11.2011

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