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Aufgespießt: Outing

Ich bin kein Fußballer

(Helmut Harff / Chefredakteur) Ja, ich bin Hetero und das ist auch gut so! So, nun habe ich mich auch geoutet. Ob ich damit auf die Titelseiten von Bild oder TAZ kommen? Ob dazu der Regierungssprecher etwas sagen wird? Ob ich dafür von aller Welt gelobt werde? Ob mir dafür sowohl der katholische Kardinal und Alice Schwarzer über den Kopf streicheln wird? Ob ich nun endlich in eine Fernseh-Talkshow eingeladen werde? Ob nun Millionen Menschen täglich genussmaenner.de anklicken werden?

Ich bin sicher, dass nichts davon durch mein Outing Realität werden wird. Ich mag Frauen, was übrigens nicht heißt, dass ich Männer hasse. Warum auch. Schließlich haben alle schwulen Männer, die ich kenne, viele gute Freundinnen.

Doch warum macht das Outing eines ehemaligen Fußballspielers, eines sehr guten und als harten Schützen verschrieenen noch dazu, so ein Aufsehen? Im Moment fehlt nur noch, dass der nun bekennende schwule Thomas Hitzlsperger das Bundesverdienstkreuz dafür bekommt, dass er eine Mauer des Schweigens im Fußball zumindest etwas brüchig gemacht hat.

Zugegeben, bekennend schwulen Fußballern begegnet man seltener, als Verteidigungsminister, die den Soldaten das Schießen verbieten. Doch warum ist das so? Warum sollen schwule Männer nicht gut Fußball spielen können? Können sie ja, wissen wir nun. Und doch können sie nicht einfach sagen, ich liebe Männer mehr als Frauen oder genauso wie sie Übrigens trifft das nicht nur auf Fußballer zu. Schwule Wirtschaftsbosse sind zumindest mir nicht bekannt. Harte Kerle in den Chefetagen eben, die sich wohl allesamt darüber definieren, ihre Sekretärinnen "flach legen" zu können. Für mich sind das die wahren Schlappschwänze (Sorry für den Begriff).

Mir ist völlig egal, wer da wen liebt. Als Preuße bin ich eh der Ansicht, das jeder nach seiner Fasson selig werden soll. Das scheint in der Gesellschaft noch lange nicht angekommen zu sein. An den Stammtischen, aber längst nicht nur da, ist man deutlich weniger tolerant, als man uns von medialer und offizieller Seite weiß machen will. Man verhält sich zumindest bei öffentlichen Äußerungen politisch korrekt. Wo sind die Fußballer, die Trainer, die Offiziellen, die Wirtschaftsbosse, die Journalisten und Politiker, die Schwule für abartig veranlagte Menschen halten? Wo sind die, die ihre schwulen Kinder verleugnen oder diese zur Scheinehe zwingen - nur um des "guten Rufes" - wegen zwingen? Sie schweigen oder lügen.

Mir fällt dazu eine Zeichnung des US-amerikanischen Cartoonisten Ollie Harrington ein. Abgebildet sind zwei weiße Frauen bei einer Unterhaltung. Darunter steht: "Ich habe nichts gegen Farbige, ich gebe ihnen sogar die Hand." Ich befürchte, so denken hierzulande mehr Menschen, als ich wahr haben möchte.

Noch eins: Sorgen Sie doch bitte dafür, dass mein Outing zumindest dazu führt, dass für noch viel mehr Menschen genussmaenner.de (fast) genauso wichtig wie der geliebte Partner ist.

 


Veröffentlicht am: 13.01.2014

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