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24.11.2017

 

 

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Durchfall – das deutsche Darmproblem Nummer 1

Ein Blick auf die Internet-Suchanfragen nach den fünf bekanntesten Verdauungsproblemen zeigt: Die Deutschen interessieren sich besonders für Durchfall. Kein Wunder, denn die „Diarrhoe“ – so der medizinische Fachbegriff – ist nicht nur die häufigste Reisekrankheit, sondern sie betrifft viele Millionen Menschen auch zu Hause im Alltag.

Durchfall kann sowohl durch heimische Viren und Bakterien oder Nahrungsmittel als auch durch Stress und Antibiotika ausgelöst werden. Doch gleich welche Ursache den unangenehm-häufigen Stuhldrang auslöst, jeder Betroffene möchte eine schnelle Linderung der Beschwerden – egal, ob zu Hause oder im Urlaub.

Welche Arzneimittel wann und wie gegen Durchfall helfen, das erklären die beiden Ärzte Dr.med. Martin Adler, Siegen und Dr.med. Sorin Schirmer, Wiesbaden.

Herr Dr. Adler, welche Mittel gibt es gegen Durchfall?
Dr. Adler:
Gegen Durchfall gibt es verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Weit verbreitet sind synthetische Wirkstoffe, die die Darmtätigkeit herabsetzen und Präparate mit Hefekulturen oder Bakterien. Aufgrund sehr guter Erfahrungen setzen Mediziner auch Phytopharmaka ein, also Arzneimittel, die aus Heilpflanzen hergestellt werden.

Herr Dr. Schirmer, wie lautet Ihre Therapieempfehlung?
Dr. Schirmer:
Ich empfehle meinen Patienten bevorzugt Medikamente, die über mehrere Wirkmechanismen den Durchfall bekämpfen. Hier hat sich ein rezeptfreies Arzneimittel mit der Pflanzenkombination aus Myrrhe, Kaffeekohle und Kamille bewährt – sowohl bei Durchfall zu Hause als auch bei Reisediarrhoe. Präparate mit Hefekulturen setze ich hingegen selten ein, denn deren Wirksamkeit ist beschränkt.

Herr Dr. Adler, warum sind Präparate mit Hefekulturen nur eingeschränkt wirksam?
Dr. Adler:
Diese Produkte haben meist nur einen einzigen Inhaltsstoff, die „Saccharomyces-Hefe“ – und diese Hefe sorgt ausschließlich für eine Regenerierung der Darmflora. Hefen können aber weder die Ausscheidung von Giftstoffen fördern noch besitzen sie die entzündungshemmenden Eigenschaften von Arzneipflanzen. Beide Wirkmechanismen sind aber zur erfolgreichen Behandlung von Durchfall wichtig. Leider können auch die vielfach eingesetzten Präparate mit dem Wirkstoff Loperamid diese Effekte nicht ausüben.

Herr Dr. Schirmer, Ihr Kollege, der Reisemediziner Prof. Martin Haditsch [2] rät bei Reisedurchfall von dem verbreiteten Wirkstoff „Loperamid“ ab. Warum das?
Dr. Schirmer:
Der Wirkstoff Loperamid setzt die Darmtätigkeit herab, er verlangsamt also die Bewegungen im Darm. Dadurch bleiben die Durchfallerreger länger im Körper. Aber der Körper will mit Durchfall genau diese schädlichen Keime schnell loswerden! Daher sollte man gerade bei Reisen in heiße Gebiete auf andere Mittel setzen, die Bakterien und Gifte binden und schnell ausscheiden.

Herr Dr. Adler, warum sollte man ein Pflanzenkombinations-Arzneimittel mit Mehrfachwirkung den Präparaten mit Hefen oder „Darmverlangsamern“ vorziehen?
Dr. Adler:
Bei einem pflanzlichen Arzneimittel mit unterschiedlichen Pflanzeninhaltsstoffen trägt besonders die Kombination der einzelnen Wirkweisen sehr gut zur Heilung von Durchfall bei. Beispielsweise bindet Kaffeekohle die Schad- und Giftstoffe (Noxen/Toxine) zur Ausscheidung, Myrrhe und Kamille lindern die Entzündung und töten die Keime ab. Diese Dreifach-Arzneipflanzen-Kombination sorgt weiter für eine Aktivierung der Magen-Darm-Schleimhaut und reduziert die Verletzlichkeit der Schleimhaut.

Herr Dr. Schirmer, welche Tipps zur Vorbeugung von Reisedurchfall empfehlen Sie im Urlaubsland, besonders in tropischen Ländern?
Dr. Schirmer:
Ganz wichtig: Vor dem Essen die Hände waschen! Darüber hinaus sollte auch Obst und Gemüse vor dem Rohverzehr gut gewaschen werden. Auch auf Eiswürfel im Getränk verzichtet man besser. Denn oft kommen die Erreger durch verunreinigte Speisen oder Getränke in den Körper. Weiter können Probiotika aus der Apotheke Ihre Darmflora stärken, um Durchfall vorzubeugen.

Herr Dr. Adler, wann kann man Durchfall selbst behandeln und wann muss man zum Arzt?
Dr. Adler:
Wenn Betroffene die Beschwerden aushalten, dann sind ein paar Tage Durchfall ein Fall für die Selbstbehandlung mit Arzneimitteln aus der Apotheke. Wenn die Diarrhoe jedoch mehr als vier, maximal fünf Tage anhält, dann sollte man einen Arzt aufsuchen. Das gilt unabhängig von der Dauer auch dann, wenn Blut oder Schleim im Stuhl zu sehen sind. Auch wenn Fieber, Kreislaufstörungen oder Erbrechen auftreten, sollte man unbedingt zum Arzt gehen. Das gilt sowohl zu Hause auch im Urlaub.

 


Veröffentlicht am: 26.07.2013

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