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Morgengruß von Helmut Harff: Protestsongs

Laut Wikipedia ist ein Protestlied oder auch Protestsong ist ein Lied, das sich gegen eine Autorität richtet und meist soziale oder politische Missstände thematisiert. Wieso ich darauf komme? Ganz einfach: Heute Früh wiederholte Deutschlandradio Kultur eine alte RIAS-Sendung zum Thema "Rote Lieder in Ost und West".

Der RIAS stand damals nun wirklich nicht in dem Ruf, linkes Gedankengut transportieren zu wollen. Der "Rundfunk im amerikanischen Sektor" verstand sich als "Stimme der freien Welt". Augenscheinlich war damals mehr machbar, als man im Rückblick für möglich hält.

Die Wiederholung dieser Sendung war eine Zeitreise in meine eigene Jugend. Ich war erstaunt, bei wie vielen Liedern ich noch ganze Strophen oder zumindest Liedzeilen mitsingen konnte. Namen wie Hannes Wader, Hans-Dieter Hüsch, Frans-Josef Degenhardt, Hartmut König, Konstantin Wecker und Wolf Biermann oder Gruppen wie "Oktoberclub" und "Ton Steine Scherben" sind mir noch immer sehr gegenwärtig.

Damals in den sechziger und siebziger Jahren waren die Studenten auf der Straße und die Amerikaner in Vietnam. Wer nicht Links war, war es fast nicht Wert zu leben. Wobei man im Westen des Landes unter Links sein etwas anderes verstand als im Osten. Doch auf beiden Seiten des "eisernen Vorhangs" wollte man mit dem jeweiligen Establishment nichts zu tun haben. Veränderung, Abschaffung der jeweilig herrschenden Strukturen - das stand auf der Tagesordnung.

Die Musik, die Protestsongs, waren ein gutes und zeitweise auch erfolgreiches Mittel, genau diese Gedanken zu propagieren. Das ging den SED-Oberen in der DDR sehr schnell gegen den Strich. Erst versuchte man es mit ideologischer Beeinflussung, gründete systemkonforme Singegruppen. Die wollte aber kaum jemand freiwillig hören. Wir wollten Protest. Wie in einer Diktatur üblich, regierte man im Osten mit Repressionen, Berufsverboten und dem Rauswurf aus der DDR. Das war damals meine politische Schule.

Ob ich die Sendung damals im RIAS gehört habe, weiß ich nicht mehr. Sehr schade finde ich, dass eine Sendung heute über Protestsongs nicht mehr möglich wäre. Das liegt nicht daran, dass des den Ost-West-Gegensatz nicht mehr gibt. Das liegt daran, dass es hierzulande keine Protestsongs mehr gibt. In anderen Ländern ist das ganz anders. Man denke nur an Pussy-Riot in Russland.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Nachher stöbere ich mal im Internet nach den alten Songs.

Ihnen wünsche ich ein schönes Frühstück. Können Sie sich auch noch an Wader, Biermann und Co. erinnern?

 


Veröffentlicht am: 21.04.2013

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