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Morgengruß von Helmut Harff: Später Erkenntnis

Nein, nein, freuen Sie sich nicht zu früh. Heute gibt es kein Outing. Nur, seit einigen Tagen ist die Deutsche Einheit für mich kein Mysterium mehr. Ich habe mich seit der sogenannten Wiedervereinigung gefragt, warum das damals so relativ geräuschlos gelaufen ist. Warum klappte der Zusammenschluss von DDR und BRD, obwohl weder das zuständige Ministerium für innerdeutsche  Beziehungen, noch die DDR-Opposition bis zum November 1989 eine Ideen hatte, wie so ein Schritt zu bewerkstelligen ist?

Klar, wir Menschen, der sogenannte kleine Mann, waren nicht wirklich verschieden. Wir wollten alle möglichst viele D-Mark, wollen einen interessanten und gut bezahlten Job, der auch noch Spaß macht. Wir wollten Mercedes oder Porsche fahren, Urlaub in Italien oder auf Mallorca machen. Wir wollten die neuesten technischen Errungenschaften für unseren Haushalt. Wir wollten die tollsten Klamotten und viel Spaß. Wir wollten Kinder (damals war das noch so) und einen tollen Partner. Da nahmen sich die Menschen aus dem Osten und dem Westen nicht viel. Klar, die "Wessis" hat viel von dem, wovon die "Ossis" nur träumten.

Doch das allein reichte wohl kaum, um aus zwei angeblich so verschiedenen Gebilden wie Deutschland Ost und Deutschland West ein Deutschland werden zu lassen. Da muss es noch mehr Gemeinsamkeiten gegeben haben. Und die gab es zur Genüge, wie wir gerade in den vergangenen Tagen erfahren durften.

Da gab es eine machtgierige Kaste von Männern (damals hatten die in der Politik noch das Sagen), die alles taten, um ihre Positionen zu halten. Erich Honecker regierte die DDR 18 Jahre lang, Helmut Kohl war 1990 schon acht Jahre Bundeskanzler. Bekanntlich brachte er es auf 16 Jahre in diesem Amt. Allerdings waren beide in ihrem Entscheidungsspielraum begrenzt, beide hatten auf den jeweils "großen Bruder" - hier Sowjetunion, da USA - zu hören.

Wirtschaftlich wichtige Unternehmen wurden in Ost wie West mit Steuergeldern am Leben erhalten. Auch hier unterschieden ich beide Länder kaum von einander. Während die einen mehr Steuern zahlen mussten, fehlten den anderen immer wieder diverse Konsumgüter und Wohnraum. Schön war das für beide Seiten nicht.

Es gab auf beiden Seiten der Mauer Geheimdienste, die nicht nur im Ausland schnüffelten. Sie hatten auch die eigene Bevölkerung im Visier. Im Osten war das jedem klar. Im Westen dämmert es gerade den Menschen, dass ihre Geheimdienste der Staatssicherheit durchaus das Wasser reichen können.

Ja, selbst beim staatlich geforderten Doping der "Diplomaten im Trainingsanzug" - das ist DDR-Deutsch - nahmen sich DDR und BRD nichts, wie wir gerade erfuhren.

Wenn man das so sieht, musste da gar nicht so viel wiedervereint werden, wie es auf dem ersten Blick erscheint.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Manchmal traure ich  der DDR nach. Die Brötchen waren einfach besser - aber nur die.

Ihnen wünsche ich ein wunderschönes Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 06.08.2013

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