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Morgengruß von Helmut Harff: "Kein Alkohol...

...ist auch keine Lösung" - an diesen Titel der Toten Hosen fühlte ich mich wieder einmal vor einigen Tagen erinnert. An der Kasse "meines" Supermarktes sah ich in fremde Einkaufkörbe und war aufs neue erstaunt, wie viel Alkohol die Leute so kaufen. Bei näherem Hinsehen fiel mir auf, dass vor allem in solchen Körben viel Alkohol war, in dem viele Fertigprodukte lagen.

Mein erster Gedanke war, dass Leute, die viel Alkohol konsumieren nicht gern kochen. Ein naheliegender Schluss. Doch stimmt so eine Aussage? Die Frage stellte ich mir dann am Nachmittag erneut. Da kam ich auf dem Alexanderplatz in Berlin an einem Stand der Guttempler vorbei. Die haben sich den Kampf auf die Fahnen geschrieben. Auf einem Tuch schrieben sie: "Ein Drittel aller Straftaten geschehen unter Alkoholeinfluss". Nun hatte ich noch das Bild aus dem Supermarkt im Hinterkopf. War ich da von unzähligen Straftätern umgeben?

Der zweite Gedanke war, dass ja zweidrittel aller Straftaten von Leuten begangen werden, die nüchtern sind. Sind also Antialkoholiker die eigentlich gefährlichen Menschen? Würde es weniger Straftaten geben, wenn wir alle mehr oder weniger alkoholisiert durchs Leben gehen? Wenn man die Aussage der Guttempler nicht in deren Sinne interpretiert, liegt so ein Schluss zumindest nah.

Doch sind solche Zahlen überhaupt irgendwie aussagefähig? Möglicherweise werden Eltern von zehn Kindern weniger Straffällig als zwanzigjährige Einzelkinder. Können wir jedoch daraus dem Schluss ziehen, dass es kaum noch Kriminalität gäbe, wenn alle mindestens zehn Kinder hätten? Oder spricht eventuell eine Statistik genau dagegen, die besagt, dass Menschen aus kinderreichen Familien eher als solche aus Familien mit zwei Kindern straffällig werden?

Solche Aussagen wie mir sie im Supermarkt durch den Kopf gingen oder wie sie die Guttempler trafen, sind mit äußerster Vorsicht zu betrachten. Eigentlich sagen sie gar nichts aus. Sie sind zumeist aus dem Zusammenhang gerissen. Doch wir erliegen ihrer suggestiven Wirkung immer wieder. Gerade wir Journalisten gehen solchen Aussagen gern auf den Leim. Das ist nicht nur unschön oder fahrlässig. Das ist gefährlich, weil wir so zu Aussagen kommen, die im noch besten Fall unsere Vorurteile bestärken. Schlimmer ist, wenn wir damit Menschengruppen abstempeln.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Es ist das erste Frühstück seit Tagen, an dem ich nicht das Licht einschalten muss. Es gibt sie noch - die Sonne.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück ohne Regen, ohne Hochwasser und mit viel Sonne.

 


Veröffentlicht am: 04.06.2013

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