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Morgengruß von Helmut Harff: Pisa-Studie

Wenn ich Pisa höre, dann denke ich an den schiefen Turm in der italienischen Stadt. In deutschen Schulen - und nicht nur da - denkt man bei Pisa an die gleichnamige Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). In ihr wird das Bildungsniveau von 15-jährigen Schülern weltweit verglichen.

Toll, deutsche Schüler sind laut dieser Studie nicht mehr so dumm, wie noch vor Jahren. Weniger toll, sie sind noch immer Mittelmaß. Doch stimmt das Bild? Ich befürchte, es ist genauso schief, wie der Turm in Italien. Es wurden vor allem mathematische Fähigkeiten getestet, aber keine Allgemeinbildung. Wenn ich etwas berechnen kann, weiß aber nicht was ich da berechne, so ist das sicherlich nicht das, was wir von einem Schüler erwarten.

Wie schlau sind nun deutsche 15-jährige? Darüber sagt die Studie nichts aus. Sie sagt nicht einmal darüber etwas aus, ob unsere Jugend heute klüger als bei der Vorlage der Pisa-Studie 2001 ist. Es wird nämlich nicht jedes mal nach gleichen Kriterien getestet. So unseriös kann man eigentlich gar nicht arbeiten.

Allerdings zeigt die Studie auch, dass es mit dem Bildungsniveau nicht so weit her sein, denn deutsche Schüler erreichen vielfach das Klassenziel nicht oder beenden die Schule sogar ohne Abschluss. Das ist kein Ruhmesblatt für das deutsche Bildungssystem.

Nun werden wieder Forderungen nach mehr Mittel für das Bildungssystem laut. Das ist verständlich und sicherlich berechtigt. Doch die Gleichung viel Geld gleich besser Bildung scheint nicht aufzugehen. Wieso sonst gehören Polen und Italien zu den Gewinnern der Studie? Auch Süd-Korea und China gehören - zumindest in der Breite - nicht zu den wohlhabensten Ländern. Doch gemeinsam mit Singapur und Hongkong führen sie die OECD-Liste an.

Geld ist es eher nicht, was für ein hohes Bildungsniveau sorgt. Es ist wohl eher der gesellschaftliche Stellenwert von Bildung. Der scheint mir in den asiatischen Ländern höher als bei uns zu sein. Wir wollen unsere Kinder viel zu häufig in Watte packen. Davon ist man in den Gewinner-Regionen weit entfernt. In Asien werden Kinder gefordert und gefördert. Ja, dort herrscht Leistungsdruck und den lehnen viele hierzulande für ihre Kinder ab. Andererseits bejubeln wir junge Schachweltmeister, junge Wimbledon-Sieger- und Siegerinnen oder Kinder, die schon mit fünf Jahren ihre ersten Kompositionen selber zu Gehör brachten.

Was wir brauchen sind keine kaum nachzuvollziehenden Studien, die schon was schiefes im Namen haben. Was wir brauchen, ist ein einheitliches Bildungswesen und keine Kleinstaaterei. Was wir brauchen, ist eine Förderung der Heranwachsenden vom Kindergarten bis zum Doktortitel. Was wir nicht brauchen, sind ständig neue Bildungsexperimente, überforderte, schlecht bezahlte und häufig zu alte Lehrer. Was wir auch nicht brauchen, sind romantische Vorstellungen über eine Kindheit auf Wolke 7.

Wir haben in Deutschland nicht mehr als unsere Köpfe, als unseren Grips. Der muss ständig gefordert und gefördert werden - egal, was eine Pisa-Studie sagt.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück und werde mal lesen, wie Kollegen die Pisa-Studie bewerten.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 04.12.2013

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