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Morgengruß von Helmut Harff: Schwarze Männer

... sind nicht immer böse...

Die Angst vor dem schwarzen Mann - dem Teufel - wurde über Jahrhunderte vor allem den Kindern regelrecht eingeflößt. Gert Fröbe brillierte als böser schwarzer Mann im Film "Es geschah am hellichten Tag". Andererseits ist der schwarze Mann - verkörpert durch den Schornsteinfeger - ein Glücksbringer. Vielleicht beklagen heute so viele Leute kein Glück zu haben, weil es keine (schwarzen) Schornsteinfeger mehr gibt.

Kein Mangel herrschte in den letzten Januartagen in Goslar an schwarzen Männern. Das Harzstädtchen war schier überschwemmt von Männern in dunklen Anzügen, zumeist langen, dunklen Mänteln, die vielfach Hüte trugen. Nein, dass hatte nichts mit dem nahe gelegenen Hexentanzplatz zu tun. Es war auch kein Treffen einer Sekte oder einer Religionsgemeinschaft.

Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Die Männer, die sich in der Weltkulturerbe-Stadt trafen, beten alle das gleiche Buch - kurz BGB genannt - an. Jeder hat es im Bücherschrank. Sie nehmen es und seine vielfältigen Kommentare nahezu täglich in die Hand. Viele seiner Abschnitte können sie aus dem Kopf zitieren. Die da Goslar bevölkerten, waren die Teilnehmer am jährlich stattfindenden Deutschen Verkehrsgerichtstag. Es waren Juristen.

Das Juristen den dramatischen Auftritt mögen, weiß man zumindest aus dem Fernsehen. Dass sie gern schwarz gewandet daher kommen, ebenfalls. Die Robe ist noch immer ein Standeszeichen der Volljuristen - zumindest im Gerichtssaal. Mir fiel nun auf, dass die Juristen - es waren fast nur Männer in Goslar zu sehen - auch ansonsten klassische Outfits in gediegenem Schwarz bevorzugen. Das hat fast etwas von einer Juristen-Uniform.

Ist schwarz die Farbe der Juristen-Kaste? Zu dieser Einschätzung kam ich zumindest, als ich auf meinem Zug wartete. Auf meinem und dem Nachbarbahnsteig standen jeweils rund 30 bis 40 Männer, die augenscheinlich (Werbetüten verrieten sie) zur Juristenkaste gehörten. Alles schwarz oder zumindest dunkel gewandet. Die meisten Mäntel und auch die Taschen waren hochwertiger Natur. Klar, dachte ich, Juristen sind wohlhabende Menschen. Beim Blick auf die Schuhe schwand meine Bewunderung. Maßschuhe? Fehlanzeige. Juristen scheinen auf ihr Aussehen, auf ihr Erscheinungsbild recht viel Wert zu legen. Doch zumindest bei denen, die mit der Bahn reisen, reicht es augenscheinlich nicht auch noch für teure Schuhe. Schon erstaunlich, was einem so durch den Kopf geht, was ein etwas genauerer Blick über den, über die Juristen - zumindest solche, die nicht im Luxusschlitten unterwegs sind - verraten.

Meine Schuhe verraten heute nur, dass ich auf dem Weg zum Frühstücksbrunch mit Matsch auf den Straßen rechne.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und einen schönen Sonntag.

 


Veröffentlicht am: 02.02.2014

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