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Ronny Weiland: "Russische Seele"

Die Bedienung im Hamburger Hotel zieht ihre rechte Braue nach oben: Mit so einer Stimme hat bei ihr offenbar noch niemand einen Kaffee bestellt. Der Besitzer des Bassbaritons, er lächelt freundlich und fragt höflich nach dem Zucker. Dabei hätte Ronny Weiland Grund genug, sich als Unikat feiern zu lassen. Er bleibt aber lieber ein bisschen skeptisch, ziemlich bescheiden und sich seiner Talente angenehm fragend bewusst.

Kein Liebhaber der wortreichen Übertreibung. Lieber den Ball flach halten. Ein sehr sympathischer Mann mit einer Stimme, die unverkennbar ist und einzigartig, kraftvoll sonor bis in die dunkelsten Tiefen und doch mit der Fähigkeit gesegnet Millionen Menschen zu berühren. Auf zahlreichen Tourneen mit den größten deutschen Stars hat er diese Fähigkeit immer wieder unter Beweis gestellt. Und jetzt geht er den nächsten Schritt: Das erste eigene Album von Ronny Weiland erscheint am 25. November 2011. Es trägt den bezeichnenden Titel "Russische Seele" und enthält 15 aufsehenerregende Aufnahmen, getragen von einer Stimme der Extraklasse!

In einer einzigartigen Melange aus klassischen und populären Klängen, die alle in die Musikgeschichte eingegangen sind, spiegelt sich Ronny Weilands stimmliches Potential auf dem Album "Russische Seele" wider. Darunter sind so unsterbliche Melodien wie der "Schwanensee" von Peter I. Tschaikowski (mit einem deutschen Text von Bernd Meinunger) oder der "zweite Walzer" von Dmitri Shostakovich, mit dem auch André Rieu seinerzeit seine Deutschland-Karriere startete und die jetzt in der Vokal-Version von Ronny Weiland "Schön war die Zeit" heißt. Zur spektakulären Neuaufnahme gibt es auch ein Video, das parallel zum Album in allen relevanten Kanälen rotiert.

Russische Volksweisen, die um die Welt gingen, erfahren in Ronny Weilands Interpretationen neue Authentizität, allen voran "Ganz verloren", das Lied vom einsamen Glöckchen, das schon Weltstars wie Mireille Mathieu ("Der Zar und das Mädchen") Glück brachte, die elegischen "Abendglocken", das stimmungsvolle "Zwei Gitarren", das treibende "Katjuscha" oder das als "Those Were The Days" weltbekannt gewordene "Ich hab mein Herz verlor'n". Andere Melodien werden ewig mit Russland verbunden sein, auch wenn sie an anderen Orten entstanden sind, zum Beispiel "Weißt du wohin", die Oscar-prämierte Filmmelodie von Dr. Schiwago, die in Ronny Weilands neuer Version besonders berührend daherkommt. Von resoluter Fröhlichkeit bis zu tiefer Melancholie bietet Ronny Weilands Debüt-Album alles, was sich für eine "Russischen Seele" vorstellen lässt. In einer solchen Perfektion gesungen und produziert, dass man sich schon jetzt sicher sein kann, dass dieser Künstler einen sehr soliden Karriereweg vor sich hat.

Die Biographie von Ronny Weiland, der am 25. Februar 1975 in Jena das Licht der Welt erblickte, würde schon jetzt ausreichend Stoff für einen TV-Zweiteiler bieten. Musik wäre darin das zentrale Thema, wenn sie auch über weite Strecken nur Ronny Weilands schönstes Hobby war. Bereits als Erstklässler zählte er zu den Eleven der Weimarer Musikhochschule, erhielt dort zwei Jahre lang Geigenunterricht und trat dann dem Spielmannszug Apolda bei. Beruflich zog es den charismatischen Sänger allerdings zum Handwerk. 2001 legte er seine Meisterprüfung als Steinmetz ab. Das Meisterstück ist bis heute in der Dresdner Frauenkirche zu bestaunen. Beim soliden handwerklichen Beruf alleine sollte es aber nicht bleiben.

Ronny Weilands Vater war schließlich Musiker - Volksmusiker! "Hätte mein Vater im Rock und Pop gearbeitet, hätte ich diese schicksalhafte Begegnung nie gehabt", sinniert Ronny Weiland und spielt damit auf sein großes Vorbild an: Ivan Rebroff! "Als dieser große Kerl da mit seiner Pelzmütze auf die Bühne kam und von alten russischen Märchen erzählte, die ich als Kind im Fernsehen gesehen hatte, da war ich schon berührt." Weiland studierte zwei Rebroff-Titel ein und sang sie auf privaten Feiern den Gästen vor. Es kamen so viele Zugabe-Wünsche, dass der sonst eher introvertierte Hoffnungsträger fortan Gesangsunterricht nahm und mit 29 erst richtig mit dem ambitionierten Singen anfing.
 
Und jetzt also: Profession Musiker. "Es macht einfach unheimlich viel Spaß sein Hobby zum Beruf zu machen", sagt Ronny Weiland. Bleibt der erlernte Beruf dabei die beruhigende Rückversicherung? "Auf jeden Fall, ich weiß ja nicht, was jetzt passiert. Bist du in dieser Situation studierter Musiker, dann musst du es auf Biegen und Brechen versuchen. Ich hingegen könnte zurück in meinen Lehrberuf, wenn es denn mal nicht so gut laufen sollte". Tja, wenn! Nicht sehr wahrscheinlich. Zumal sein Einstieg ins Showbiz zwar einen makabren Anlass, aber durchaus auch etwas Versöhnliches hat. Es begann mit den ersten Worten, die Rebroff und Weiland wechselten. "Ich hatte ihm ein paar Aufnahmen von mir geschickt", erzählt der Thüringer, "und eines Tages bekam ich einen Anruf von ihm. Er fragte: Wissen Sie, wer Sie gerade anruft? Ich tippte auf Dieter-Thomas Heck; er lachte. Es war Rebroff. Wir verabredeten uns, aber dann wurde er krank und sein Management fragte mich, ob ich ihn vertreten könne. Ich sagte zu ohne zu ahnen, dass aus den zwei, drei Konzerten eine Gedächtnistour für ihn werden könnte."

Ivan Rebroff starb kurz nach dieser ersten Begegnung. Würdiger als Ronny Weiland hätte ihm wohl niemand die letzte Ehre erweisen können, weshalb er inzwischen auch mit Rebroffs einstigem Begleit-Ensemble "Sabawa" tourt. Ansonsten wäre die wunderbare Nische, die Ivan geschaffen hat, leider heute unbesetzt. Dass Weiland sie füllen würde, zeichnete sich sehr bald ab: 2007 siegte er beim Casting "Superstar der Volksmusik, 2008 folgte die erste kleine Tournee und 2009 schließlich ein Engagement zur Weihnachtstour mit Michael Hirte & Friends. Im Newcomer-Wettbewerb der MDR-Show "Gesagt ist gesagt" setzte sich Ronny Weiland im Sommer 2010 mit sage und schreibe 53% gegen seine vier Mitbewerber durch und sicherte sich mit seinem spektakulären Sieg auch noch einen gefeierten Auftritt bei der "Krone der Volksmusik", DEM Genre-Highlight des Jahres, als eine der bemerkenswertesten Entdeckungen 2010! Im Sommer 2011 tourte Ronny Weiland erneut mit Michael Hirte, im Herbst 2011 ist er mit dem Ensemble SABAWA auf Kirchenkonzert-Tournee und ab Ende November 2011 – direkt im Anschluss an die Veröffentlichung seines Debüt-Albums – ist Ronny Weiland mit Marianne & Michael bei ihrer "Alpenländischen Weihnacht" unterwegs.

Bleibt eine letzte, heikle Frage: Warum faszinieren uns russische Klänge – und tun sie das im Westen genauso wie im Osten, wo die beiden Teile Deutschlands doch eine so unterschiedliche Geschichte mit Russland verbindet? "Zum einen lässt sich die russische Sprache mit ihren Vokalen ganz anders zum Klingen bringen als die deutsche", startet Ronny Weiland unverfänglich, "außerdem umgibt sie eine unbeschreibliche Mystik. Wenn ich meine Lieder in der Kirche singe, dann kann ich regelrecht beobachten, wie die Leute Gänsehaut kriegen. Das ist im Westen so wie im Osten. Es sind aber mittlerweile auch gut 20 Jahre vergangen seit der Wende. Hätte ich diese Lieder damals im Osten gesungen, dann hätten bestimmt manche Leute gesagt: Ach nee, das hatten wir jetzt 40 Jahre, wollen wir nicht mehr. Es gibt im Osten mit all seinen Problemen, mit der Arbeitslosigkeit und der Erkenntnis, dass der Westen gar nicht so golden ist wie vermutet, eine Art der Rückerinnerung. Man entdeckt dort seit einiger Zeit eben auch Musik wieder, die jahrelang abgemeldet war. Meine Lieder gehören dazu."

Steht die deutsche Seele der russischen etwa viel näher als man im amerikanisierten Westen lange Zeit zu glauben wagte? "Kann ich nicht beurteilen", sagt Ronny Weiland, "aber die West-Orientierung ist aus der deutschen Geschichte ja nur logisch, besonders in der Popmusik. Alles singt englisch, klar. Für mich ist das nicht schlecht, da habe ich mit meinen russischen Liedern so etwas wie einen Exotenbonus". Und dann nippt er am Kaffee und guckt so, als habe er einen Bonus nötig. Zum allerersten Mal glauben wir ihm nicht.

Ronny Weilands Debüt-Album "Russische Seele" erschien am 25. November 2011.

LIVE-Termine:

30.11.2011    Rotenburg a. F. - Göbel Hotels Arena   (öffentliche Generalprobe) 
01.12.2011    Siegburg - Rhein-Sieg-Halle 
02.12.2011    Pforzheim - Congress Centrum 
03.12.2011    Würzburg - Congress Centrum 
04.12.2011    Trier - Europahalle 
08.12.2011    Cottbus - Stadthalle 
09.12.2011    Halle (Saale) - Händelhalle 
10.12.2011    Suhl - CCS 
11.12.2011    Leipzig - Gewandhaus 
14.12.2011    Siegen - Siegerlandhalle 
15.12.2011    Oldenburg - EWE-Arena 
16.12.2011    Minden - Kampa Halle 
17.12.2011    Saarbrücken - Saarlandhalle 
18.12.2011    Göppingen - Stadthalle 
19.12.2011    Niedernhausen - Rhein-Main-Theater 
20.12.2011    Darmstadt - Darmstadtium 
21.12.2011    Heilbronn - Harmonie 
04.01.2012    Freiberg - Nicolaikirche 
05.01.2012    Köthen - St. Agnus 
06.01.2012    Halle/Saale - Ulrichkirche 
07.01.2012    Rodewisch - St. Petri Kirche 
08.01.2012    Chemnitz- Markuskirche 
13.01.2012    Bad Schmiedeberg - Kursaal 
14.01.2012    Gardelegen - Schützenhaus 
15.01.2012    Ballenstedt - Schloßtheaterr   

Mehr Infos unter www.ronny-weiland.de.

 


Veröffentlicht am: 01.12.2011

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