Startseite  
 

 


Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Vom Barock zum Art Déco

Fast ein Jahr nach dem Ende der epochalen Großausstellung „Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan“ steht das Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger – Deutsches Porzellanmuseum stolz am Neubeginn des Hauses. Am 24. November eröffnet man dort die neu überarbeitete Dauerausstellung „Vom Barock zum Art Déco“. Die zurückliegenden elf Monate hat man damit nach dem Abbau der erfolgreichen Sonderschau dem Umbau, der Renovierung und der Modernisierung des Hauses gewidmet.  Heute erzählt man dort mit einem geänderten innenarchitektonischen Konzept und der aktualisierten Präsentation einer Sammlung, die Geschichte des Porzellans in den deutschsprachigen Ländern neu.
   
Ein solcher Schritt zu Zeiten knappster Kassen und beklemmend klammer kommunaler Finanzen? Im Porzellanikon, getragen vom Zweckverband Deutsches PorzellanMuseum, wurde das aus drei Gründen möglich. Zum einen hatte man vorausschauend schon bei der Sonderausstellung auf weiter verwertbare, umbaubare architektonische Elemente und Konzepte geachtet. Zum zweiten verfügt das Haus über vorzügliche eigene Werkstätten und Handwerker. Und schließlich ist der Fundus des größten europäischen Porzellanmuseums derart umfassend, dass man auch Kennerinnen und Kennern des Hauses immer wieder neue und interessante Beispiele, seltene Ausformungen und meisterliche Porzellan-Exponate präsentieren kann.
      
„Ganz bewusst“, so der langjährige Direktor des Hauses, Wilhelm Siemen, „haben wir darauf gesetzt, die moderne Diktion der Sonderausstellung übernehmen zu können. Der lichte, leichte Charakter der Gründerzeit-Villa wie des Anbaus aus den 90er Jahren wird damit unterstrichen.“ Großformatige, hinterleuchtete Bildwände „führen dabei den Kontext des Dargestellten lebendig vor Augen“, so Siemen. So finden sich etwa beim Thema Dekore des 18. Jahrhunderts ins Riesenhafte vergrößerte Details. Während das Rokoko beispielsweise, bekannt für seine prächtigen Feste bei Hofe, durch die ebenfalls drei mal vier Meter große Darstellung eines venezianischen Balles illustriert wird - Bilder zum Sattsehen! Ergänzt werden diese durch reale Inszenierungen, die die beispielhaften Porzellane in zeittypische Zusammenhänge stellen. Erläuternde Texte dazu finden sich auf übersichtlichen, gut lesbaren Glasträgern.

Schon an Ostern, danach zu Pfingsten, hatte man im Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger zwei erste Teilabschnitte  des Museums wieder öffentlich zugänglich gemacht. So war gewährleistet, dass dem interessierten Publikum über die Sommerzeit die Epochen des Jugendstil und Art Déco sowie das Porzellan des 19. Jahrhunderts in einem neuen Arrangement gezeigt werden konnten.

Damit hatte man das berühmte Pferd von hinten aufgezäumt, und jetzt die noch fehlenden Lücken geschlossen: Der historische Bogen des Porzellans beginnt nun folgerichtig für Europa und ausgehend von Deutschland im Barock. Dem vorgeschaltet wurden einige erlesene Originale aus dem Beispiel gebenden China. Die Adaption des exotischen Vorbildes, aber auch dessen Überwindung zeigen kostbare Stücke der Barockzeit. Denn nachdem das Geheimnis der Massezusammensetzung gelüftet war, entwickelte man geradezu fieberhaft eigene Dekore und Dekortechniken für den europäischen Markt. Dass ein Gesamtkunstwerk wie das gezeigte „Schwanenservice“ etwa schon 1737 produziert werden konnte, zeigt die Gestaltungskraft und den Ehrgeiz der deutschen Porzellanmanufakturen.

Auf nunmehr 1800qm präsentiert sich die Erfolgsgeschichte eines Werkstoffs, der zugleich die wechselvolle Geschichte Europas in den letzten 300 Jahren beredt abbildet. Das Porzellanikon erzählt diese anhand annähernd 1000 neu ausgesuchter, oftmals überraschender Stücke und die einzelnen Epochen anhand zeittypischer Themen. Keiner der großen Namen, keine der namhaften Manufakturen fehlt. Mit einem ebenfalls überarbeiteten Raum für Wechselausstellungen bleibt dem europaweit größten Spezialmuseum für Porzellan nun noch die Aufgabe, die umfangreiche Studienausstellung neu zu gestalten. Man darf gespannt sein.

Neue Dauerausstellung „Vom Barock zum Art Déco“

Porzellanikon Hohenberg
Schirndinger Straße 48
95691 Hohenberg a. d. Eger

Eröffnung: 25. November 2011
DI-SO 10-17 Uhr

 


Veröffentlicht am: 24.11.2011

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 



Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Datenschutzhinweis
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon - erklärt die Börse
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite - alles für die Businessfrau
| Geld & Genuss - Lifestyle, Finanzen und Vorsorge für alle
| geniesserinnen.de - Genuss auch für die Damen
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock der Börseninformationsdienst
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet - unser Partner für WebDesign, CMS, SEO, ...
| Unter der Lupe bewertet Gutes

 

Rechtliches
© 2007 - 2018 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit