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Wien: Eröffnung Stadtpalais Liechtenstein

Im Frühjahr 2013, nach vier Jahren umfassender Renovierungsarbeiten, wird das Stadtpalais Liechtenstein, das als erstes bedeutendes Bauwerk des Hochbarocks in Wien gilt, in neuem Glanz erstrahlen.

Das Stadtpalais Liechtenstein im 1. Bezirk gehört, neben dem Gartenpalais im 9. Bezirk, zum Besitz der Fürstlichen Familie Liechtenstein. Es befindet sich in der Bankgasse in bester Wiener Innenstadtlage in der Nähe der Ringstraße, gleich neben Burgtheater und Volksgarten. Die Fertigstellung der aufwändigen Renovierungsarbeiten ist für Frühjahr 2013 angesetzt.
 
Die beiden Obergeschosse des Stadtpalais verfügen über eine der schönsten barocken Prunkstiegen Wiens. In den Prunkräumen fügen sich barocke Stuckdecken mit üppigem Neo-Rokoko-Interieur, der Original-Möblierung, kostbaren Seidenbespannungen sowie den raffinierten Parkettböden Michael Thonets zu einem harmonischen Ganzen und eröffnen Einblicke in vergangene Epochen. Im Hof wurde ein dreigeschossiger Tiefspeicher errichtet, der die in Wien befindlichen Schätze der Fürstlichen Sammlungen verwahren wird. Ausgewählte Kunstwerke des Biedermeier und Klassizismus aus der privaten Kunstsammlung des Fürsten von und zu Liechtenstein werden im Rahmen von Veranstaltungen oder gebuchten Führungen durch das Palais zu besichtigen sein. Zudem bieten die Prunkräume des Stadtpalais exklusive Veranstaltungsflächen.
 
Der Bau des Stadtpalais Liechtenstein begann 1691 im Auftrag von Dominik Andreas Graf Kaunitz nach Plänen von Enrico Zuccalli. 1694 ließ Fürst Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein den Bau von Domenico Martinelli vollenden, der an der Frontseite zur Bankgasse das erste monumentale Barockportal Wiens schuf. Fürst Alois II. von Liechtenstein ließ das Palais von 1836 bis 1847 im Stil des „Zweiten Rokoko" umgestalten, damit entstand das früheste und bedeutendste Interieur dieser Stilrichtung in Wien. Berühmt war das Gebäude im 19. Jahrhundert auch wegen seiner technischen Raffinessen: Aufzugsanlage über vier Stockwerke, hausinterne Sprechanlage mit Korrespondenzschläuchen aus Kautschuk und Seide, Heißluftheizung mit kunstvoll in Wandverkleidungen integrierten Ausblasöffnungen. Im Zweiten Weltkrieg führten Bombentreffer und ein in das Dach gestürztes Flugzeug zu schweren Schäden. Die Instandsetzung konnte wegen großer Vermögensverluste der Familie im Zusammenhang mit und nach den Kriegsereignissen erst 1974/76 erfolgen.
 
Stadtpalais Liechtenstein
Bankgasse 9
1010 Wien
www.palaisliechtenstein.com

Foto: Palais Liechtenstein GmbH / Fotomanufaktur Grünwald

 


Veröffentlicht am: 31.12.2012

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