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Morgengruß von Helmut Harff: Schlager

Wir alle kennen Schlager. Wir alle können mindestens einige Schlager mitsingen oder mitsummen. Hunderttausende besuchen Konzerte von Schlagersängern. Und doch, Schlager ist für viele Menschen vor allem aus dem sogenannten Bildungsbürgertum höchstens Unterhaltungsmusik, keineswegs Kunst.

Ließt man das Feuilleton der unterschiedlichsten Zeitungen, hört man in der Kultursendern etwas über den Schlager und seine Interpreten, so ist da mehr Häme und Ablehnung zu finden als Anerkennung. Schlager, das ist etwas für die Unterschicht. Das ich nicht lache. Man gehe nur einmal zum Oktoberfest in die Zelte, in denen die Schönen und Reichen, die Erfolgreichen und Gescheiten feiern. Hier singt jeder jeden Schlager mit. Plötzlich kennt man die Schlager doch.

Noch ein Beispiel gefällig? Versuchen Sie einmal zu beobachten, welche Schlagerstars auf welchen Aktionärstreffen, auf welche Treffen von hochrangigen Wirtschaftsbossen und Politikern für Stimmung sorgen. Beobachten Sie mal, wer für den Bundespresseball und ähnliche Veranstaltungen gebucht wird. Es sind immer Schlagersänger dabei.

Ich verstehe sowie so nicht, warum Menschen, die sich eigentlich für tolerant halten, beim Thema Schlager die Nase rümpfen. Sie bemängeln die Texte und auch die Musik. Nun sind die Texte und die Inhalte von Opern häufig auch ziemlich grausig. Texte, gesungen von den Rolling Stones oder den Beatles, sind ebenfalls nicht immer meisterliche Ergüsse eines Dichters.

Ich verstehe auch nicht, warum man dem Schlager seine "Herz-Schmerz"-Texte vorwürft. Die das kritisieren würden wohl kaum Gedichte von Rilke oder Eichendorf kritisieren. Ich bin vielmehr der Ansicht, dass der Schlager häufig Gefühle, die wir alle kennen, in einfache Worte kleidet. Sie werden so leicht verstanden. Das kann man kritisieren. Doch ich meine, dass solche Lieder auch hilfreich sein können.

Vor allem kann der Schlager aber eins: unterhalten. Und damit steht er in einer Linie mit Opern, Operetten und Musicals. Viele Titel aus diesen Genres sind zu Schlagern geworden, die wir alle genau wie die alten und neuen Schlager kennen.

Ich finde es wird Zeit, dass wir Kunst, die die Massen begeistert nicht schon allein deshalb ablehnen. Kunst wird nicht dadurch etwas besonderes, dass man sie in Opernhäusern aufführt, in Museen präsentiert oder das jemand dafür aberwitzige Millionenbeträge bezahlt. Kunst muss ansprechen - und das tut der Schlager wie das Altarbild oder die Oper.

Ich gehe jetzt in mein Lieblingslokal frühstücken. Dort läuft immer Schlagermusik. Ob es mir deshalb dort so gut gefällt?

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück. Wie viel Schlager kennen Sie?

 


Veröffentlicht am: 17.11.2013

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