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30.03.2017

 

 

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Asien: Billionen-Trend im Reisemarkt

(Margrit Manz) Vom 6. bis 10. März 2013 präsentierten sich auf der ITB in Berlin 10.086 Aussteller aus 188 Ländern. Es kamen über 110.000 Fachbesucher nach Berlin, davon mehr als 43 Prozent aus dem Ausland. Der Anteil von Einkäufern aus den USA und dem Mittleren Osten sei in diesem Jahr leicht gestiegen, ist der Pressemitteilung der ITB zu entnehmen.

Beruhigend für die Messeleitung ist das positive Echo über die „ungebrochen hohe Qualität der Verkaufsgespräche und vermehrten Geschäftsabschlüsse“. Die Messe gilt nach wie vor als das weltweit grösste Treffen internationaler Tourismuspolitiker und Wirtschaftsführer.

Und auch die Besucherzahlen können sich sehen lassen. 170.000 Besucher konnten in die Berliner Hallen am Funkturm gelockt werden, wobei es diesmal weniger Fachbesucher als im Vorjahr gewesen sein sollen. Länder, die derzeit besonders mit der Wirtschaftskrise zu schaffen haben, schickten weniger Fachgäste nach Berlin.

Neu war in diesem Jahr, dass die Messebesucher auch Reisen direkt vor Ort buchen konnten. Das stimmte auch die Reiseveranstalter zufrieden. Für manche war es ein guter Test, zu prüfen, wie ihre Angebote ankamen. Über 60.000 Privatbesucher liessen sich von renommierten Veranstaltern, sowie Nischenanbietern über Trends und News informieren.

Indonesien war offizielles Partnerland der ITB. Der bevölkerungsreichste muslimische Staat der Welt präsentierte sich mit über 300 Tänzern, Musikern und Künstlern aus Kalimantan, Sumatra, Sulawesi, Papua, Jakarta und Java.

Laut einem ITB-Newsletter zeigte sich der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Jürgen Büchy, sehr zufrieden: "Die Tourismusbranche ist gut ins neue Reisejahr 2013 gestartet. Die positive Stimmung während der vergangenen Messetage ist dafür ebenso ein Indiz, wie die bereits eingegangenen Reisebuchungen in den ersten Monaten."

Leitmesse der Reisebranche gibt positive Signale

Die Zuwachsraten in der Tourismusindustrie sind beachtlich. Schätzt man, dass 1950 noch 25,3 Mio. Touristen weltweit unterwegs waren, waren es 1970 bereits 165,8 Mio., 1990 schon 436 Mio. und 2008 bereits 921,8 Mio. Jetzt hat die internationale Tourismusbranche die Marke von einer Milliarde Touristen weltweit geknackt, wie die United Nations World Tourism Organization (UNWTO) ermittelt hat. Auch die instabile Wirtschaftslage konnte demnach Reisefreudige nicht davon abhalten, fremde Länder und Kulturen zu besuchen. Europa gilt bisher noch als Tourismusziel Nr. 1. Der alte Kontinent wird von rund der Hälfte aller Touristen besucht. Doch wie auf anderen Gebieten auch, wird uns Asien demnächst überholen. Hier wird die Zuwachsrate auf 12,5 % pro Jahr geschätzt. Dabei kommen die meisten Besucher Asiens aus den anderen benachbarten asiatischen Regionen. Thailand konnte trotz der Flutkatastrophe 2011 einen neuen Touristenrekord verbuchen. Mit 19 Mio. kamen 3 Mio. mehr Reisende als noch im Jahr davor. 2,5 Mio. Touristen davon allein aus China. Ähnlich sehen die Zahlen der grossen chinesischen Touristengruppen in Malaysia aus. Vor allem Kuala Lumpur hat es ihnen angetan. Die Grossstädte gelten als Einkaufsparadies, so dass Metropolen wie Singapur, Hong Kong oder Bangkok weiterhin hoch im Kurs stehen werden.

Der Tourismusbranche in China steht ein goldenes Zeitalter bevor
Aber auch die Reisenden aus aller Welt nach China haben sich von 2000 bis 2008 von 8 Mio. auf 48 Mio. gesteigert. Derzeit steht China noch auf Platz 4 der meistbesuchten Länder. Davor rangieren noch Frankreich mit 80 Mio. pro Jahr, gefolgt von Spanien und den USA mit jeweils 60 Mio. 2015 wird China die Spitze der Rangliste einnehmen. Der Tourismus ist innerhalb einer kurzen Zeit zu einer Wirtschaftsmacht geworden, die nicht nur das Hotel- und Restaurantgewerbe einschliesst, sondern auch die Baubranche mit ihrem Strassen- und Schienenverkehr, sowie der Erweiterung von Flughäfen. Als Beispiel, wie sicher der Tourismusboom gilt, sei die Malaysische Air Asia erwähnt, die von 70 Flugzeugen in den nächsten Jahren auf 350 aufstocken wird.

In der Hauptstadt Peking wird bis Ende 2018 ein zweiter Flughafen gebaut werden mit einer geplanten Kapazität für 45 Mio. Passagiere. Gekoppelt an den Zubringer Airportexpress auf Schienen wurden schon 2012 in Peking über 81 Mio. Reisende gezählt. Bei dem oben genannten Wachstum von jährlich 12,5 % kann man mit einer weiteren Bewegung in die Billionen rechnen.

Das gibt es nur auf der ITB in Berlin - Reisen ohne Flugkosten, Packstress und Jetlag

Ich beginne meinen Rundgang in der Halle 26, die den asiatischen Ausstellern vorbehalten war. Im Gegensatz zu den Vorjahren schien es dort während der Fachmesse ruhiger zu laufen. In der Mitte der Halle wie immer die etwas behäbige Konstruktion eines chinesischen Palastes, mit den an den Aussenrändern kleinen gleichgeschalteten Ständen, sowie einem mit Tischen und Stühlen ausgestatteten Innenraum, der als Treffpunkt für Verkaufsgespräche dient. An einem der Stände erfuhr ich, dass sich von Jahr zu Jahr mehr Provinzen, Städte und Reiseveranstalter selbständig machen, die offizielle Chinarepräsentation verlassen und ihre eigenen Stände eröffnen. Geld sei vorhanden, wurde mir versichert. Sie möchten sich attraktiver und individueller auf der ITB vorstellen. Einer dieser neuen Pavillons gehört dem Wuxi Tourism Bureau. Der eigens zur Eröffnung angereiste Bürgermeister Fang Wei erzählte in bildreichen Worten von seiner Stadt am Kaiserkanal, auch „Klein Shanghai“ genannt. Mit gerade mal 6 Mio. Einwohnern zählt Wuxi eher zu den winzigen Städten, aber die Grösse wird von der 88 m hohen Buddha-Statue am Lingshan wettgemacht, sowie vom Jichang-Garten, der zu den berühmtesten Privatgärten Chinas zählt.

Beim Hong Kong-Stand fällt mir zuerst seine nüchtere Dekoration auf. Für eine Stadt, die im Wettstreit mit Shanghai liegt um den Ruf, die bedeutendste Designstadt zu werden, war das eher ein enttäuschender Auftritt. Auch die Anzahl der sich präsentierenden Luxus-Hotels habe sich zum Vorjahr halbiert, erfahre ich von einem Hotelier, der etwas verloren zwischen den Sitzbänken steht. „Die Schwergewichte wie das Peninsula und Marriot fehlen halt“, erklärt er, „aber die Verhandlungen und Abschlüsse finden heute nicht mehr auf den Messen statt, dafür organisieren wir spezielle Events für unsere Kunden mit grossem Dinner und Stadtrundfahrt“. Er fügt etwas leiser hinzu: „Der Markt ist eng geworden und die Konkurrenz zahlreicher, da muss man sich was einfallen lassen“

So insgesamt ist in der Chinahalle nicht der gewohnte Elan zu spüren, die Phantasie nicht in Schwung gebracht worden. Irgendwie ist das Werben um Besucher etwas abgekühlt. Schwer zu sagen, woran das liegen mag. Ob an den oben genannten Zahlen, die so oder so nach oben gehen oder an dem 2012 organisierte Kulturjahr Chinas in Deutschland, das nicht ganz die gewünschte Wirkung hatte.

Weiter geht es zu dem nächsten offiziellen Anlass: Im China Pavillon fand die feierliche Präsentation des neuen LOGOS der China National Tourism Administration (CNTA) „Beautiful China“ statt. Mit den roten chinesischen Schriftzeichen und dem schwarzen „Beautiful China“ auf hellblauem Grund, kommt das LOGO eher einem alten Siegel gleich. Wu Wenxue, der Leiter der chinesischen Delegation auf der ITB, verriet, dass „beim Entwurf des neuen Logos Generalsekretär Xi Jinping höchstpersönlich Pate gestanden habe“.

Jetzt muss ich doch mal an einem Stand nachfragen, warum es denn so still sei in der Chinahalle, und erfahre, dass während der Fachbesuchermesse keine Musik und andere Vorführungen erlaubt seien. In den angrenzenden Nachbarhallen zeigten dagegen Korea, Japan und das Partnerland Indonesien mit phantasievollen Kostümen, regionalen Tänzen, kulinarischen Spezialitäten und engagierten Ausstellern ein ganz anderes Gesicht von Asien.

Wieder zurück, bleibe ich am Stand von China Wuzhen Tourismus stehen und lasse mir von der Stadt, die als das Venedig Chinas gilt, erzählen. Ich erfahre, dass die 1200 Bewohner der Altstadt auf dem Wasser leben. „Ihre Häuser mit schwarzen Ziegeldächern stehen auf Pfählen aus Holz oder Stein. Dazwischen ziehen sich enge Gassen und Kanäle, die durch dreißig Steinbrücken verbunden sind.“ Ja, das mutet schon venezianisch an. Von Shanghai benötigt man mit dem Auto gerade einmal zwei Stunden bis Wuzhen. Doch es ist, ergänzt die chinesische Ausstellerin Yu Chen, als führe man direkt in Chinas Vergangenheit.

Einen ganz eigenwilligen Stand besuche ich, der sich Lao She Teehaus nennt. Hier könnte ich kulinarische Reisen buchen, erklärt die Angestellte. Ob ich das Teehaus kenne und seine Geschichte, fragt sie. Also: Im Stadtzentrum von Beijing, südwestlich vom Platz des Himmlischen Friedens, liegt das Lao She-Teehaus, benannt nach dem berühmten Schriftsteller Lao She und seinem ebenfalls berühmten Drama "Das Teehaus". Und weiter lese ich im Prospekt, dass „um die traditionelle chinesische Kultur wieder anzukurbeln, im Jahr 1988 beschlossen wurde, ein traditionelles Teehaus zu gründen. Dort kann man nicht nur Tee trinken, sondern auch Vorführungen der traditionellen Künste wie die Peking-Oper, den komischen Dialog, den Sprechgesang oder die Akrobatik bewundern.“ Die Räume des Hauses sind schlicht und traditionell eingerichtet und laden sofort ein, die verschiedensten Teesorten selber zu probieren. Ob an diesem Stand nun eines der interessantesten Ziele auf einer kulinarischen Reiseroute angeboten wird oder eine Hotelkette darstellt, erschliesst sich mir auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht ganz. Wahrscheinlich ist es beides.

Hans-Peter Gaul, Vorstandssprecher von CTOUR, und Margrit Manz im Gespräch mit LIU Guosheng, China Tours

Verabredet bin ich mit LIU Guosheng von China Tours, dem führenden Reiseveranstalter in Deutschland. In diesem Jahr feiert er sein 15-jähriges Jubiläum, u. a. mit einem Tag der Offenen Tür am 23. März im Hamburger Stammhaus. Der Erfolg des Unternehmens beruht auf seinen sorgfältig ausgesuchten Reisezielen in China und der individuellen Betreuung, um sowohl dem China-Einsteiger, als auch dem Landeskundigen das passende Programm auf den Leib zu schneidern. Ebenso wie extravagante Touren: Demnächst startet von Zürich eine Oldtimer Rallye nach Shanghai. Dahinter steht ohne Frage ein gewaltiges Logistikunternehmen und beste Kenntnis, um Autos und Insassen wohlbehalten ans Ziel zu bringen.

CTOUR plant zusammen mit LIU Guosheng einen jährlichen Round Table einzurichten, um über wichtige Fragen zur touristischen Entwicklung Chinas zu sprechen. Als Gast für die erste Runde soll Chen Ping, der neue chinesische Botschaftsrat für Kultur in Berlin hinzugewonnen werden.

Weiter geht es zur Verleihung des GO ASIA Award 2013, der diesmal auch in den Messehallen der ITB vergeben wurde. 13 ausgewählte Mitglieder von CTOUR, dem Club der Tourismus-Journalisten Berlin/Brandenburgeiner ermittelten den Gewinner des Sonderpreises „Innovativste Reise“. Die Jury wählte auf den 1. Platz die Geoplan Touristik GmbH mit ihrer Reise „Die sogenannte Achse des Bösen“. Knapp gefolgt auf dem zweiten Platz war ONE WORLD Reisen mit Sinnen „Timor Leste: Radeln, wandern und wundern“ und der dritte Preis ging an CAISSA (Touristik) AG „Mythos & Tradition – Unterwegs in Chinas überwältigendem Süden“. (Siehe extra Beitrag am 6. März von Regina Friedrich)

Last but not least erlebe ich in Halle 4 eine Premiere aus der Reihe SympathieMagazine „China verstehen“. Hinter dem simplen Titel verbirgt sich die ebenso einfache wie nachdrückliche Botschaft: Wie kann man den Wandel Chinas sichtbar und begreifbar machen? Petra Kiel, eine der engagierten Redakteurinnen beschreibt das so: „China hat sich stark verändert und die Menschen können mit dem Tempo kaum noch Schritt halten. Und dennoch bleibt immer Zeit für ein ausgiebiges, gemeinsames Essen mit Freunden oder Geschäftspartnern“. Darauf freue sie sich vor jeder ihrer Reisen nach China: „China ist und bleibt für mich immer eine Quelle an Entdeckungen“.

Ja, Reisen verbindet eben nicht nur Menschen und Länder, sondern auch die Kulturen.

Fotos:

Hans-Peter Gaul (2)

one billion voices
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Veröffentlicht am: 18.03.2013

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