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27.07.2017

 

 

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Kein Stress mit Stress

Horst Kraemer zählt zu den Pionieren im Bereich Stressbekämpfung (seit 1982 beschäftigt er sich mit den Auswirkungen von Stress, Burn-out und Traumata). Er hat mit seiner langjährigen Erfahrung als Coach und Dozent den Praxis-Ratgeber "Soforthilfe bei Stress und Burn-out" (Kösel-Verlag) für die direkte Selbsthilfe zusammengestellt. Passend zum Ratgeber kam die Audio CD auf den Markt. Sie ist als klassische Audio CD bzw. zum Download im mp3 Format erhältlich.

Hintergrund: Nach dem großen Erfolg des Buches „Soforthilfe bei Stress und Burn-out“ aus dem Kösel Verlag wurde „Soforthilfe bei Stress und Burn-out - Das Praxisbuch“ herausgegeben. Für viele Leser war es äußerst hilfreich, das Wechselspiel zwischen stresserzeugenden Mustern und den eigenen körperlichen und psychischen Reaktionen zu verstehen. Nach der Lektüre stellte sich sehr schnell die Frage: Wie kann ich die erwähnten praktischen Übungen erlernen und gezielt umsetzen? Dafür sind die von Autor gesprochenen Übungen zur praktischen Anwendung hilfreich und in den Alltag zu integrieren.

genussmaenner.de sprach mit Horst Kraemer.

Herr Kraemer, zuerst kommt logischerweise unsere Männerfrage: Brennen Männer anders als Frauen aus?
Horst Kraemer:
Der neurobiologische Vorgang, der mit der dauernden Überlastung einhergeht,  ist bei allen Menschen gleich. Frauen nehmen aber häufig früher medizinische und therapeutische Hilfe in Anspruch und haben eher jemanden,  dem sie ihre Sorgen mitteilen. Viele Männer wollen um jeden Preis durchhalten, der Hyperaktive sein und fallen erst durch die Intervention des Chefs oder über starke körperliche Einschränkungen wie zum Beispiel Infarkte aus.

Welcher Typ Mann ist besonders gefährdet?
Horst Kraemer:
In erster Linie sind es die Perfektionisten, die immer alles Geben und dann irgendwann nicht mehr runterschalten können.

Was wollen die Leute in der Regel von Ihnen zuerst wissen, wenn Sie zu Ihren Vorträgen, Coachings oder Lesungen kommen?
Horst Kraemer:
Wie lange brauche ich, bis ich wieder aus einem Burn-Out Zustand herausfinde und mit welchen Methoden gelingt es?

Sie haben unter anderem gesagt: Jeder kann aus einem Burn-Out Zustand innerhalb von fünf Tagen heraus kommen. Klingt das nicht für einen Betroffenen extrem unwahrscheinlich?
Horst Kraemer:
Ja aus dem Zusammenhang gerissen, könnte das im ersten Schreckmoment so verstanden werden. Und diese These (die nachweisbar realistisch ist)  soll auch aufrütteln, ganz bewusst zur Selbstverantwortung hin führen.

Dann fangen wir doch mal von vorne an. Plötzlich ist Burn-out als extreme Folge von Stressbelastung da. Was ist zu tun?
Horst Kraemer:
Unter Stress versteht man das Ungleichgewicht zwischen Antriebshormonen und Entspannungsstoffen.  Ab einem gewissen Stresspegel kommen wir durch die Hormonsituation in einen Extremzustand, dann funktioniert nichts mehr wie vorher. Häufig führt Extremstress  sogar bis zum Realitätsverlust. Stress ist zudem immer ein innerer, körperlicher Prozess, abhängig von der persönlichen Einstellung und wie Belastung persönlich bewertet wird. Dieser innere Prozess findet im Gehirn statt und kann daher auch nur dort gelöst werden. Nur äußere Belastungen verhindern zu wollen ist als Prävention kontraproduktiv. Mit weniger Arbeiten, Erholungsphasen oder typischen Gesundheitskuren ist es einfach nicht getan. 

Was dann?
Horst Kraemer:
Da wird es sportlich. Die zentralen Fragen, die man sich stellen muss sind zum Beispiel: Wo stehe ich aktuell und welche Kompensationsmechanismen haben sich herausgebildet? Welche Ausgleichsfaktoren können die Stresserlebnisse regulieren, wie bilden sich "Stressspeicher" und mit welchen Methoden kann man das Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung beeinflussen?  Modernes Stressmanagement setzt immer beim einzelnen Menschen an. Dieser muss erkennen, dass er selbst die Verantwortung für sich selbst hat und feststellen, ob seine Lebensbalance gestört ist. Die Balancefaktoren Körper - Beziehungsleben - Arbeit - Freizeit - Muße im Leben sollen in ihrem Verhältnis untereinander ausgeglichen sein und man muss dafür bewusst die Verantwortung für sich selbst übernehmen.

Digitalisierung, Globalisierung etc. Sind die Unternehmen schuld, unsere Arbeitswelt mit dem Multitasking Ansatz, den keiner lange durchhält?
Horst Kraemer:
Ja es ist immer leicht zu sagen, diese Struktur, das da draußen ist komplett schuld an meiner Überforderung. Da macht es sich „Mann“ aber zu einfach. Wichtig ist es einfach sich mit offenen Augen umzusehen und von draußen auf das eigene Umfeld zu blicken. Im Unternehmen können Vorgesetze mit gutem Beispiel vorangehen, sich selbst realistisch einschätzen und eigene Kräfte nicht sinnlos vergeuden. Unklare Führung, verwirrende Kommunikation, ständig steigende Anforderungen bei Zeit- und Personal-Verknappung fordern ihren Tribut. Es geht  somit künftig immer mehr darum, den Wert von tatsächlicher Stresskompetenz zu begreifen, sich mit körperlichen und psychischen Auswirkungen, mit Kommunikationsverhalten auseinanderzusetzen und Gegenstrategien zu erlernen.

Ihre Tipps für ein sinnvolles Projektmanagement gegen den Stress?
Horst Kraemer:
In lediglich ein paar kurze Sätze gepackt, wäre das ein unseriöser Ansatz. Stresskompetenz muss man und kann man jedoch erlernen und wenn man will auch zum persönlichen Projektmanagement machen.  Das beginnt definitiv mit der selbstkristischen Analyse und mündet in die regelmässige Überprüfung der Ziele.

Infos zum Praxisbuch: als Paperback sowie als ebook im Kösel Verlag erschienen. Die Audio CD Neuroimagination über http://shop.brainjoin.de/.  genussmaenner.de verlost(der Rechtsweg ist ausgeschlossen) zum Jahresende drei Exemplare der Audio CD. Möchten Sie eine CD gewinnen? Eine Mail an hharff@genussmaenner.de genügt.

 


Veröffentlicht am: 18.12.2012

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