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26.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Deutschland einig Vaterland

... hieß es einst in der Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik. Diese gern im Westen in Anführungsstriche gesetzte und nach Anerkennung gierende DDR ist Geschichte. Vor nunmehr 23 Jahren verschwand diese von der Landkarte.

Am heutigen Tag der Deutschen Einheit sollen wir die Wiedervereinigung und damit die Einheit Deutschlands feiern. Schön und gut, doch welche Einheit? Die Einheit eines Landes, in der der eine Teil gegen den anderen vor einem zugegeben gemeinsamen Gericht klagt? Einheit in einem Land, in dem es 17 Regierungen gibt? Einheit in einem Land, in dem 16 Provinzfürsten eifersüchtig über ihre Machtbefugnisse und über ihre Privilegien wachen?

Das erinnert mich an das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Damals schworen zwar die Fürsten des Reiches dem Kaiser Treue, scherten sich ansonsten aber nicht viel um das Reich. Sie lebten auch nicht vom Reich, sondern von ihren eigenen kleinen Reichen. Gut, über lange Zeit gab es auch eine Hauptstadt. Das war Regensburg, die Vorgängerin von Europas heutiger Hauptstadt Brüssel.

Vor der Zeit Regensburgs zog der Kaiserhof - also die Regierung - von  Stadt zu Stadt, von Land zu Land. Das Kaiserreich wurde aus dem Sattel heraus regiert. Wie wäre das eigentlich, wenn heute Bundestag und Bundesrat von Bundesland zu Bundesland ziehen würden? Es gäbe einige Sonderzüge (die Bahn würde dann auch besser funktionieren) und jeder Abgeordnete hätte zwei Mitarbeiter und müsste sich einen Container mit einem Kollegen teilen. Für jedes Bundesland gibt es ebenfalls einen Container. Unsinn meinen Sie? Eigentlich nicht, denn noch heute haben wir mit Berlin und Bonn zwei Regierungssitze und viele Bundeseinrichtungen sind irgendwo in der Provinz angesiedelt. Dass das so bleibt, darüber wachen wiederum die 16 Provinzfürsten - gern auch Ministerpräsidenten der Länder genannt.

Diese Politiker verhindern mit viel Erfolg die Einheit Deutschlands. Das ehemalige Volk der Dichter und Denker hat weder eine gemeinsame Bildungs- und Kulturpolitik noch zieht man bei der inneren Sicherheit - Polizei und Justiz - an einem Strang. Die Liste der Uneinigkeit ließe sich noch seitenlang fortsetzen.

Übrigens: Wie wichtig für die Finanzeliten dieses Landes der Beitritt der DDR zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist, zeigt sich daran, dass auch an diesem Tag die Börse in Frankfurt/Main ganz normal geöffnet ist. Der Rubel - sorry, der Euro muss rollen.

Ich gehe jetzt Frühstücken. Wenigstens scheint die Sonne. Da fällt mir noch eine Zeile aus der DDR-Nationalhyme ein: "... daß die Sonne schön wie nie über Deutschland scheint, über Deutschland scheint".

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Sollten Sie jemand kennen, der endlich die Deutsche Kleinstaaterei mit demokratischen Mittel überwinden will, sagen Sie mir bitte bescheid.

 


Veröffentlicht am: 03.10.2013

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