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Aufgespießt: Öffentlich-rechtliches Dauergrinsen

(Helmut Harff / Chefredakteur) Schon lange ging mir die ARD nicht mehr so auf die Nerven, wie in der vergangenen Woche. Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, wie die Anstalt richtig heißt, hatte eine Woche ein Dauergrinsen im Gesicht. Man hatte sich entschieden, dem Glück eine Themenwoche zu widmen.

Wenn das als Antwort auf eher traurigen und wenig Glück verheißenden zahlreichen Parteitage und die Koalitionsverhandlungen in Berlin und Wiesbaden gedacht war, so wäre das ja noch verzeihlich. Doch was man von einer Anstalt wie der ARD so hört, war diese Themenwoche schon geplant, als noch niemand etwas von einer möglichen großen Koalition hören wollte. So gesehen ist es wohl auch keine Hommage an den verstorbenen Dieter Hildebrandt. Der hätte zumindest angesichts des humorlosen Polittheaters an einer Themenwoche "Glück" seinen Spaß gehabt.

Mir ist der Spaß schnell vergangen. Wenn man sich die "Glück"-Sendungen der ARD ansah, so musste man immer wieder zu der Ansicht kommen, man kann, man muss ständig glücklich sein. Mich erinnerte das an Pornos, in denen die Männer immer können und die Frauen immer wollen. Die ARD-Glücks-Pornos waren genauso schlimm wie die aus den Hinterhofstudios.

Was ist eigentlich Glück? Beim modernen Lexikon Wikipedia ist zu lesen: "Als Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens ist Glück ein sehr vielschichtiger Begriff, der Empfindungen vom momentanen Glücksgefühl bis zu anhaltender Glückseligkeit einschließt, der uns aber auch als ein äußeres Geschehen begegnen kann, z. B. als glücklicher Zufall oder als eine zu Lebensglück verhelfende Schicksalswende." Planen Sie nach dieser Definition mal eine Themenwoche zum Thema "Glück".

Ich bin ohnehin kein Freund vom inflationären "Glücksbegriff". Glück ist für mich eher ein Augenblickszustand. Ich kann nicht über Tage und Wochen durchweg glücklich sein. Ich kann zufrieden sein, ich kann traurig sein, ich kann mich wohl fühlen. Glücklich bin ich immer nur wenige Augenblicke.

Allerdings hat mein Glück (nicht nur) damit etwas zu tun, dass ich Glück hatte, wie etwa bei einem Lottogewinn. Ich kann schon etwas dafür tun, Glücksmomente zu erleben. Ich muss erst einmal dafür offen sein. Berufspessimisten, für die das gern bemühte Glas immer halbleer ist, werden kaum Glücksmomente erleben. Wer dagegen optimistischer durch die Welt geht, der kann das Glück auch da erleben, wo wir es überhaupt nicht vermuten.

Doch brauche ich dazu das öffentlich-rechtliche und gebührenfinanzierte Fernsehen und seine Glücks-Gurus? Nein! Obwohl, manchmal sorgte die ARD sogar bei mir für Glücksmomente: Immer dann, wenn ich den Fernseher ausschaltete.

 


Veröffentlicht am: 25.11.2013

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