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Harff reist: Mulhouse – die Männerstadt

Zugegeben, es gibt schönere Städte als das elsässische Mulhouse – oder auf Deutsch: Mühlhausen. Die Stadt mit ihren 252.000 Einwohnern ist sehr alt, wurde bereits 803 erstmals urkundlich erwähnt, war einst Kaiserstadt und wurde vor allem dank seiner Stoffindustrie reich. Hier fuhr die erste Eisenbahn durch das Elsass, auf französisch Alsace.

Heute ist Peugeot der größte Arbeitgeber der Stadt, die im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde. Die Spuren wurden vor noch gar nicht so langer Zeit entgültig beseitigt. Heute ist Mulhouse eine kleine, feine und moderne Stadt. Mehrere hochmoderne Straßenbahnlinien durchziehen die Stadt. Warum die Stadt, um die sich einst Römer und Germanen, später Franzosen und Deutsche, immer wieder stritten, Cäsar, Napoleon Bonaparte und Reichskanzler von Bismark mögen, sollte man sich von einem der kompetenten Stadtführer erläutern lassen.

Mulhouse wurde schon immer von Handwerk und Industrie geprägt. Das spiegelt sich auch in der Museumslandschaft wieder. Highlights ist das Nationale Automuseum/Sammlung Schlumpf. Das Cité I Automobile – Musée national Collection Schlumpf – beherbergt 400 Autos aus aller Welt. Der Schwerpunkt liegt sicherlich auf Wagen aus Frankreich – auf der mehr als 25.000 qm großen Ausstellungsfläche wird – so zumindest der Eindruck – fast jedes je in Frankreich gebaute Auto präsentiert. Daneben glänzen deutsche und weitere internationale Marken mit den Bugatti und Co. um die Wette. Einziges osteuropäisches Auto ist übriges ein Trabant, den die Museumsleute neben eine „Ente“ (2CV) gestellt haben.

Bemerkenswert ist, wie kreativ die Autobauer vor Jahrzehnten schon waren und wie groß selbst in den Kinderjahren des Automobilbaus der Drang nach Luxus war. Es gibt aber auch interessante Modelle, die ihrer Zeit weit voraus waren. So wurde schon in den dreißiger Jahren in Frankreich ein Auto konstruiert, dass auf 100 Kilometern weniger als vier Liter Kraftstoff verbrauchte. Auch das Vorbild für den legendären Messerschmidt Kabinenroller kann man im Automuseum bestaunen. Kleinwagen entwarf sogar Bugatti, der ja eher für Luxuskarossen und Rennboliden bekannt sind

Solche Fahrzeuge, darunter den ersten vollverkleideten Bugatti-Rennwagen kann der Besucher in der Rennwagenhalle bestaunen. Ausgestellt sind hier sowohl die Mercedes Silberpfeile als auch die Ferraris und Renaults unserer Tage.



Wer von Juli bis September nach Mulhouse reist, sollte das Museum am Wochenende besuchen, dann werden Autos auf der museumseigenen Piste vorgeführt. Übrigens: Alle Texte sind in französisch, englisch und deutsch abgefasst – keine Selbstverständlichkeit in Frankreich. Das Cité I Automobile – Musée national Collection Schlumpf ist ganz bequem mit der Straßenbahn 1 zu erreichen.

Die Straßenbahn-Linie 3 bringt den Besucher fast vor die Tür des Cité du Train – Musée francais du Chemin de Fer. Das erst 2010 eröffnete Eisenbahn-Museum lädt zu einem Bummel über die „Bahnsteige der Geschichte“. Der beginnt bei den ersten Lokomotiven, die über französische Gleise dampften und endet bei solchen, die noch heute ihren Dienst tun. Darunter ist auch eine aus der Design-Abteilung von Bugatti.

Dazwischen kann man Loks und andere Zugfahrzeuge sowie zahlreiche Waggons, darunter den des ehemaligen französischen Präsidenten Charles de Gaule bewundern. Die Ausstellungsmachen haben sich sehr viel Mühe gegeben, eine authentische Bahnhofsatmosphäre zu schaffen. Das ist sehr eindrucksvoll gelungen. Sehenswert sind auch die am Rande aufgestellten Versatzstücke wie Sitzbänke, Karren, Bahnhofsuhren und vieles mehr.

Zwei Tipps: Im Winter warm anziehen, denn die Bahnhofs- sprich Museumshalle ist nicht beheizt. Außerdem sollte man den elektronischen Museumsführer nutzen, da die französischsprachigen Beschriftungen sehr knapp gehalten sind.

Beide Museen sind mit einer Eintrittskarte zu einem Normalpreis von 17,50 Euro zu besichtigen. Sie sind in der Winterzeit täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Stolz ist man in Mulhouse auch auf sein Stoffmuseum – das Musée de I Impression sur Etoffels. Allerdings hinkt man hier, was die Museumsgestaltung betrifft, den beiden anderen Museen deutlich hinterher. Sehr sehenswert ist das Tapetenmuseum – Musée du Papier Peint – im benachbarten Rixheim. Mit dem 18. Bus ist es in 20 Minuten ab Hauptbahnhof zu erreichen. Achtung: Am Dienstag ist das Museum geschlossen.

Wem nach so viel historischem entspannen will, dem sei ein Bummel durch das weihnachtlich illuminierte Mulhouse und seinen Weihnachtsmarkt empfohlen.

Mulhouse, gelegen im Dreiländereck Frankreich, Deutschland Schweiz, ist von Basel, Straßburg oder der Schwarzwaldregion um Freiburg mit dem Zug oder dem Auto in nur wenigen Minuten zu erreichen. Mit dem erst 2010 in Dienst gestellten Straßenbahn-Zug erreicht man die 20 Kilometer entfernte Stadt Thann. Die Weinstraße und die Vogesen sind so sehr umweltfreundlich zu erkunden.

Übrigens: Die Straßenbahnfahrkarten müssen vorher am Automaten gelöst werden. Wie das geht, ist auch auf deutsch und englisch erläutert. Busfahrscheine gibt es beim Fahrer.

Ab dem 12. Dezember wird der Hochgeschwindigkeitszug TGV Rhein-Rhône auch in Mulhouse halten. Hoffentlich gibt es dann endlich eine Gepäckaufbewahrung oder entsprechende Automaten. Die sucht der Reisende nämlich bisher auf dem Bahnhof vergebens.

 


Veröffentlicht am: 07.12.2011

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