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24.11.2017

 

 

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Harff trifft: Robert Leitl - Chef von Amplifon Deutschland

Die italienische Amplifon-Gruppe gehört nach eigenen Angaben mit mehr als 7000 Geschäften auf fünf Kontinenten zu den weltweit führenden Hörgeräteakustikern. Seit 2008 ist Robert Leitl Geschäftsführer der Amplifon Deutschland GmbH, nachdem er zuvor neun Jahre den In- und Auslandsvertrieb einer der größten Optiker Deutschlands verantwortet hat.

genussmaenner.de-Chefredakteur Helmut Harff sprach mit Robert Leitl - Chef von Amplifon Deutschland - kurz vor Silvester unter anderem über die Gefahren beim Benutzen von Feuerwerk für das Gehör.

Herr Leitl, Amplifon bezeichnet sich als weltweit führenden Filialisten im Bereich Hörgeräte-Akustik. In Deutschland sind andere Mitwettbewerber viel präsenter. Ist das nur eine Werbeaussage?

Robert Leitl:
Nein, da hätten unsere Mitwettbewerber schon etwas dagegen. Ihre Beobachtung stimmt aber, wir sind in Deutschland vorerst noch die Nummer 3 und vor allem in den Großstädten präsent. Weltweit findet man uns in den 18 wichtigsten Ländern und auf allen Kontinenten.

In Deutschland, vor allen in den größeren Städten, stolpert man schon fast über Hörgeräteakustiker. Ist da überhaupt noch Platz für die jetzige Nummer 3?
Robert Leitl:
Sicherlich ist die Zahl der Hörgeräteakustiker in den vergangenen Jahren gestiegen, doch der Bedarf ist sehr groß. Er ist derzeit nur zu 18 Prozent ausgeschöpft. Da bleibt uns allen noch viel zu tun.

Wie darf ich das mit dem hohen Bedarf verstehen? Gehen die Menschen nicht so selbstverständlich zu einem Hörgeräteakustiker wie beispielsweise zu einem Optiker?

Robert Leitl:
Ja, leider ist das so. Die Menschen warten häufig viel zu lange. Während eine Brille längst gesellschaftlich akzeptiert ist, trifft das leider auf ein Hörgerät nicht zu. Hier ist die emotionale Hemmschwelle deutlich höher - und das mit negativen Folgen.

Gut, die Leute hören schlechter. Das kann im Beruf und im Straßenverkehr sehr unangenehm sein. Doch dann kommt das Hörgerät eben etwas später. Was ist so schlimm daran?
Robert Leitl:
Wer nicht richtig hört, kann eine Gefahr im Straßenverkehr und im Beruf darstellen. Viele Menschen, die nicht mehr richtig hören, ziehen sich aber auch aus dem gesellschaftlichen Leben zurück mit der Folge der Selbstisolierung. Das ist aber alles mit einem Hörgerät zu richten. Vorausgesetzt, der Betroffene wartet nicht zu lange. Dann hat das Gehirn nämlich verlernt, Sprache zu verstehen. Deshalb ist eine frühzeitige Versorgung so wichtig. Nur so kann Betroffenen eine hohe Lebensqualität erhalten werden.

Nun tritt eine Verschlechterung des Gehörs in den meisten Fällen nicht von heut auf jetzt auf. Woran erkennt man, dass man schlechter hört als man sollte?
Robert Leitl:
Das bemerken andere Menschen häufig eher als der Betroffene selbst. Allerdings nur, wenn sie genauer hinsehen.

Worauf sollte man achten?
Robert Leitl:
Auffällig verhalten sich Menschen mit Hörproblemen beispielsweise bei Unterhaltungen. Reden mehrere Menschen, so bekommen sie immer weniger mit. Gleiches gilt für Unterhaltungen im Restaurant, eigentlich immer da, wo viele Menschen reden.

Wie merkt es der Betroffene selber?
Robert Leitl:
Ein erstes Anzeichen ist häufig, wenn Betroffene den Fernseher immer lauter stellen müssen, um der Sendung oder dem Film folgen zu können. Wer viel Musik hört, merkt es daran, dass er hohe Töne immer schlechter wahrnimmt. Im Gespräch hört ein Mensch mit entsprechenden Problemen zuerst Konsonanten immer schlechter. All das sind Alarmzeichen, bei denen unbedingt ein Hörgeräteakustiker aufgesucht werden muss, der einen kostenlosen Hörtest durchführt.

Gibt es eigentlich ähnlich der Lesebrille Hörgeräte von der Stange?
Robert Leitl:
Nein, man kann ein Hörgerät auch nicht mit einer Lesebrille vergleichen, eher mit Kontaktlinsen. Menschen mit Hörproblemen brauchen eine intensive Beratung und sollten sich bei einem Hörgeräteakustiker in Ruhe beraten lassen

Brillen muss man vollständig selber zahlen. Wie ist das bei Hörgeräten?
Robert Leitl:
Das ist für die Betroffenen besser als für Brillenträger. Die gesetzlichen und Ersatzkrankenkassen zahlen 360 bis 410 Euro als Basisversorgung.

Was gibt es über die Basisversorgung hinaus?
Robert Leitl:
Sehr vieles - aber nicht jeder braucht alles. Gefragt sind hochleistungsfähige In-Ohr-Hörgeräte, die über eine drahtlose Verbindung beispielsweise zum Fernseher verfügen. Moderne Geräte bieten viele technische Features wie zum Beispiel Nebengeräuschunterdrückung oder die Erkennung, aus welcher Richtung der jeweilige Gesprächspartner spricht.

Wie teuer sind solche Hightech-Geräte?
Robert Leitl:
Diese Geräte liegen in einem Preisrahmen von
1.500 bis 2.500 Euro.

Silvester steht vor der Tür. Da wird es laut - zu laut für das Gehör?
Robert Leitl:
Das hängt selbstverständlich davon ab, wie weit der Betreffende von den Knallkörpern weg ist. Tatsache ist aber leider, dass viele Menschen zu Silvester Hörschäden erleiden. Wir sprechen von einem Knalltrauma, wenn ein Silvesterböller in unmittelbarer Nähe detoniert. Solche Schäden sind zumeist irreversibel, es kann sogar zum totalen Hörverlust kommen. Doch nicht nur Silvester birgt Gefahren für das sehr sensible Gehörorgan. Gefahrenpunkte sind Rockkonzerte, Diskotheken oder sehr laute Sportveranstaltungen. Auch zu laut gehörte Musik über den Kopfhörer gefährdet das Ohr.

Wie kann man sich vor solchen Schäden schützen, ohne mit unförmigen Ohrschützern vom Bau zur Silvesterparty oder zum Rockkonzert zu gehen?

Robert Leitl:
Hier kann der Hörgeräteakustiker hervorragend mit einem individuell angepassten Hörschutz helfen. Wichtig ist, dass der Gehörgang frei ist. Hierfür kann unter Umständen ein Besuch beim HNO-Arzt notwendig werden.

Kann  man mit so einem Teil im Ohr überhaupt noch richtig hören?
Robert Leitl:
Ganz sicher. Viele Jäger benutzen zum Beispiel solch einen individuell angepassten Gehörschutz. Jäger müssen sehr gut hören, um das Wild überhaupt auszumachen, allerdings ist das Ohr beim Schuss einer extremen Belastung ausgesetzt. Der individuelle Gehörschutz ist hier eine wunderbare Lösung.

Nun sprechen wir die ganze Zeit von Hörgeräteakustikern. In dieser Branche gibt es wie überall viele gute und einige schwarze Schafe. Wie vermeide ich einen Besuch bei letzteren?
Robert Leitl:
Hörgeräteakustik-Betriebe sind Handwerksbetriebe die von einem Meister geführt werden müssen. Das garantiert schon einmal eine recht hohe Qualität. Darüber hinaus ist die persönliche Kompetenz des Beraters ein Kriterium. Ist man davon nicht überzeugt, sollte man das Geschäft wechseln. Bevor man sich letztlich für den Kauf eines Gerätes entscheidet, sollte es die Möglichkeit geben, verschiedene Geräte Probe zu tragen.

 


Veröffentlicht am: 03.01.2012

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