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23.03.2017

 

 

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Dornröschen "Virgl"


Einmal im Jahr öffnen die Kunst- und Naturdenkmalschützer sonst verschlossene Bauten und Gärten. In Bozen wird 2013 der Virgl unter die Lupe genommen, botanisch und kunsthistorisch.
 
Das Wochenende vom 23.-24. März 2013 steht in ganz Italien im Zeichen der Wertschätzung von Raritäten und Schätzen - eine seltene Gelegenheit des Besuchs von Schauplätzen, die sich ansonsten vor den Blicken Neugieriger verschließen bzw. erst gar nicht zugänglich sind. Mit dieser Aktion richtet der FAI (Fondo Ambiente Italiano) immer wieder die Aufmerksamkeit auf schützenswertes Kultur- und Naturerbe.

Der Bozner FAI-Ableger will in der diesjährigen Ausgabe, übrigens bereits die 21., den Virgl richtig ins Licht rücken: den felsigen Hügel am östlichen Rand der Stadt, mit seinen zwei zu unrecht wenig besuchten Kirchen und seiner außerordentlichen Flora und Fauna.

Wir sprachen mit Simona Kettmeir, der Präsidentin des FAI Bozen.

Kunst und Geschichte standen bisher im Vordergrund. Wieso einen ganzen Hügel herzeigen?
Simona Kettmeir:
Wir merken zunehmend, dass Kultur nicht ohne Landschaft einhergeht und dass diese Landschaft eingebettet ist in eine Umwelt, die ebenso schützenswert ist wie die menschengemachten Denkmäler, die darin errichtet wurden. Der „Virgl“ ist ein Felsvorsprung an jener Talseite, die Bozens Gäste, aber auch die Bewohner der Stadt vernachlässigen. Völlig zu Unrecht.
 
Warum? Was verbirgt „Bozens kleiner Stadtberg“?
Simona Kettmeir:
Wir haben die FAI-Tage 2013 in Bozen betitelt mit „Virgl: Glaube, Geschichte, Natur“. Wir wollen die Geschichte des Virgls nachzeichnen, von den ersten Menschensiedlungen bis zum Mittelalter. Es gibt dazu eine Menge interessanter archäologischer Funde. 

Die Archäologen haben außerdem Beweise dafür gefunden, dass der Virgl schon in vorchristlicher Zeit ein „heiliger Ort“ war, an dem Rituale gefeiert wurden. Die Hochblüte der Frömmigkeit war aber sicherlich das Mittelalter, als man hier zwei bemerkenswerte Kirchen erbauen ließ. Es gibt auch Hinweise dafür, dass es am Virgl eine Quelle gab, deren Wasser man Heilungen zuschrieb. Im Mittelalter sollen Gläubige dieses wundersame Wasser sehr geschätzt haben (die Anekdote erzählt von einem Brunnen neben der heutigen St. Gertraud-Kirche in Haslach). Von dieser Angelegenheit überliefert sind nur Bruchstücke, viele dieser Geschichten sind aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Ein Grund mehr genauer hinzuschauen.

Und dann ist da noch die Natur, am Virgl völlig unangetastet, weil die Gegend wenig erschlossen und urbanisiert ist. Im Gegensatz zu Jenesien, Ritten und Kohlern befindet sich der Virgl im Dornröschenschlaf, wurde auch nicht mit modischen mediterranen Pflanzen wie Palmen, Jasmin und Bouganville bepflanzt. Das ist gut so, denn  so halten sich hier Pflanzensorten wie Erdbeerbaum, Buche, Eiche und eine Reihe von autochthonen Büschen. Gar nicht zu reden von den Rastplätzen der Zugvögel, die diesen einsamen Ort zu lieben scheinen.

 
Was bietet das Wochenende vom 22.-24. März am Virgl?
Simona Kettmeir:
Die BesucherInnen dürfen sich auf ungewöhnliche Einblicke freuen, auf Besichtigungen der St. Vigil Kapelle am Virgl, mit bemerkenswerten Fresken aus dem 14. Jahrhundert, und der nahen barocken Grabeskirche am Kalvarienberg. Begleitet wird man jeweils von Historikern und Kunsthistorikern. Außerdem gibt es botanische Führungen entlang der Virgl-Promenade, mit Experten der Forstbehörde und des Naturmuseums. Die Führungen für Interessierte finden am Samstagnachmittag, 23. März von 14 bis 18 Uhr statt und den ganzen Sonntag, 24. über von 10 bis 18 Uhr.
 
Verkehrsamt der Stadt Bozen
Tel.: +39 0471 307000
E-Mail: info@bolzano-bozen.it

Quelle: Maro und Partner

 


Veröffentlicht am: 30.01.2013

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