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26.04.2017

 

 

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Aufgespießt: Teure Gesundheit

(Helmut Harff / Chefredakteur) Krank will niemand werden, Schmerzen will erst recht keiner erdulden. Das muss auch niemand in Deutschland. Schließlich sind wir alle krankenversichert und wir haben eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. So weit, so gut. Doch stimmen diese Aussagen?

Klar stimmt es, dass niemand erkranken oder unter Schmerzen leiden will. Es stimmt auch, dass es eine Pflicht zur Krankenversicherung gibt. Doch damit ist vielfach Schluss mit dem Hochglanz-Bild.

Wer wie ich von bösartigen Grippeviren heimgesucht wird, versucht zumeist einen Arztbesuch zu vermeiden. Was soll man da auch? Außer einigen guten Tipps und dem Hinweis auf frei erhältliche Mittel aus der Apotheke gibt es noch den Rat, wiederzukommen, wenn es schlimmer wird. Die 10 Euro Praxisgebühr für diese "Behandlung" kann man sich sparen.

Bleibt der Blick in meinen heimischen Arzneischrank. Der gibt auch nicht viel her - außer abgelaufenen Medikamenten ist dort nicht viel zu finden. Also bleibt mir nur der Weg in die Apotheke, und das mit Fieber, wackligen Knien und Reibeisenstimme. Doch was aus dem umfangreichen Grippemittel-Regal hilft? Das aus der Werbung? Das was man kennt? Was braucht man überhaupt? Die letzte Hoffnung ist die Frau oder der Mann im weißen Kittel hinter dem Tresen.

Der empfiehlt nach der Frage, ob ich andere Medikamente nehme, verschiedene Mittel. Ich nehme sie, ganz egal was es ist, Hauptsache sie helfen. Dann der Schock: 30 Euro sind fällig! Zahlt das nicht die Kasse? Nein, das sind alles rezeptfreie Mittel. Die sind nicht nur rezeptfrei, sie wirken auch nicht wie erhofft. Also erneut in die Apotheke, schließlich muss etwas anderes her und der Arzt ist schon im Wochenende. Mit neuen Mittel, alten Schmerzen und um 25 Euro ärmer flüchtet man sich wieder ins Bett. Wäre man doch nur zum Arzt gegangen.

Doch man ist ja krankenversichert und da gibt es den Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung. Eine gute Einrichtung! Hier kann man mit einem Arzt sprechen oder einen solchen ins Haus kommen lassen. So ganz ohne Blaulicht, diskret sozusagen. Nur 10 Euro mobile Praxisgebühr werden fällig. Dafür gibt es eine Untersuchung, gute Ratschläge und Antibiotika. Nun geht es der Grippe so richtig an den Kragen und zwei Tage später ist der Spuk fast schon wieder vorbei.

Doch ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Die Krankheit hat mich 65 Euro gekostet. Gut, dafür hat habe ich vier Tage kaum etwas gegessen, drei Kilo abgenommen und einige Tage völlig abstinent gelebt. Doch man stelle sich einmal vor, dass passiert jemand, der sich mit seinem Gehalt oder seiner Rente gerade so über Wasser halten kann oder der von HartzIV leben muss. Der ist mit so einer Grippe das Wirtschaftsgeld für eine ganze Woche los.

Kann das sein, dass sich Menschen in diesem Land die Frage stellen müssen: Schmerzen oder Essen?

Mein Tipp ist heute eher ein Gedanke: Die so viel bemühte soziale Hängematte kann manchmal ziemlich schmerzhaft sein. Seinen Sie froh darüber, 65 Euro mal so ausgeben zu können.

Ach ja, bei mir kratzt es nur noch ein wenig im Hals und vielen Dank an alle gut beratenden Apotheker und den ärztlichen Notdienst.

 


Veröffentlicht am: 30.04.2012

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