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26.05.2017

 

 

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Reifen im Winter: Tipps vom Hankook-Experten

Reifen sind der einzige Kontakt zwischen Fahrzeug und Straße. “Die Sicherheit beim Fahren unter allen Bedingungen hängt damit von einer vergleichsweisen kleinen Berührungsfläche zur Straße ab“, sagt Eckhard Kuhlmann im Exklusiv-Interview mit der Redaktion von „genussmaenner.de“.

Der Chief Engineer Hankook Tire Europe Technical Center des südkoreanischen Reifenherstellers verweist auf die entscheidende Bedeutung, dass Reifen jederzeit in gutem Zustand gehalten und beim erforderlichen Reifenwechsel die passende Reifen korrekt montiert werden.

Von O bis O - von Oktober bis Ostern lautet die Faustformel für Winterreifen: Was heißt das konkret für jeden Autofahrer in Deutschland?
Eckhard Kuhlmann:
Generell sollten Fahrer früh genug daran denken, ihr Fahrzeug auf Winterreifen umzubereifen. Wer zu spät kommt, kann Probleme mit der Verfügbarkeit der benötigten Reifen bekommen. Die deutsche Gesetzgebung verlangt, dass auf winterlichen Straßen (Schnee, Matsch, Eis usw.) wintertaugliche Reifen gefahren werden. Wird man auf winterlichen Straßen mit untauglichen Reifen angetroffen, ist ein Bußgeld fällig. Richtig teuer wird es, wenn man auf Grund unangemessener Reifen, auf winterlichen Straßen Verkehrsbehinderungen auslöst.

Statistisch gesehen, haben wir während 50 Prozent des Jahres Winterreifenwetter. Die Faustregel von Oktober bis Ostern ist sicherlich eine erste einfache Orientierungshilfe für den Verbraucher, um den richtigen Umrüstzeitpunkt zu bestimmen. Ein weiterer Richtwert und Anhaltspunkt ist die sogenannte 7-Grad-Regel: Sobald die Temperaturen deutlich über sieben Grad steigen und auch keine Wintereinbrüche mehr zu befürchten sind, kann der Wechsel auf Sommerreifen stattfinden und umgekehrt. Der optimale Zeitpunkt für den Wechsel ist damit natürlich regional verschieden. Grob kann man sagen, ‚Oktober bis Ostern’ trifft vor allem für Süddeutschland, Österreich und die Schweiz zu. In Norddeutschland ist der Einsatz von Winterreifen oftmals auch schon von November bis März ausreichend.

Warum ist ein Wechsel von Winter- auf Sommerreifen überhaupt nötig? Wie verhält sich ein Winterreifen bei sommerlichen Temperaturen und was hat dies zur Folge?
Eckhard Kuhlmann:
Das Profil und die Mischungen von Winterreifen sind speziell für winterliche Verhältnisse entwickelt. Die Profilklötze sind durch sogenannte Lamellen in kleinere Einheiten unterteilt, was den Klotz flexibler macht und gleichzeitig mehr Profilkanten zur Verfügung stellt, was den Gebrauchseigenschaften auf winterlichen Straßen zugute kommt. Die Winterreifenmischungen behalten im Gegensatz zu den Sommerreifenmischungen ihre Leistungsfähigkeit auch bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius und bringen damit auch auf nassen Straßen bei winterlichen Temperaturen einen signifikanten Sicherheitsgewinn gegenüber einem Sommerreifen.

Umgekehrt gilt für Sommerreifen, dass hier bei Umgebungstemperaturen von deutlich unter sieben Grad Celsius ein zunehmender Performanceabfall bei den sicherheitsrelevanten Reifeneigenschaften zu beobachten ist. Insbesondere Grip sowie Nass- und Trockenbremsperformance nehmen ab, da der Reifen ‚steifer’ wird und sich nicht mehr optimal mit der Straße ‚verzahnt’. Der Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen ist heute deutlich ‚erfahrbarer’ als früher, da Reifenmischungen immer hochentwickelter und immer besser auf die jeweiligen Einsatzanforderungen hin angepasst sind, um größtmögliche Sicherheit und Fahrleistung zu garantieren. Das Umrüsten auf einen der Jahreszeit entsprechenden Reifen ist also dringend anzuraten.

In Gegenden mit eher geringer Schnee-Neigung und eher gemäßigtem Klima sowie im Städten kann die Verwendung von Ganzjahresreifen eine sinnvolle Alternative sein. Ganzjahresreifen wie der Hankook Optimo 4S mit Schneeflockensymbol bieten ein Sommer-Profil auf der bei zügigerer Fahrweise generell stärker belasteten äußeren Profilhälfte. Die Reifeninnenseite entspricht einem Winterprofil mit höherer Lamellen-Anzahl und kommt sicherem Bremsen bei herbstlichen- oder winterlichen Bedingungen zugute. Damit sind Ganzjahresreifen eine sinnvolle Alternative für ‚A l l e’, die den jährlichen Reifenwechsel scheuen, aber trotzdem sicher und legal unterwegs sein wollen.


Wer sollte die Reifen wechseln? Das Individuum, Freunde oder eine Werkstatt?
Eckhard Kuhlmann:
Hier sind vor allem zwei Aspekte zu betrachten:
Die Montage der Reifen auf die Felge. Dieses sollte auf jeden Fall von Spezialisten in professionellen Werkstätten vorgenommen werden. Bei unsachgemäßer Montage von Reifen durch Laien kann es zu nicht sichtbaren Reifenschäden kommen, was zum Ausfall des Reifens und damit zu schweren Unfällen führen kann.

Das Anbringen der montierten Räder ans Fahrzeug. Technisch versierte Personen können dies unter Verwendung des richtigen Werkzeugs selber bewerkstelligen. Wichtig ist, dass die Radmuttern  bzw. die Radbolzen mit einem Drehmomentschlüssel mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden. Mit der Verwendung eines Drehmomentschlüssels verhindert man einen zu lockeren Sitz der Felgen und gleichzeitig aber auch ein Überdehnen der Befestigungen. Beides kann zu Ausfällen mit fatalen Folgen führen. Die Radbolzen / Schrauben sollten nach rund 200 km noch einmal mit einem Drehmomentschlüssel nachgezogen werden.


Wie sollten Reifen gelagert werden?
Eckhard Kuhlmann:
Die ETRTO (The European Tyre and Rim Technical Organisation) empfiehlt hier Folgendes. Wir schließen uns diesen Empfehlungen an:
Feuchtigkeit soll vermieden werden. Es ist sicherzustellen, dass keine Kondensation auftritt. Wann immer es möglich ist, sollten Reifen drinnen, in einem kühlen, trockenen und mäßig belüfteten Raum gelagert werden. Wenn Reifen im Freien gelagert werden, sollten sie zum Schutz gegen Wasser und Feuchtigkeit entsprechend abgedeckt werden. Reifen, die für eine Runderneuerung/Reparatur bestimmt sind, müssen vollständig trocken sein.

Gummiprodukte sollen vor Sonnenlicht und vor starkem künstlichem Licht mit einem hohen UV-Anteil geschützt werden.

Die Lagertemperatur soll unter 35 Grad C und vorzugsweise unter 25 Grad C liegen. Bei Temperaturen, die 50 Grad C übersteigen, und besonders wenn die Bestände nicht in geeigneter Weise vom Lager entnommen werden, können gewisse Abbauerscheinungen so beschleunigt werden, dass die endgültige Lebensdauer beeinflusst wird. Unmittelbare Berührung von Rohren und Heizkörpern muss vermieden werden. Niedrigere Temperaturen bewirken keine bleibenden Schädigungen, können aber eine Versteifung der Gummiprodukte verursachen. Deshalb soll dafür gesorgt werden, dass die Reifen unter solchen Temperaturen beim Hantieren nicht verformt werden. Wenn sie für den sofortigen Gebrauch einer solchen Lagerung bei niedrigen Temperaturen entnommen werden, sollen sie vor ihrem Einsatz vollständig auf um die 20 Grad C erwärmt werden.

Da Ozon besonders schädlich ist, sollen die Lagerräume keine Geräte enthalten, die Ozon produzieren, wie Leuchtstoffröhren mit hohem Ultraviolett-Anteil, Quecksilberdampflampen, elektrische Maschinen oder andere Einrichtungen, die eventuell Funken oder andere elektrische Entladungen erzeugen. Verbrennungsgase und Dämpfe, die Ozon mittels fotochemischer Prozesse erzeugen könnten, sollen ebenfalls ferngehalten werden. Lösungsmittel, Kraftstoffe, Schmierstoffe, Chemikalien, Säuren, Desinfektionsmittel u.ä. sollen nicht in den Lagerräumen aufbewahrt werden. Gummilösungen sollen in einem getrennten Raum gelagert werden, und die amtlichen Vorschriften für Lagerung und Handhabung mit brennbaren Flüssigkeiten müssen beachtet werden.

Gummiprodukte sollen in entspanntem Zustand gelagert werden, frei von Zug, Druck oder anderer Verformung, die bleibende Verformungen verursachen könnten.

Reifen können aufrecht in einer Schicht auf Regale gelagert werden. Die Reifen können sowohl verschränkt (Fischgräte), wie auch horizontal (röhrenförmig) aufeinander gestapelt werden, wobei die Stapelhöhe aus Stabilitätsgründen und um eine dauerhafte Verformung der Reifen der unteren Schichten zu vermeiden, beschränkt sein sollte. Wenn die Reifen auf Felgen montiert sind, sollen sie bevorzugt aufgepumpt aufrecht stehend oder in einer Lage auf Regalgestellen gelagert werden. Die montierten Reifen können auch horizontal (röhrenförmig) aufeinander gestapelt werden, wobei die Stapelhöhe aus Stabilitätsgründen beschränkt sein sollte.


Sollten andere sicherheitsrelevante Fahrwerksteile auch gleich kontrolliert werden?
Eckhard Kuhlheim:
Im Allgemeinen sollte der Fahrzeughalter das ganze Jahr dafür Sorge tragen, dass das Fahrzeug sich in einem technisch einwandfreien Zustand befindet. Mit Anbruch des Winterhalbjahres ist es  aber zusätzlich noch einmal besonders wichtig, Wert auf neue Scheibenwischer zu legen. Die Scheibenreinigungsflüssigkeit sollte mit ausreichend Frostschutz versehen werden. Zusätzlich sollte der Zustand der Fahrzeugbeleuchtung überprüft werden. Nicht zuletzt ist es von besonderer Wichtigkeit darauf hinzuweisen, dass der Fahrer seinen Fahrstil im Winterhalbjahr den Licht-, Straßen- und Witterungsverhältnissen anpasst. Selbst der beste Winterreifen hilft nichts, wenn der Fahrer seinen Fahrstil nicht den Verhältnissen anpasst. Davor steht schlicht und ergreifend die Physik; und die macht bekanntlich keine Sprünge.

Wie lange können Reifen genutzt werden?
Eckhard Kuhlmann:
Die Nutzungsdauer eines Reifens ist von den Lagerungsbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Position usw.) und den Betriebsbedingungen (Belastung, Geschwindigkeit, Fülldruck, Straßenzustand usw.) abhängig, denen der Reifen während seiner Lebensdauer ausgesetzt ist. Da diese Einflüsse sehr stark variieren, kann die Nutzungsdauer eines Reifens nicht mit Genauigkeit vorausgesagt werden. Je älter der Reifen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er nach Prüfung, aus Gründen die durch den Betrieb hervorgerufen wurden, ersetzt werden muss. Reifen sollten aus verschiedenen Gründen aus dem Verkehr gezogen werden, so bis auf Mindestprofiltiefe abgefahrenes Reifenprofil, sichtbare Reifenschäden (Schnitte, Risse, Beulen usw.) oder Anzeichen von Missbrauch (Unterdruck, Überlast etc.).

Daher wird empfohlen, alle auf Lieferwagen, Motorrädern, Fahrrädern, Wohnmobilen und Personenkraftwagen montierten Reifen sowie alle Reifen, die auf durch derartige Fahrzeuge gezogene Anhänger montiert sind (inklusive runderneuerte Reifen und Ersatzreifen), regelmäßig zu prüfen. Die Reifenindustrie unterstützt weiterhin die Rolle der Benutzer bei der regelmäßigen Überprüfung und Wartung ihrer Reifen. Eine monatliche Überprüfung des Reifenluftdruckes und des Reifenprofils durch den Benutzer sollte durch regelmäßiges Rundumwechseln, Auswuchten und Spurvermessen ergänzt werden. Zusätzlich sollte der Zustand eines Reifens geprüft werden, um zu bestimmen, ob es fühlbare oder sichtbare Anzeichen dafür gibt, dass der Reifen ersetzt werden muss. Für Erstausrüstungsreifen (d.h. Reifen, die vom Benutzer zusammen mit dem neuen Fahrzeug erstanden wurden), müssen, insofern mitgeliefert, die Empfehlungen des Fahrzeugherstellers zum Reifenersatz befolgt werden. Diese Empfehlungen und Richtlinien können nicht gewährleisten, dass die Reifen keine inneren unerkennbaren Schäden haben, wodurch sie nicht mehr einsetzbar sind. Benutzern wird dringend empfohlen, den äußerlich erkennbaren Zustand und jede Veränderung des dynamischen Verhaltens, wie zunehmende Geräusche oder Vibrationen, zu beobachten da diese Anzeichen dafür sein könnten, dass die Reifen aus dem Verkehr gezogen werde sollten.


Hankook Winterreifen: Warum sollten Fahrer Hankook kaufen?
Eckhard Kuhlmann:
Ob Schnee, Eis oder Nässe – Fahrer sollen auch im Winter die Straße jederzeit voll im Griff haben. Dazu ist es besonders wichtig sich auf die Reifen verlassen zu können. Deshalb haben wir auch unseren Hankook i*cept RS, unseren Winterspezialisten für Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse, mit einer besonders griffigen Laufflächenmischung für sicheren Nassgriff und einer großen Anzahl an Lamellen ausgestattet –  die größere Kontaktfläche verbessert die Traktion und reduziert Bremswege auf Eis und Schnee. Gleichzeitig profitieren Fahrer von einer hohen Wirtschaftlichkeit dank geringerem Rollwiderstand und damit reduziertem Kraftstoffverbrauch.

Das Innenleben eines Reifens ist immer hochkomplex. Dass ein Reifen aber auch optisch nicht langweilig sein muss beweist der Hankook *cept evo, ein stylischer Winterspezialist für höchste Fahrstabilität und überzeugende Traktion auf Eis und Schnee. Als  Ultra-High-Performance-Winterreifen für Fahrzeuge der gehobenen Mittelklasse bis hin zu Luxuslimousinen, Sportwagen und mittleren bis großen SUV wurde sein Bärentatzen-Profildesign dem Red Dot-Design-Award ausgezeichnet. Seine spezielle 3D-Lamellen-Technologie steht für die Optimierung sicherheitsrelevanter Aspekte wie das Trockenbremsverhalten und die Handlingeigenschaften des Reifens auf Schnee und bei Nässe.


Herr Kuhlmann, die Redaktion von „genussmänner.de“ sagt vielen Dank für das ausführliche und aussagestarke Gespräch.

Foto: Hankook

 


Veröffentlicht am: 09.11.2013

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