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Landpartie mit Eiszeitflair – CTOURisten unterwegs

(Margrit Manz) Zu einer Presseexkursion der besonderen Art waren am 12. September 2012 die Journalisten von CTOUR eingeladen. Vom Eberswalder Bahnhof ging es per Bus durch die schon herbstlich anmutende Landschaft quer durch die Schorfheide zum Geopark am Oderrand und zur alten Mühle in Gross-Ziehten. Schon auf dem Vorplatz wies ein lebensgrosses Mammut den Weg zur Erlebnis- und Ausstellungsstätte in der historischen Dampfmühle.

„Eine Region taut auf – Eiszeitgeologie hautnah“ ist das Motto, mit dem die Schorfheide ihre Vergangenheit, die letzte Eiszeit vor 15 000 Jahren, präsentiert. In einem nachgebildeten Gletschertunnel beginnt die spannende und gut gekühlte Zeitreise. Zu erfahren ist, wie das Eis die Landschaft geformt hat, wie Fossilien entstanden sind und wie die Findlinge aus dem hohen Norden Europas den Weg in unsere Breiten fanden. Gletschereis, Schmelzwasser und Wind formten diese Jungmoränenlandschaft im Geopark. Die hier besonders modellhaft ausgebildete Eiszeitlandschaft hat gleichsam für Laien und Experten eine geohistorische Bedeutung. Warum und seit wann es Eiszeiten gibt, ist nicht nur als Ergänzung für den Lehrstoff der Schulen interessant, sondern auch für alle diejenigen, die anschaulich die Geschichte dieser Region verstehen wollen.

Das fast vollständig abgegrenzte Weltnaturerbegebiet von 590 Hektar hat auch in der jüngsten Vergangenheit eine entscheidende Rolle gespielt. Seit hunderten von Jahren hat der Grumsin nahezu flächendeckend als Laubwald überdauert. In Zeiten der DDR war dieses Gebiet der Staatsjagd vorbehalten und somit nur als schraffierte Fläche auf den Strassenkarten verzeichnet. Das Tabu, dieses Gebiet zu betreten, kam den seltenen Tierarten zugute, ebenso dem Baumbestand. Ein hoher Altholzanteil blieb erhalten, der wiederum dem naturschutzfachlichen Wert der Grumsiner Buchenwälder diente.

Im Jahr 2003 errangen erstmalig vier deutsche Geoparks den Titel „Nationaler Geopark“. Seit 2006 gehört der Geopark „Eiszeitland am Oderrand“ zum Netzwerk von inzwischen 13 Nationalen Geoparks in Deutschland, darunter der Kyffhäuser, die Schwäbische Alb, das Vulkanland Eifel etc. Geoparks sind nicht nur wichtig für die Wirtschaft der Region, sondern schaffen im ganzjährigen Tourismusbetrieb auch Arbeitsplätze für die Anwohner.
2011 erhielt das Biosphärenreservat als ökologische Modellregion den Titel UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin.

Das Projekt, die historische Dampfmühle und die Ausstellung zum UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin, wurde durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin entwickelt. Auf ausgeschilderten Routen werden geführte Touren angeboten, u. a. zum nachgebildeten Steinschlägerplatz in den Ihlowbergen, zur aus Findlingen gebauten Sonnenuhr, zu Summ- und Wortsteinen. Projektpartner sind das Amt Joachimsthal und die polnische Gemeinde Moryn. Auflage der Gewährung von finanziellen Mitteln aus dem EU-Topf „Grenzübergreifende Zusammenarbeit“ waren Partner auf polnischer Seite, die thematisch ähnliche Projekte realisieren. Die Finanzierung erstreckt sich von 2007-2013. Genau geachtet wird dabei auf eine zielgerichtete Umsetzung und die Nachhaltigkeit des Projekts. Mit über 1,5 Millionen Euro gefördert, das entspricht etwa 85 % des Gesamtvolumens, wird eine rasche touristische Erschliessung erwartet, sowie gebührende Einnahmen, ohne dem Weltnaturerbe im Wald und auf den Wanderwegen zu sehr auf die Füsse zu treten.

Im Gespräch mit der Tourismus-Bereichsleiterin des Landkreis Barnim Sabine Grassow, der Koordinatorin Christine Nieter, dem Leiter des Biosphärenreservates Dr. Hartmut Kretschmer, sowie dem Landtagsabgeordneten Dr. Michael Luthardt wurde sowohl über Erfolge berichtet, als auch von Schwierigkeiten, diese erst einmal recht abgelegene Region zur touristischen Attraktion werden zu lassen. Auf einem gemeinsamen Rundgang über Höhenzüge, vorbei an Waldseen und Mooren zur Aussichtsplattform an der Kiesgrube erhält man einen wohl einmaligen Blick in einen noch aktiven Tagebau, sowie in Sperlingsherberge auf eine als Blockpackung ausgeprägte Endmoräne. Und schliesslich führt die Tour durch den Buchenwald, der den Titel Weltnaturerbe erhalten hat, wobei er mit seinen 150 Jahren fast noch zu jung dafür ist. Sonst müssen Buchen schon ihre 300 Jahre vorweisen.

Nachzuweisen ist jedoch, dass dieser Wald etwas einmaliges nicht nur in Europa darstellt, sondern in der ganzen Welt seinesgleichen sucht. Für den Erhalt und das Gedeihen dieses Naturschatzes ist es jetzt jedoch notwendig, die Natur sich selbst zu überlassen und keine Eingriffe von Menschenhand mehr vorzunehmen. Jeder Eingriff, selbst die gutgemeinten Korrekturen, ziehen manchmal Folgen nach sich, die sich keiner gewünscht hatte. Die klimatischen Veränderungen tun ihr Übriges. In trockenen Zeiten wachsen Bäume auf den Moorlandschaften, die dann bei langanhaltenden Regenzeiten umkippen und irgendwann wieder Teil des Bodens werden. So entsteht ein neuer Urwald. Heute weiss man, dass die Aussaat viel besser über die Luft funktioniert oder über Wurzeltriebe. Sie sorgen für einen natürlichen Waldbestand, der genau der Bodenbeschaffenheit und den klimatischen Voraussetzungen angepasst ist. Und schlussendlich spielt beim Baumbestand eines Waldes auch der Wasserhaushalt eine Rolle.

Nach der schönsten Jahreszeit dieser Region befragt, kann sich Dr. Luthardt nur schwer entscheiden. Im Frühjahr sind Buschwindröschen, Waldmeister, Flatter- und Perlgras zu finden, im Sommer kühlende Schatten unter den dichten Kronen der Buche und natürlich verzaubert der Herbst mit seinen warmen Gelb- und Brauntönen den Wald, bevor eisige Winde die Farbenpracht wieder von den Zweigen wehen. Mit anderen Worten, eine Wandertour durch die Schorfheide z. B. zu Pinnowseen und Silkebuche, zum Werbellinkanal oder Elsenauer Forst lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

Ausserdem sind in den Senken, Mooren und auf den Höhenzügen noch seltene Tierarten zu beobachten. Seeadler, Schwarzstorch und Kranich gelten als die ornithologischen Raritäten der Region.

Die Tourismus-Bereichsleiterin Sabine Grassow macht noch auf die Spezialitäten der Region aufmerksam. Wer kennt sie nicht die Eberswalder Wurst mit grünem Gütesiegel. Aber wer weiss schon, dass 1832 der Berliner Konditor und Lebküchler Gustav Louis Zietemann, die Genehmigung erwirkte, sich als Konditor in Eberswalde niederzulassen und dort erstmals Eberswalder Spritzkuchen anzubieten. Wir haben dieser Region also einiges zu danken:
Vom Mammut Namens „Georg“ bis zur Erfindung des Spritzkuchens.

Fotos: Christine Nieter, Amt Joachimsthal

 


Veröffentlicht am: 17.09.2012

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