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28.06.2017

 

 

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Aufgespießt: Politisch korrekt Reisen

(Helmut Harff / Chefredakteur) In Berlin trafen sich auf der Internationalen Tourismusbörse ITB gerade Reiseanbieter, Reisefachleute, Journalisten und Reiselustige. Immer wieder steht die Frage im Raum: Wohin kann man und wohin soll man Reisen? Dabei wird auch immer wieder die Frage diskutiert, wohin kann man, wohin soll man aus political correctness nicht reisen?

Die Meinungen gehen dabei weit auseinander: Politische Gutmenschen wollen, dass der Reisende mit seinem guten Euro keine bösen Diktatoren unterstützt. Da stellt sich gleich die Frage, welche Länder als Diktaturen zu bezeichnen sind. Diese Einschätzungen ändern sich ja laufend, sieht man einmal von Nordkorea und einigen wenigen anderen Staaten ab. Aber was ist mit Ländern wie China oder beispielsweise den Arabischen Emiraten, die auch nicht gerade mit demokratischen Strukturen glänzen.

Wie politisch korrekt ist es, die Staaten des "Arabischen Frühlings" zu bereisen? Für einige Staaten gibt es Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, andere sind unsicher, einige nicht unsicherer als vor ein oder zwei Jahren. Dann gibt es Staaten, die nach unserer Einschätzung auf einem guten Weg sind, wie beispielsweise Myramar. Unterstützen hier unsere Euro demokratische Bestrebungen oder sorgen wir mit unseren Reisen zumindest für mehr Arbeitsplätze in diesen Ländern?

Ein großes Thema sind auch Reisen nach Griechenland. Die Griechenland-Halle auf der ITB war leider nicht die am besten besuchte und die Touristikanbieter aus Hellas werden nicht müde, ihr Land anzupreisen. Warum auch nicht? Was hat sich für den Griechenland-Reisenden geändert? Schön, die Mehrwertsteuer in Griechenland ist gestiegen, doch die Preise für Griechenland-Reisen fallen. Die Griechen sind nach wie vor ein freundliches Volk und das weiß sehr wohl zwischen den politischen Entscheidungen vom Merkel und Schäuble und dem Urlauber zu unterschieden.

Wohin nun Reisen? Sicherlich sollte man seinen Urlaub nicht in Länder verbringen, für die Reisewarnungen bestehen oder wo regelmäßig Reisende entführt oder ermordet werden. Doch was ist mit Ländern wie der Ukraine oder Aserbaidschan? Sollen hier nur Fußball- und Schlagerfans hinfahren? Oder nicht mal die?

Mit der political correctness ist das so eine Sache. Ich glaube, dass man kein Regime in Schwierigkeiten bringt, in dem man das Land nicht bereist. Wer glaubt denn, die DDR hätte zehn Jahre früher die Schlagbäume endgültig hochgemacht, wenn keiner die "Brüder und Schwestern" im Osten besucht hätte. Ganz im Gegenteil: Jeder Besucher - und darauf sollte man bei Reisen in weniger demokratische Staaten achten - ist auch ein Botschafter. Sie transportieren unsere Wertevorstellungen, bringen Informationen zu Menschen, die sonst davon mehr oder weniger abgeschnitten sind. Völlig politisch unkorrekt ist, den Griechen und anderen finanziell angeschlagenen Staaten jetzt den Rücken zu kehren. Die reichen Bayern besuchen ja auch die armen Berliner und sicher viele Arbeitsplätze in der armen Bundeshauptstadt.

Mein Tipp: Zuviel political correctness kann schnell in das Gegenteil umschlagen und den Menschen in den Staaten mit zwielichtigen Herrschern mehr schaden als nutzen.

 


Veröffentlicht am: 12.03.2012

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