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26.03.2017

 

 

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Streifzüge durch das Murnauer Moos

1000 verschiedene Blütenpflanzen, Farne und Moose. Und 4000 Tierarten, die hier zuhause sind. Wer zum Streifzug durchs Murnauer Moos aufbricht, wandert durch das größte Alpenrandmoor Mitteleuropas und macht mit der beeindruckenden Artenvielfalt Bekanntschaft, die sich hier über die Jahrtausende entwickelt hat. Von Mai bis Oktober leiten ausgewiesene Experten Gäste durch das streng geschützte Naturidyll – und zum neuen Aussichtsstadel, von dem aus man den Blick über die weite Ebene bis hin zu den majestätischen Alpengipfeln schweifen lässt.

Dr. Helmut Hermann kennt das Murnauer Moos mit seiner 23 Quadratkilometer großen Kernfläche wie seinen eigenen Vorgarten. Seit 15 Jahren führt der Biologe durch die einzigartige Landschaft und zurück in die Eiszeit. Denn das Murnauer Moos entstand, als der Loisachgletscher schmolz, sich das Wasser im Becken sammelte und der einstige See verlandete. Der Experte erklärt naturkundliche Zusammenhänge und öffnet die Augen für die Besonderheiten des Moores, das je nach Jahreszeit in den unterschiedlichsten Nuancen schillert.

Im Frühjahr verwandeln blaue Schwertlilien das Gebiet in ein buntes Farbenmeer. Wenn die Knabenkräuter blühen, leuchtet die Ebene in Rosa und Lila, bevor die rostroten Seggengräser den Herbst ankündigen. „Die Landschaft präsentiert sich immer wieder neu“, schwärmt auch Traudl Bergmeister, die den Gästen auf ihren Führungen Nieder- und Hochmoor als Erlebnis näher bringt. Gern präsentiert sie den Sonnentau – eine fleischfressende Pflanze, die Insekten verspeist. Hier, wo Kreuzotter und Ringelnatter, Dachs und Iltis, Klappergrasmücke und Wachtelkönig zuhause sind, wählt sie ihre Routen je nach Jahreszeit und Wetterlage. „Mal ist ein Gebiet wegen der Bodenbrüter gesperrt, mal würde man auf einigen Pfaden schlicht versinken, weil es zu viel geregnet hat“, sagt sie.

Besonders lohnend ist der Abstecher zum neuen Aussichtsstadel, der auf 600 Metern über dem Meeresspiegel errichtet wurde und einen herrlichen Blick über die intakte Moorebene bis zu den Berggipfeln am Horizont eröffnet. Wer’s genauer wissen möchte, studiert die Panorama-Tafel und identifiziert von Ost nach West Jochberg, Dreitorspitze, Herzogstand, Wettersteingebirge und Ammergauer Alpen.

Die Führung unter dem Titel „Von Bulten, Drischen und Köcheln“ mit Dr. Helmut Hermann dauert fünf Stunden und kostet vier Euro mit bzw. sechs Euro ohne Kurkarte. Das dreistündige „Erlebnis Nieder- und  Hochmoor“ mit Traudl Bergmeister gibt’s für vier bzw. fünf Euro. Selbstverständlich können Urlauber auch alleine ins Murnauer Moos aufbrechen. Ein zwölf Kilometer langer, gesicherter Rundweg ermöglicht jederzeit individuelle Erkundungstouren.

Das Murnauer Moos ist übrigens ganz aktuell im Rahmen der vom Landkreis Garmisch-Partenkirchen eingereichten Bewerbung „Wiesen und Moorlandschaften des Werdenfelser Landes“ als UNESCO Weltkulturerbe für die bayerische Vorauswahl benannt worden.

Über das Blaue Land

Das Blaue Land erstreckt sich ca. 70 Kilometer südlich von München zwischen Staffelsee und Riegsee. Zentrum ist das Künstlerstädtchen Murnau, in dem sich Wassily Kandinsky und Gabriele Münter vor gut 100 Jahren niederließen. Gemeinsam mit Weggefährten revolutionierten sie von hier aus die Kunst. Die Expressionisten waren es übrigens auch, die sich so angetan zeigten vom wunderbaren Spiel der Farben und des Lichts, dass sie dem Fleckchen Erde den Titel „Blaues Land“ verliehen.

Copyright:
Tourist-Information Murnau
Foto:
Martin Doll

 


Veröffentlicht am: 24.04.2012

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