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28.06.2017

 

 

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Thema Cholesterin: So wichtig ist Sport

Herzinfarkt und Schlaganfall sind die häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ein zu hoher Cholesterinspiegel zählt neben Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und bauchbetontem Übergewicht zu den wichtigsten Risikofaktoren. „Regelmäßiger Ausdauersport wie Laufen oder Radfahren hält die Gefäßwände elastisch und trägt so dazu bei, das Risiko zu senken“, sagte Professor Martin Halle anlässlich des elften bundesweiten „Tag des Cholesterins“ .

„Jeder möchte gesund alt werden. Egal, ob mit 40 oder 80 Jahren – es ist nie zu spät, um mit Sport zu beginnen“, so der Münchner Sportmediziner und Vorstand der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V. weiter.

Welchen Einfluss Sport auf die Gesundheit und im Detail auf die Blutfettwerte hat, erläutert Professor Martin Halle in unserem Interview.

Kann Sport als Prävention betrieben werden, damit die Cholesterinwerte gar nicht erst aus dem Ruder laufen?
Professor Martin Halle:
Ja. Während Bewegungsmangel zu niedrigem HDLCholesterin führt, verbessert regelmäßige sportliche Aktivität die Verteilung aus eher ungünstigem LDL- und gutem HDLCholesterin. Positiv beeinflusst werden durch Sport auch der Blutdruck und die Insulinresistenz – die Vorstufe der Zuckerkrankheit. Zudem hält Sport die Gefäßwände elastisch.

Um wieviel Prozent kann ich das HDL durch regelmäßigen Sport erhöhen?
Professor Martin Halle:
Um fünf bis zehn Prozent. Körperliche Aktivität wirkt positiv auf den Fettstoffwechsel, vor allem, wenn sie im Niedrig-Intensitätsbereich durchgeführt wird. Übersetzt heißt das „Laufen ohne zu Schnaufen.

Welche Sportarten eignen sich am besten, um die Blutfettwerte positiv zu beeinflussen?
Professor Martin Halle:
Ausdauersportarten wie zum Beispiel Radfahren, Laufen Skilanglauf oder Schwimmen. Die Belastung sollte mindestens 20 Minuten andauern, denn dadurch werden die Enzyme angesprochen, die die Fette spalten und damit die Triglyzeride senken und das HDL-Cholesterin erhöhen. Kürzere oder sehr anstrengende Belastungen beeinflussen dagegen eher den Zucker- als den Fettstoffwechsel.

Wie oft sollte man sein Training absolvieren und wie lange, um sein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu senken?
Professor Martin Halle:
Optimal wären 30 Minuten körperliche Anstrengung pro Tag. Dies beinhaltet allgemeine Aktivität sowie gezieltes sportliches Training. Die untere Grenze der Wirksamkeit liegt etwa bei drei Mal 30 Minuten pro Woche. Dann sollte die Intensität aber so gewählt werden, dass man auch ins leichte Schwitzen kommt, sich allerdings bei der sportlichen Belastung noch unterhalten kann.

Stimmt es, dass eine fettarme Ernährung auch das HDL senkt?
Professor Martin Halle:
Bei einer fettarmen Ernährung fällt das schlechte LDLCholesterin ab, aber auch das gute HDL-Cholesterin passt sich nach unten an. Dies sorgt immer wieder für Verwunderung, da man eigentlich davon ausgeht, dass fettarme Ernährung auch das HDL3 Cholesterin anhebt. Diesem Abfall kann man entgegen wirken, indem man neben der Ernährungsumstellung körperlich aktiv ist. So kann man das HDL auf den Ausgangswerten halten.

Was müssen Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten beim Sporttreiben beachten?
Professor Martin Halle:
Wer erhöhte Werte hat, sollte seine Belastbarkeit und das Herzkreislaufrisiko vorab beim Hausarzt, Kardiologen oder Sportmediziner ermitteln lassen. Gefäße haben ein Risikogedächtnis, welches sich auch erhöhte Cholesterinwerte und Rauchen über viele Jahre „merkt“. Wer zum Beispiel im Rahmen der Midlife-Crisis mit Mitte 40 mit dem Rauchen aufhört und mit Sport beginnt, um sein Gewicht zu reduzieren, muss sich erst untersuchen lassen. Sportliche Höchstleistungen wie einen Marathon kann nur ein Gesunder nach ausreichendem Training absolvieren. Sport schützt nicht jeden vor dem Herzinfarkt, auch sportlich Aktive können von Herz-Kreislauferkrankungen betroffen sein, wenn entsprechende Risikofaktoren vorhanden sind wie ein erhöhtes LDL-Cholesterin im Blut. Daher ist es so wichtig, seine Werte und seine Leistungsfähigkeit zu kennen.

Kann Sport Cholesterin senkende Medikamente ersetzen?
Professor Martin Halle:
Wenn LDL-Cholesterinwerte erhöht sind, kann körperliche Aktivität diese um etwa fünf Prozent verbessern. Auch das sogenannte LDL-Profil – die Verteilung aus unterschiedlich großen LDL-Partikeln – wird verbessert. Liegen weitere Risikofaktoren wie Diabetes oder auch eine koronare Herzerkrankung vor, müssen zusätzlich unbedingt Cholesterinsenker genommen werden.

Gibt es ein Alter, in dem es zu spät ist, die Blutfettwerte mit Sport zu beeinflussen?
Professor Martin Halle:
Es ist nie zu spät, mit körperlichem Training anzufangen, auch wenn der Beginn in täglichem Spazierengehen liegt. Hierdurch werden alle Risikofaktoren auch bei Personen jenseits des 70. Lebensjahres beeinflusst. Training sollte bis ins hohe Alter durchgeführt werden – auch, um Osteoporose vorzubeugen, die Vergesslichkeit in Schach zu halten und die Koordination zu erhalten, also Stürzen vorzubeugen.

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V.
Bunsenstraße 5
82152 Planegg bei München
Telefon: 089 / 719 10 01
Fax: 089 / 714 26 87
info@lipid-liga.de
www.lipid-liga.de

 


Veröffentlicht am: 22.06.2013

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