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Morgengruß von Helmut Harff: Unwort des Jahres

Die Jury entschied sich für Sozialtourismus

Ehrlich, politisch korrekt mag die Wahl zum Unwort des Jahres 2013 " Sozialtourismus" sein, spektakulär ist etwas anderes. Mit dem Schlagwort "wurde von einigen Politikern und Medien gezielt Stimmung gegen unerwünschte Zuwanderer, insbesondere aus Osteuropa, gemacht", begründete die Jury unter dem Vorsitz der Sprachwissenschaftlerin Nina Janich ihre Entscheidung. Mir ist das Unwort 2013 "Sozialtourismus" nicht häufig begegnet. Große Koalition wäre mein Favorit gewesen.

Die Wahl zeigt, dass die Zuwanderung von Menschen aus der EU augenscheinlich wichtiger als die Politik der großen Koalition, die Energiewende oder die Alters- und Kinderarmut ist. Haben wir wirklich keine weiteren Probleme, als vermeintlichen Sozialmissbrauch? Bringen uns wirklich einige Tausend Bulgaren und Rumänen an den Rand des Ruins. Sind es wirklich diese Menschen, die unser Sozialsystem zum kollabieren bringen?

Das glaubt wohl selbst der letzte Stammtischstratege oder CSU-Grande nicht wirklich. Doch eignen sich die Armutsflüchtlinge hervorragend dazu, von den eigentlichen Problemen im Land abzulenken. Fremde, irgendwie andere Menschen, taugten für die Mächtigen schon immer dazu, von ihrem eigenen Unvermögen abzulenken. Da bemüht man schon mal gern latente und seit Urzeiten vorhandene Ängste vor dem Unbekannten und Fremden. Da unterscheiden wir uns heute nicht deutlich von den Mammutjägern vor Jahrtausenden.

Doch wie war das in unsere Geschichte? Woher kommen die Wolgadeutschen, die Siebenbürger Sachsen, die Banater Schwaben, die deutschen Communities in den USA, Kanada, Argentinien, Chile oder Brasilien? Meine Vorfahren sind beispielsweise nach Brasilien ausgewandert. Die haben ihre Heimat sicherlich nicht verlassen, weil es hier so toll war. Und wie war das mit den DDR-Flüchtlingen? Haben die sich, in Deutschland West angekommen, politisch engagiert? Die meisten zumindest nicht. Die wollten wir die Bulgaren und Rumänen einfach besser leben. Viel landeten erst einmal oder auch längerfristig in den sozialen Hängematten der Bundesrepublik. Auch sie hatten keinen Pfennig in die nun genutzten Sozialsysteme eingezahlt.

Ich bin nicht sehr glücklich über das Unwart des Jahres 2013. Vielleicht hätte man weniger dem Mainstream folgen sollen.

Heute frühstücke ich in der Luft auf dem Flug nach Zürich.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Vielleicht küren wir ja mal das Männerwort des Jahres. Fällt Ihnen eines ein?

 


Veröffentlicht am: 14.01.2014

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