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Berlinale - eine Schauspielermesse

Für das cineastische Publikum ist die Berlinale ein Schlaraffenland: Der passionierte Kinogänger kann sich an Filmen so richtig "satt essen" – beziehungsweise satt sehen. Für die Protagonisten, die es auf die Berlinale-Leinwände geschafft haben oder dort einmal agieren möchten, ist die Berlinale eine Jobbörse per exellance.

Wie hier Jobsuchende, nämlich Schauspieler, und Jobanbieter, nämlich Regisseure und Produzenten, zueinander gebracht werden, beobachtete genussmaenner.de-Chefredakteur Helmut Harff dieses Jahr in Berlin.

In der „BMW Golden Bear Lounge“ im Hyatt-Hotel treffen sich nicht nur die Stars wie Christopher Lee oder Nastasia Kinski. Nein hierher luden auch die Agenturen ten4you und Ute Matthies zu einem Schaulaufen ein und viele Schauspielerinnen und Schauspieler, Regisseure und andere Filmschaffende sowie Pressevertreter folgten dem Ruf.

ten4you – in Kooperation erfolgreicher

ten4you besteht seit dem Jahr 2000 und ist als professionelle und kooperativ arbeitende Schauspieleragentur eine Ausnahme in der Branche: Sie ist die einzige Agentur, bei der die 21 Schauspielerinnen und Schauspieler alle organisatorischen, logistischen und inhaltlichen Fragen gemeinsam entscheiden, ausführen und mittragen.  Das ist einmalig auf dem europäischen Festland.

Stephan Bürgi (Jahrgang 1966, Foto re.) gehört zu den sich selbst vermarktenden Mimen. Er findet das Konstrukt für sich und seine Kollegen sehr interessant: Sie benötigen keinen Agenten, der ja immer auch seine eigene Sicht der Dinge hat – welche nicht immer mit der des Schauspielers identisch sein muss. „Wenn sich Schauspieler selbst vermarkten“, so Stephan Bürgi, „dann wissen Sie genau, worauf es für sie ankommt.“ Andererseits aber muss nicht jeder Schauspieler selber mit den potentiellen Arbeitgebern selbst verhandeln.

Für Kornelia Lüdorff (Jahrgang 1971, Foto li.) hat das einen klaren Vorteil: „Man kann durchaus noch mal über die angebotenen Konditionen nachdenken und gemeinsam mit den anderen analysieren. Gut, dass man nicht alles selber entscheidet.“ Ein Blick von Außen ist für die Theaterschauspielerin immer von Vorteil. Sie nutzt die Berlinale zur Pflege und zum Aufbau von Kontakten. Ihr Ziel ist der verstärkte Eintritt ins Filmgeschäft. Kornelia Lüdorff schätzt es, mit der Kamera zu flirten, mit ihr zu verschmelzen. Auch, dass im Film eher die kleinen Gesten, das Heben eine Augenbraue im Gegensatz zur eher großen Geste auf der Bühne gefragt sind, begeistert sie. Demnächst steht sie erst einmal in Bonn auf der Bühne. Und natürlich hofft Kornelia Lüdorff auf interessante Filmangebote.

Agentur Matthies – die klassische Agentur

Die Agentur Matthies hat zahlreiche namhafte Schauspielerinnen und Schauspieler in ihrer Kartei. Chefin Ute Matthies kennt das Filmbusiness von beiden Seiten: Sie vermittelte  jahrelang beim Arbeitsamt Berlin Künstler bei der Zentralen Bühnen- und Fernsehvermittlung (ZBF) Berlin und sie arbeitete vor ihrer Selbstständigkeit sieben Jahre im Produktionsbereich der Filmproduktion UFA.

Immer wieder vermittelt Ute Matthies zum Beispiel Christof  Düro (Jahrgang 1963) interessante Rollen. Für ihn ist die Berlinale, wie für wohl alle Kollegen, ein guter und wichtiger Ort zu Kontaktpflege. Sie ist für den grauhaarigen Mimen eher Messe, denn Festival. Und selbstverständlich pendelt auch er von Kino zu Kino. Christof  Düro interessiert sich vor allem für solche Streifen, die es nie in unsere Kinos schaffen. Er, der auch an der IFS Köln lehrt und Workshops für die Wirtschaft abhält, ist froh, sein Geld nicht nur mit seiner Kreativität verdienen zu müssen. Er steht gern auf der Bühne und liebt weniger Rollen in Serien. Christof  Düro: „Das ist eine Lösung, wenn es mit der Kohle knapp ist.“

Lisa Hahn (Jahrgang 1980) wurde von Ute Matthies ebenfalls unter ihre Fittiche genommen. Sie ist viel auf der Berlinale unterwegs, von Festivalkino zu Festivalkino, immer  auf der Suche nach cineastischen Goldstücken, von Partys zu PR-Terminen und umgekehrt. Da können die Tage schon einmal lang werden. Doch wer lange Tage am Filmset steht, den kann so etwas wohl nicht schocken. Für die junge Schauspielerin ist es wichtig, viele Kontakte auf der Berlinale aufzufrischen und möglichst viele interessante Menschen kennenzulernen.

Seit kurzem gehört auch die renommierte Schauspielerin Karin Düwel (Jahrgang 1954) zur Klientel von Ute Matthies. Wir zogen uns mit der blonden Schauspielerin auf einen Kaffee zum Gespräch zurück:

Sie hatten vor wenigen Tagen Geburtstag, dazu herzlichen Glückwunsch.
Karin Düwel:
Vielen Dank.

Schauspielerinnen wollen ja immer jung bleiben, sagt man. Was bedeutet es für Sie, älter zu werden?

Karin Düwel:
Sehr viel, endlich bin ich in dem Alter, dass ich die Oma-Rollen spielen darf.

Was ist daran so erstrebenswert?
Karin Düwel:
In den vergangenen Jahren war es schwer für mich, Rollen zu bekommen. Für die Oma-Rollen war ich noch zu jung, für die Mutter oder gar die Liebhaberin zu alt. Da blieben lediglich kleine Rollen als Sekretärin oder ähnliche.

Heiß das, dass Sie nicht gerade gut gebucht waren?
Karin Düwel:
Na ja, es hätte besser laufen können. Allerdings konnte ich gerade drei Monate Theater in Bozen spielen. Das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Ist die Berlinale für Schauspieler weniger ein cineastische Veranstaltung und mehr eine Jobbörse?

Karin Düwel:
Es ist beides. Sicherlich sehe ich mir diverse Filme an. Die Berlinale ist, wie auch dieser Termin, als Kontaktbörse ungeheuer wichtig. Man trifft hier sehr viele Leute, pflegt Kontakte und es kommen täglich neue dazu.

Wo werden wir Sie in dem neuen Rollenverständnis zu sehen bekommen?
Karin Düwel:
Ich beginne gerade mit den Dreharbeiten für die Serie "Wege zum Glück". Ein Jahr lang werde ich nun Tag für Tag eine Folge drehen. Darauf freue ich mich sehr.

Dann wird Ihnen sicherlich auch nicht mehr passieren, was ich vor einiger Zeit auf dem Berliner S-Bahnhof beobachtete. Dort standen Sie und warteten auf die Bahn und keiner hat Sie wahrgenommen. Beachten, kennen die Deutschen ihre Schauspieler nicht?
Karin Düwel:
Nein, das ist nicht so. Mir passiert es allerdings häufiger, dass mich die Menschen erkennen, aber nicht so genau wissen, woher. Es ist auch bemerkenswert, dass man eher erkannt wird, wenn man Fernsehwerbung macht oder in einer Serie präsent ist, als wenn man ein große Filmrolle hat. Es kommt aber auch darauf an, wie man sich präsentiert. Man kann sich so hinstellen, dass einen die Leute beachten oder eben auch nicht. Aber, ich glaube, dass die Deutschen Ihre Schauspieler mögen und auch kennen.

Übrigens: BMW als Sponsor der 62. Berlinale fuhr mit seiner Shuttle-Flotte die kleinen und großen Starr von einem zum, anderen Event und direkt bis an den roten Teppich.

 


Veröffentlicht am: 15.02.2012

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