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25.09.2017

 

 

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Siemens: Küche verdrängt Auto als Statussymbol

Die Küche läuft dem Auto als Statussymbol den Rang ab. In einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des Zukunftsinstituts im Auftrag von Siemens-Electrogeräte geben 57 Prozent der Befragten an, dass ihnen eine „tolle Küche“ wichtig sei. Das Auto (29 Prozent) landete deutlich abgeschlagen auf Rang zwei vor Hi-Fi-/Videoanlage (acht Prozent) sowie Smartphone und Tablet (sieben Prozent). Dem entspricht ein starker Trend zur kreativen Hausarbeit. Zwei Drittel der Teilnehmer geben an, dass ihnen Kochen Spaß macht, 59 Prozent gehen gerne einkaufen. In einer zeitknappen Gesellschaft werden solche häuslichen Tätigkeiten mehr und mehr zum Luxus.

Neue Lebensgestaltung


Die Umfrage ist Teil eines Trendreports zum Thema „Future Living – Lebenswelten für das 21. Jahrhundert“, der zur IFA 2013 (noch bis zum 11. september) in Berlin von Siemens herausgegeben wurde. Er zeigt eine Gesellschaft im Umbruch: veränderte Rollenbilder von Alter, Geschlechtern und Familie führen zur Entwicklung neuer Lebens- und Wohnmodelle. Die daraus resultierende Individualisierung stellt derzeit einen der wichtigsten sozioökonomischen Megatrends dar. Dies hat positive wie negative Seiten: Einer nie da gewesenen Freiheit in bezug auf die Lebensgestaltung steht ein riesiger Entscheidungsdruck gegenüber, der wiederum oft als Zwang und Belastung empfunden wird.

Neues Zeitmanagement

Zugleich macht der Megatrend Mobilität aus ehemals sesshaften Bürgern moderne Nomaden, denen das vorausschauende Organisieren immer schwerer fällt. Die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts wird zunehmend zur Adhoc-Gesellschaft. Alltag findet irgendwo zwischen Zuhause, Arbeitsstelle und zahlreichen „Third Places“ statt. Dieses „Dazwischen“ verlangt nach einem neuen Zeitmanagement, das eine sinnvolle Balance zwischen Flexibilität und Entschleunigung findet. Die Nutzung kleiner Zeitinseln, so im öffentlichen Nahverkehr oder beim Arzt, wird zum zentralen Thema. Dabei werden Smartphones und Tablets vor allem für die Digital Natives eine Schlüsselrolle spielen.

Wie dies aussehen könnte, zeigt Siemens auf der IFA 2013 mit einer App, die es unter anderem ermöglicht, von unterwegs in den eigenen Kühlschrank zu sehen. Der Blick in den Vorrat wird mit Rezeptvorschlägen, Einkaufsliste und Kochbuch verbunden.

Backofen reinigen ist „Müll“

Auch Hausarbeit wird vor diesem Hintergrund neu wahrgenommen: Dabei sind zwei Kategorien von Tätigkeiten zu unterscheiden. Auf der einen Seite stehen Aufgaben, die aufgrund ihres „Sisyphos“-Charakters negativ besetzt sind: Backofen reinigen führt mit 59 Prozent diese Liste der meistgehassten Hausarbeiten der Deutschen an, dicht gefolgt von Kühlschrank saubermachen (43 Prozent) und Fensterputzen (42 Prozent).

To-Dos dieser Art werden gerne an die Technologie abgegeben, zum Beispiel an die activeClean-Funktion, mit der sich die Siemens-Backöfen selbst reinigen. Andere werden mit Hilfe von Smart-Home-Lösungen künftig von der physischen Anwesenheit in der Wohnung entkoppelt. Am anderen Ende der Skala zeigt Hausarbeit ihr freundliches Gesicht. Tätigkeiten wie Kochen und Einkochen, Einkaufen, Gärtnern oder Handarbeiten machen glücklich, gelten als kreativ und sinnstiftend.

Im Zuge des so genannten Cottage-Trends, als „Gegentrend einer beschleunigten, digitalisierten, urbanen Lebenswelt“ erfahren sie sogar eine starke Idealisierung. Schöpferische häusliche Tätigkeiten befriedigen die Sehnsucht des modernen Städters nach Geborgenheit. Dabei erhält die Vorzeigbarkeit der Ergebnisse, etwa im sozialen Netzwerk, einen eigenen Stellenwert.

Gesundheit: enorm wichtig

Bestätigt durch die virtuelle Gegenleistung von „Likes“ und „Repins“, rückt produktive Hausarbeit zum Statussymbol auf – ebenso wie die Küche als Ganzes. Enormes Gewicht erhält auch Streben nach Gesundheit, das für 93 Prozent der jungen Leute besonders wichtig ist. Entsprechend stehen Geräte, die Hausarbeit als Ritual, Luxus- und Wellnesserfahrung inszenieren, hoch im Kurs. Eine Steilvorlage ist dies etwa für die Vitalküche mit Siemens Dampfgarern oder die neue EQ.8-Reihe, die exklusiven Kaffeegenuss zelebriert.

Vom Spielzeug zum Werkzeug

Dagegen sinkt die Begehrlichkeit von High-Tech als Wert für sich. Vom Spielzeug für Liebhaber wird sie mehr und mehr zum Werkzeug für alle. Der zentrale Anspruch lautet dabei Problemlosigkeit. Je 87 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu: „Für mich ist es wichtig, dass Hausgeräte möglichst schnell, reibungslos und flexibel funktionieren“ und „Wenn es um Hausgeräte geht, möchte ich bei der Bedienung den Überblick behalten“. In einer Welt, in der Technologie immer undurchschaubarer wird, liegt der Fokus der Anwender auf der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Das große Design-Credo der Zukunft lautet daher “Simplexity” – die einfach Bedienung komplexer Technologie. High-Tech und High-Touch müssen Hand in Hand gehen.

Neues Wohnen braucht neue Technik

Conceptual Living prägt das Zuhause von morgen: Wohnen entwickelt sich von festgelegten Raumfunktionen, wie Schlaf- oder Arbeitszimmer, hin zu immer wieder neu definierbaren Wohnbereichen. Der Küche kommt dabei eine Schlüsselstellung im Gemeinschaftsleben zu. Sie ist flexible Kernzone und Kommunikationszentrale. 73 Prozent der Befragten unterhalten sich in der Küche, 63 Prozent telefonieren dort und 27 Prozent surfen im Internet. Überraschend: Mehr als die Hälfte nutzen die Küche zum Arbeiten im Sinne einer Erwerbstätigkeit.

Text: Siemens/EH
Fotos: Siemens

 


Veröffentlicht am: 09.09.2013

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