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17.08.2017

 

 

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Juli Hartmanns hartes Mannsein

Ja, ich weiß, der Juli ist schon längst vorbei, und der Sommer nun langsam auch unwiderruflich, aber ich möchte es Ihnen gönnen, dass Sie sich vielleicht doch ein wenig Juli mit in den Herbst nehmen können. Schließlich heißt der Erstlingsroman meines Journalistenkollegen Bernhard Blöchl von der SZ „Für immer Juli“. (Da hätte zumindest ich nix dagegen – ich hätte öfter Geburtstag, das Wetter wäre angenehm, und es gäbe immer Kirschen...)

Was dem Titel nach ein wenig nach leichter Urlaubslektüre für gelangweilte Ehefrauen und Romantikerinnen klingt, war zwar in der Tat meine leichte Sommerlektüre für dieses Jahr (auch wenn ich zumindest noch keine gelangweilte Ehefrau bin....), entpuppte sich jedoch als ein  echter Männerroman – den gewiss auch Frauen durchaus unterhaltsam finden.



Was ist ein Männerroman, und überhaupt, „Wann ist ein Mann ein Mann?“ Um das Thema des Buchs zu veranschaulichen, möchte ich fast auf dieses schon allzu ausgereizte Liedzitat Grönemeiers zurückgreifen, denn erstens fasst es die Lebensfragen, die die Hauptfigur des Romans bewegen, kurz und prägnant zusammen, und zweitens redet und denkt Juli Hartmann – eben besagte Hauptfigur – selbst gehäuft in Liedzitaten. Schließlich ist er Musikredakteur aus Leidenschaft. Beinahe erstaunlich, dass gerade dieses Zitat also nirgends auftaucht. Oder auch nicht so erstaunlich, denn man merkt, dass Bernhard Blöchl sich bemüht, bei diesem bereits von allen Seiten und vielen Autoren beleuchteten Thema  nicht noch sprachlich ausgelatschte Wege zu beschreiten.

Wer also die übliche populärpsychologische Herangehensweise an die Krise des modernen Mannes erwartet, wird sich positiv überrascht in einer gefühlvollen, aberwitzigen und selbstironischen Liebes- und Lebenskomödie wiederfinden mit vielen Bezügen zur heutigen deutschen Popkultur.

In der fühlt sich der Mitt-Dreißiger, eher Softie als „Hartmann“, und emanzipierte Heim-Gourmet-Chef Juli bis zum Zeitpunkt des Einsetzens der Erzählung auch ganz wie zu Hause. Was ihn in die Krise und die Geschichte des Buches stürzt, ist seine Freundin Emma, die sich – der Einstellung ihrer Namensvetter(in ;))-Zeitschrift zum Trotz – von ihrem Weichei-Juli trennt, um mit Marc zusammen zu sein, einem Kontroller mit völlig anderem Musikgeschmack.

In Juli baut sich daraufhin ein Bild vom Gegenteil seiner selbst auf, das anscheinend begehrenswerter ist, als das, was er so gerne ist und lebt, ein Bild von einem „Testosterontoni“ und Mr. Boombastic, und er beschließt, ein anderer zu sein. Ab jetzt soll aus Juli Julian werden, mit neuem Stil, neuem Erfolg und neuem Liebesleben.... oder in seinen Worten: männlichem Aussehen, männlichem Leben und männlichem Sex.

Ob sich am Ende Juli oder Julian darin durchsetzt, wer und wie der bessere und begehrenswertere Mann ist, verrät nur die Lektüre des Buches selbst. Für noch mehr Vorgeschmack aufs Leseerlebnis gibt es allerdings am 30. Oktober im Literaturhaus München eine Lesung, bei der der Autor seinen Juli persönlich vorstellen wird. Infos dazu unter www.facebook.com/events/167365340128071 oder www.literaturhaus-muenchen.de/veranstaltungen.html.

Man kann aber auch Julis Auseinandersetzung mit dem Thema auf seinem eigenen Blog verfolgen. Ja, Julian Hartmann betreibt einen eigenen Blog. Auf schlussmitluschig.de werden die Ansprüche und Themen des Mannseins heute kontrovers und interaktiv diskutiert. Und bald gibt es auch einen eigenen Ratgeber in Buchform von Juli. Ganz schön aktiv, diese Romanfigur.... Wir behalten ihn auf alle Fälle im Auge, denn er ist schließlich auch ein Genussmann. Schon allein deshalb, und dafür, dass er uns in „Für immer Juli“ sein Kochrezept für „Coq au Julian“ verrät, hat er sich bei uns einen Platz verdient. Vielleicht kochen wir es ja demnächst mal in der Redaktion nach. Genussvoll würde es bestimmt - für Mann, Frau und Memme. ;)

Text: Julia Bittermann

 


Veröffentlicht am: 18.10.2013

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