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23.07.2017

 

 

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Mein Freund – der Nadelbaum!

Die Holzwirtschaft liebt den Nadelbaum – und ist in Sorge: „Was man beim Weihnachtsbaumkauf kaum vermutet: Deutschlands Wäldern gehen die Nadelbäume aus“, sagt Dr. Denny Ohnesorge, studierter Forstwirt und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR). Beim Waldumbau, der in Deutschland seit einigen Jahrzehnten praktiziert wird, kommen nach Ansicht der Holzexperten Nadelbäume seit Jahren zu kurz, denn es wird lediglich die Pflanzung von Laubbäumen, zum Beispiel der Buche, gefördert.

Der Klimawandel wird jedoch zu größeren Witterungsextremen und Trockenheit führen, so dass die Buche insbesondere in Bundesländern mit geringen Niederschlägen wie Brandenburg künftig gefährdet sein kann. Heute ist der Anteil an Nadelbäumen in der jungen Waldgeneration der bis 20-jährigen Bäume bereits auf weniger als 30 Prozent gesunken. Wie sich der künftige Mangel auswirken wird, bekommt die deutsche Holzwirtschaft heute schon zu spüren: Deutschland ist seit 2009 Nettoimporteur von Nadelholz. Das heißt, es wird mehr Nadelholz zur Verarbeitung importiert als exportiert. Erste Unter-nehmen schließen ihre Standorte und wandern nach Osteuropa ab, wo es genügend Nadelwälder gibt.

Auch der renommierte Wissenschaftler Prof. Dr. Hermann Spellmann, Leiter der nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, ist ein Freund des Nadelbaums: „Der Nadelholzanteil der Wälder sollte mindestens 50 Prozent betragen. Nur mit einem gut gemischten Wald können wir den ökonomischen und ökologischen Herausforderungen des Klimawandels annähernd begegnen.“ Gefordert ist die Politik. Ohnesorge: „Um die Wertschöpfung in Deutschland zu halten, muss das Rohstoffangebot im Inland gesichert werden. Andernfalls machen wir uns abhängig von Importen. Die Landes- und Bundesforsten sollten im öffentlichen Wald neben ökologischen Gesichtspunkten auch den aktuellen und künftigen Bedarf der Gesellschaft an Holzrohstoff berücksichtigen und wieder mehr Nadelbäume verjüngen.“

Wichtig für die gute Weihnachtsstimmung: Es geht hier nicht um den weihnachtlichen Tannen-baum. Die Tanne steht meist als Synonym für alle Nadelbäume. Die uns bekannten Weihnachtsbäume kommen zum überwiegenden Teil von Plantagen – oft aus dem Ausland, wie zum Beispiel Dänemark. Bei uns wachsen vor allem: Fichte, Kiefer, Weißtanne, Douglasie oder auch die Küstentanne. „Und davon brauchen wir mehr, um wirklich ökologisch und klimafreundlich bauen zu können“, sagt Ohnesorge.

Darum sind die Nadelbäume so wertvoll:

Sie machen gute Produkte: Nadelholz ist oft leichter und gleichzeitig tragfähiger als sein Pendant, das Laubholz. Dachstühle bei Häusern und Spanplatten für Möbel können technisch und wirtschaftlich oft nur aus Nadelholz hergestellt werden. Auch hochwertiges Papier für Hochglanzmagazine würde es ohne Nadelholz nicht geben. Der Nadelholzanteil in den gängigen Holzprodukten beträgt zwischen 70 und 90 Prozent.

Sie schützen das Klima: Nadelholzprodukte wie beispielsweise Bauholz haben oft eine längere Lebensdauer als die Produkte aus Laubholz. Sie binden den Kohlenstoff des Klimagases CO2 weitaus länger als die meisten Laubholzprodukte. Baumarten wie Douglasie und Tanne sind zu-dem klimaresistenter und bereiten unsere Wälder in Mischung mit Laubholz am besten auf den Klimawandel vor.

Sie sorgen für Wohlstand: Nadelholz ist wichtigster Holzrohstoff Deutschlands und extrem produktiv: Während Eiche und Buche einen jährlichen Zuwachs von acht beziehungsweise bis 15 Kubikmetern aufweisen, bringen es Fichte und Douglasie bis auf weit über 20 Kubikmeter pro Jahr und Hektar (etwa Fußballfeldgröße). Die deutsche Holzwirtschaft beschäftigt vor allem dank des wertvollen Nadelholzes in über 70.000 Betrieben etwa 750.000 Menschen und macht einen Umsatz von rund 100 Milliarden Euro im Jahr.

Sie beleben den Menschen: Verschiedene Nadelbäume dienen als Heilpflanzen in der Naturheilkunde und Medizin. Die ätherischen Öle der Blätter von Baumarten wie Fichte oder Kiefer wirken desinfizierend und erfrischend. Sie werden deshalb als Inhalationsmittel und als aromatisch-würziger Saunaduft verwendet.

Foto: fotolia/AGR

 


Veröffentlicht am: 18.12.2012

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