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Morgengruß von Helmut Harff: Sensible Kerle

Männer sind die Ernährer der Familie. Diese Aussage gilt oder galt zumindest seit der Zeit, als wir uns aufmachten den Mammut zu jagen. Das soll heute anders sein - sagt man. Glaube ich aber nicht. Ich glaube es vor allem deshalb nicht, weil Männer immer häufiger unter Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen leiden. Das belegt unter anderem eine Erhebung der Techniker Krankenkasse.

Der Versicherer hat sich auch angesehen, warum Männer immer häufiger deshalb den Arzt aufsuchen und häufig lange Krankheits- und Leidensgeschichten haben. Die TKK kam zu dem Ergebnis, dass die Männer unter unsere modernen Arbeitswelt leiden. Konkret sind es die schlechter bezahlte Leiharbeit und Teilzeittätigkeiten. Männer in solchen Arbeitsverhältnissen fühlen sich zunehmend als "Männer zweiter Klasse". Sie sind dann eben nicht mehr in der Lage ihre Familie zu ernähren. Häufig reicht es nicht mal mehr für eine vernünftige eigene Existenz. Das kratzt nicht nur am Selbstbewusstsein, so eine Existenz untergräbt es bei immer mehr Männern massiv.

Für mich stellt sich dabei auch die Frage, ob es nach Jahrzehnten der Gleichberechtigungsdiskussion, nach der Gleichstellung von Mann und Frau und angesichts von sehr vielen berufstätigen Frauen noch immer das klassische Rollenklischee gibt. Sind wir in unserem eigenen Selbstverständnis nur dann ein Mann, wenn wir die Mäuler unsere Lieben mit viel Mammut - heute Pizza oder Tofu - stopfen können? Sind wir mit uns nur dann zufrieden, wenn wir nicht nur in der Lage sind ein Kind zu zeugen, sondern auch ein Haus zu bauen und einen Baum zu pflanzen? Schlussendlich ist die Frage wohl mit "ja" zu beantworten.

Wie ist das mit den ach so emanzipierten Frauen? Wollen sie die Ernährerin der Familie sein? Will Frau einen Mann, der sich so gerade selber finanzielle über Wasser halten kann oder gar Geld vom Staat benötigt? Sicherlich gibt es solche Frauen, die so eine Situation zumindest zeitweise mittragen. Doch wie viele Zuschriften gäbe es auf eine Heiratsanzeige wie diese: "Mann, 35, 178, 70 Kilo, Einzimmerwohnung in schlechter Lage, Teilzeitkraft bei ..., sucht Akademikerin oder Beamtin mit Auto"? Ich glaube, das selbst ein inhaftierter Mörder mehr Zuschriften erwarten kann. Da verwundert es nicht, wenn immer mehr Männer unter ihrer unwürdigen wirtschaftlichen Situation so leiden, dass sie krank werden.

Klar ist, dass sogenannte prekäre Arbeitsverhältnisse unwürdig sind - für Männer und Frauen. Klar scheint mir aber auch, dass allen anderen Beteuerungen zum Trotz das Tausende Jahre alte Rollenverständnis vom Mann als Ernährer alles andere als überwunden ist. Wieso wundert mich das nicht?

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Wie ist eigentlich Ihr Rollenverständnis als Mann?

 


Veröffentlicht am: 06.06.2013

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