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Morgengruß von Helmut Harff: Glaubensfrage

In Hamburg versammelten sich an diesem Wochenende Tausende - die Rede ist von bis zu Einhunderttausend - evangelische Christen zu ihrem Kirchentag. Man tat, was man auf einem Kirchentag eben so macht - man betet, singt, redet, trifft sich, lernt sich kennen und einige Menschen verlieben sich sogar. Christen erfahren, dass sie doch noch viele sind.

So ein Kirchentag hat noch eine Wirkung, die wahrscheinlich wichtiger ist, als das Treffen vor Ort. Kirche kommt wieder in den Medien vor. Das Fernsehen berichtet fast so ausführlich wie über die Fußball-Bundesliga und auch in den Print- und Onlinemedien taucht die evangelische Kirche nicht nur als schlechter Arbeitgeber auf.

Mein letzter Kirchentagsbesuch liegt schon lange zurück. Er fand 1989 in Westberlin statt und ich konnte ihn als "Ossi" mit meinem Vater besuchen. Das war damals schon ein tolles Erlebnis - nicht wegen der Bananen und dem Westkaffee. Toll war, dass wir bei einer älteren Dame privat logieren konnten. So mussten wir nicht jeden Tag die Grenze überqueren. Ihre Gastfreundschaft und die Begegnung mit so vielen Menschen war etwas ganz besonderes.

Damals stand die politische Entwicklung in der DDR und im gesamten Ostblock im Mittelpunkt vieler Gespräche. Damals hatte mir Kirche - zu dieser Zeit auch mein Arbeitgeber - noch viel zu sagen. Kirche mischte sich zu mindest im Osten aktiv ein, kümmerte sich nicht nur mit sich selbst.

Bei dem, was ich von diesem Kirchentag mit bekommen habe, war das leider auch diesmal nicht der Fall. Wo sind die gesellschaftlichen Entwürfe, wo die konkreten Forderungen an uns Menschen, an die Wirtschaft und die Politik? Ich habe dazu viel zu wenig gehört. Eine Äußerung von Pfarrer und Bundespräsident Joachim Gauck, wonach Steuerhinterziehung asozial ist, reicht mir nicht.

Doch egal, ob die großen Themen nun so angesprochen werden, dass ich damit etwas anfangen kann oder nicht, so ein Treffen von Gläubigen ist ein Erlebnis, von dem man lange zähren kann. Ich habe beispielsweise damals in Berlin einen Namensvetter aus Brasilien kennen gelernt. Das war mein Einstieg in die Ahnenforschung. Mein Vater benutze seine Erinnerung an den Kirchentag 1989 täglich. Es war der versilberte Löffel, mit dem er damals seine Suppe löffelte.

Ich gehe jetzt wie jeden Sonntag frühstücken. Die Sonne lacht, da macht das doppelt Spaß.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sonntagsfrühstück.

 


Veröffentlicht am: 05.05.2013

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