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27.07.2017

 

 

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Auch gut Trainierte sind nicht vor Höhenkrankheit gefeit

Auch gut trainierte Bergsteiger können höhenkrank werden und sollten daher auf Hochtouren unbedingt die empfohlenen Ruhezeiten einhalten. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hin. „Die Höhenkrankheit ist meistens auf einen zu schnellen Aufstieg in große Höhen und eine mangelnde Höhenanpassung zurückzuführen“, warnt Prof. Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP und ehemaliger Ärztlicher Direktor der Lungenfachklinik Kloster Grafschaft im nordrheinwestfälischen Schmallenberg.

In zunehmender Höhe sinkt der Luftdruck, daher ist in der Atemluft weniger Sauerstoff enthalten. Um den Bedarf an Sauerstoff auszugleichen, bildet der Körper mehr rote Blutkörperchen mit Sauerstoff beladenem Hämoglobin, - aber das braucht seine Zeit. „Deshalb sollten Bergsteiger, die eine Höhe von 3000 bis 4000 Meter anstreben, am besten eine ein- bis zwei tägige Pause einlegen, um sich zu akklimatisieren und an die dünnere Luft zu gewöhnen“, rät Prof. Köhler. „Wegen der wachsenden Zahl an Blutkörperchen wird das Blut zudem dichter und verdickt. Deshalb sollte man in dünner Höhenluft immer viel trinken, sonst drohen Thrombosen oder gar eine Lungenembolie. Der beste Schutz vor der Höhenkrankheit ist außerdem ein langsamer Aufstieg. Ab 2500 Metern sollten Bergsteiger täglich nicht mehr als 300 bis 500 Meter erklimmen. Sonst können Kopfschmerzen, Erbrechen, Bewusstseins- und Gleichgewichtsstörungen auftreten. Solche, durch höhebedingten Sauerstoffmangel ausgelösten Beschwerden können jeden treffen - auch junge Sportler, die sich häufig allein auf ihre Fitness verlassen.“

Wer Warnzeichen ignoriert, riskiert ein Lungen- oder Hirnödem

Wird trotz Anzeichen von Höhenkrankheit weiter in höhere Lagen aufgestiegen, verstärken sich die Symptome. „In schweren Fällen droht ein Lungenödem, da sich unter Sauerstoffmangel die Blutgefäße der Lunge zusammenziehen, so dass es zum Austritt von Flüssigkeit in die Lungenbläschen kommt“, erklärt Prof. Köhler. Kennzeichen eines Lungenödems sind plötzlicher Leistungsabfall, Atemnot, erhöhte Atemfrequenz, Herzrasen und ein trockener Husten, der später von blauschaumigem Auswurf begleitet wird. „Darüber hinaus kann der Sauerstoffmangel in großer Höhe auch zu einem Hirnödem führen, weil kleine Blutgefäße im Gehirn platzen. Von dort kann das Blut nicht ohne weiteres abfließen – es sammelt sich im Gewebe, so dass der Druck im Gehirn ansteigt. Dies kann innerhalb von 24 Stunden zu Koma und Tod führen“, warnt Prof. Köhler.

Absteigen lindert die Beschwerden

„Bei ersten Anzeichen der Höhenkrankheit wie Unwohlsein, leichten Kopfschmerzen und Übelkeit sollten Betroffene in niedrigere Höhen absteigen, dort die Symptome abklingen lassen und sich ausruhen. Unter Umständen können sie dann wieder versuchen, weiter aufzusteigen. Werden allerdings die Beschwerden auch nach einer Nacht Pause nicht besser, ist ein zügiger Abstieg auf Höhen unter 2.500 Metern erforderlich. Auf keinen Fall sollten Betroffene erste Warnzeichen ignorieren oder mithilfe von Medikamenten behandeln, um den Aufstieg fortzusetzen“, betont Prof. Köhler.

Ausführliche Informationen über die Ursachen von Atemnot und Lungenerkrankungen sowie Möglichkeiten ihrer Behandlung und Vorbeugung finden Interessierte und Betroffene im Internet unter http://www.lungenaerzte-im-netz.de bzw. http://www.lungenaerzte-imnetz.de/lin/lincontent/show.php3?w=%281%3D1%29%20&o=priority&og=&cur=4&nodeid=21.

 


Veröffentlicht am: 28.08.2013

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