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18.10.2017

 

 

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Harff trifft: Stefanie Peters - Unternehmerin

Stefanie Peters ist Gründerin und Geschäftsführerin von enable2grow – der ersten Wachstumsberatung für die digitale Wirtschaft. Seit 2008 war die fünfsprachige Diplom-Kauffrau mit MBA bereits als Beraterin und Führungskraft namhafter Internetunternehmen tätig. Zuvor war sie u.a. Principal bei The Boston Consulting Group. Als vierfache Mutter und Unternehmerin kennt sie den alltäglichen Spagat zwischen Kind und Karriere.

genussmaenner.de-Chefredakteur Helmut Harff sprach mit Stefanie Peters über ihre Forderung nach einer Arbeitswelt, die weibliche High Potentials in ihrer Lebensrealität abholt.

Sie sprechen sich für eine Frauenquote aus. Schaffen es Frauen nicht aus eigener Kraft in die Spitzenpositionen von Frauen?
Stefanie Peters:
Natürlich gibt es auch eine ganze Reihe von Frauen, die es ohne weitreichende Unterstützung in Führungspositionen geschafft haben. Ich habe aber im Verlauf meiner Karriere auch häufig genug beobachtet, dass viele sehr talentierte weibliche Nachwuchsmanager trotz hohem Engagements sich die Köpfe an der 'gläsernen Decke' zur Führungsetage kräftig gestoßen haben - mit zwei möglichen Konsequenzen: Entweder ließen sie irgendwann von ihren Ambitionen ab oder aber machten rigorose Einschnitte in ihrer persönlichen Lebensplanung, z.B. Verzicht auf eine Familie. - Die 'eigene Kraft' braucht Mann und Frau gleichermaßen in der Karriere, aber es müssen auch vergleichbare Voraussetzungen geschaffen werden, um diese Kraft zu entfalten.

Was müssen Frauen aus Ihrer Sicht mitbringen und machen, um auch ohne Quote in Spitzenpositionen der Wirtschaft aufzurücken?
Stefanie Peters:
Wie gesagt: Ich denke, dass es wirklich an der Zeit ist, eine Frauenquote einzuführen... Aber dann sind auch die Frauen gefragt, ihre Führungsverantwortung mit Selbstbewusstsein auszufüllen, das heißt: Selbstanspruch in der Vereinbarkeit von Karriere und Privatleben auf ein gesundes Maß setzen, Karriere strategischer planen, aktiv Unterstützer und Förderer finden, nicht nur auf Fachkompetenz sondern auch soziale Kompetenz im Berufsleben setzen -StichwortNetworking.

Man sagt ja den Männern nach, dass sie über ihre Netzwerke sich gegenseitig Top-Posten zuschustern. Wieso gibt es keine vergleichbaren Frauennetzwerke beziehungsweise wieso scheinen die nicht zu funktionieren?
Stefanie Peters:
Ja, in der Tat mangelt es immer noch an machtvollen Frauennetzwerken, obwohl sich hier in den letzten Jahren schon einiges getan hat. Männer haben es da wesentlich leichter, weil sie auf langtradierte und sehr mächtige Seilschaften zurückgreifen können. Hier sind nun die Frauen selbst gefragt. Denn auch Quotenregelungen schaffen keine stabilen Netzwerke für Frauen. Hier heisst es: Selbstbewusster auftreten, selbstverständlicher Unterstützung in der eigenen Karriere einfordern - aber auch, und das sage ich ganz klar - andere Frauen fördern und unterstützen! Da können wir uns also noch einiges von unseren männlichen Kollegen abgucken.

Was wird in Unternehmen passieren, wenn dort mehr Frauen im Aufsichtsrat oder gar in den operativen Chefetagen sitzen?
Stefanie Peters:
Objektiv gesagt: Es liegt dann an den Frauen, ihr Leadership bestmöglich, und in erster Linie zum Wohl der Unternehmen, einzusetzen. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir andere Managementstile sehen werden, v.a.: interdisziplinäres und ganzheitliches Denken und Handeln. Einen weiteren, insbesondere auch wirtschaftlichen, Mehrwert sehe ich im Pragmatismus dieser Frauen. Wer es schafft zwischen Kind und Kegel ein 24-7-Business erfolgreich am Laufen zu halten, denkt pragmatisch und bewältigt seine Aufgaben sehr effizient.

Heißt das, dass es keine Finanz- und Bankenkrise gegeben hätte, wenn die internationalen Banken alle von Frauen geleitet worden wären?
Stefanie Peters:
(Lacht) Nein. Es wäre doch recht absurd, wenn wir die Finanz- und Bankenkrise durch eine Genderdebatte und eine Quote lösen wollten. Aber ganz im Ernst: Ich bin ein großer Verfechter von heterogenen Gruppen. Gerade in der Beratung von Unternehmen erlebe ich es immer wieder, dass Management-Teams mit einem guten Mix an Frauen und Männern, Altersgruppen und auch Kulturen, wesentlich erfolgreicher arbeiten. Der Austausch unterschiedlicher Sichtweisen bringt kreativere und eher ganzheitliche Lösungen hervor.

Wir von genussmaenner.de setzten uns auch für eine Quote ein - für eine Männerquote. Wir sind dafür, dass es bei schlecht bezahlten und nicht gerade begehrten Berufen wie Kindergärtner, Grundschullehrer oder Verkäufer eine fünfzigprozentige Männerquote geben soll. Was halten Sie von der Idee?
Stefanie Peters:
Prima. Ich würde es sehr begrüßen, wenn mein vierjähriger Sohn miterleben könnte, dass es ganz natürlich weibliche UND männliche Kindergärtner gibt, die für ihn auch eine Vorbildfunktion haben! Ganz grundsätzlich sollten Arbeitskräftequoten natürlich immer auf die Marktentwicklungen angepasst sein.

 


Veröffentlicht am: 19.04.2013

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