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Eine Winterreise in Porzellan

Bei dem Wort „Winter“ denken heute wohl die meisten von uns an schneeglatte Straßen, an pampig-grauen Schneematsch in den von Autos durchpflügten Städten und an Zugverspätungen. Wie anders, wenn wir das Wort „Winterreise“ hören: Man denkt an wohlig warme Zugabteile, durch deren Eisblumen gesäumte Fenster man jauchzende Kinder auf Schlitten beobachtet, an bratapfelrote Frostwangen, die über einem Glas Punsch glühen, an Schlittschuhläuferinnen, denen man bewundernd zuschaut, während sie anmutig, die Hände in einem Muff geborgen, ihre Kreise ziehen.

„Eine Winterreise“, so ist die neueste Ausstellung überschrieben, die das Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger am 22. November eröffnet und damit das Publikum einlädt, sich an den romantischen und wohl auch manchmal nostalgischen Freuden der kältesten der vier Jahreszeiten zu ergötzen. Die Kustodin des Porzellanikons, Petra Werner, ist dafür ins Archiv von Europas größtem Porzellanmuseum gegangen und wurde mehr als fündig. Denn Royal Copenhagen, Nymphenburg, Meissen®, Fürstenberg, Firmen wie beispielsweise Hutschenreuther, Rosenthal, Villeroy & Boch, das Unternehmen Goebel oder die Porzellanfabrik Gebrüder Metzler & Ortloff haben sich in der Vergangenheit und bis heute immer wieder von der romantischen Seite des Winters inspirieren lassen. Nicht unbedingt verwunderlich, ist doch deren Grundwerkstoff, das Porzellan, schneeweiß. Was die Farben der Porzellanmaler deshalb umso prächtiger in den winterlichen Motiven brillieren lässt.

Doch das Porzellanikon wäre nicht das Haus, das wir alle kennen, wenn man mit dem Thema nicht auch eine ganz spezielle Inszenierung ersonnen hätte: Porzellan wird man hier nie einfach nur auf Sockellandschaften präsentiert bekommen. Stets sind die Themen eingebettet in Ausstellungsarchitekturen, die helfen, uns zu entführen in die Welten, die die Figurinen und Porzellangeschirre vorgeben. Den winterblauen Himmel über der weißen Landschaft symbolisieren die Stofffarben in der Ausstellung. Die einzelnen Themen wie verschneite Winterlandschaften und die Tiere des Winters, festliche Tafeln, die winterlichen Vergnügen der Kinder und der Sportler, das behagliche Haus, von loderndem Kaminfeuer erhellt und mit behaglichen Möbeln und Dekorationen ausgestattet, natürlich das große Thema Weihnachten und so manches mehr subsumiert sich unter der „Winterreise“ und dem, was Künstlerinnen und Künstler zwischen etwa 1900 und heute in Porzellan gestaltet haben.

Weiße Vitrinen, weiße Sockel, weiß „verschneite“ Bäume, ein Biedermeier-Wohnzimmer und üppig gedeckte Tische, schließlich der unvermeidliche, prächtig geschmückte Christbaum und die Musik der Schubertschen Winterreise nehmen uns mit und illustrieren eine Jahreszeit, die weit mehr zu bieten hat als das heutzutage zentral gesetzte Weihnachtsfest. Deshalb geht die Ausstellung „Eine Winterreise“ auch so lange, bis der Winter (allzumal im Fichtelgebirge!) dann wieder vorbei sein wird, nämlich bis zum 10. März 2013. Wussten Sie, wie schön der Winter ist? Nach dem Ausstellungsbesuch im Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger wird sich die Zahl der Winter-Fans ganz gewiss rapide steigern!

Porzellanikon Hohenberg
Deutsches PorzellanMuseum
Schirndinger Straße 48
95691 Hohenberg
Tel.: 09233 – 772211
dpm@porzellanikon.org
www.porzellanikon.org

 


Veröffentlicht am: 08.11.2012

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