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Morgengruß von Helmut Harff: Die Schweizer

Ausländer, das ist so ein verdammt heikles Thema

Ja, so ist das mit der direkten Demokratie, so ist das mit Volksabstimmungen. Manchmal weiß man nicht, was dabei heraus kommt. Manchmal stimmt die Mehrheit so und die öffentliche Mehrheit ist zumindest enttäuscht.

So ging es allen, die in München und Umgebung gern olympische Winterspiele besucht hätten. Die Menschen vor Ort wollten das nicht. Nun haben die Schweizer für Verwirrung gesorgt. Ein hauchdünne Mehrheit will den Zuzug von EU-Ausländern begrenzen. Aus Sicht der Eidgenossen ist so ein Votum verständlich, wenn man sieht, dass fast jeder vierte, der in der Schweiz arbeitet, ein Ausländer ist. Man denke sich das mal in Deutschland. Wir hätten rund 20 Millionen Menschen ohne deutschen Pass im Land. Jetzt sind es knapp 8 Millionen.

Und doch, wenn ich einmal genauer hinsehe, so kommen mir doch Zweifel, ob sich die Nachbarn da einen Gefallen getan haben. Wer soll die Jobs der nicht mehr erwünschten Ausländer übernehmen? Die Schweizer? Davon gibt es einfach zu wenige. Schließlich herrscht in der Schweiz fast so etwas wie Vollbeschäftigung. Nicht umsonst findet man heute (fast) kein Hotel, keine Gaststätte oder andere touristische Angebote, in denen keine Ausländer arbeiten. Ich bin viel in der Schweiz unterwegs und noch nie in einem Hotel gewesen, in dem es keine "Gastarbeiter" gab.

Entweder man reduziert zukünftig die Dienstleistungen oder stellt (woher auch immer) Landsleute ein - das Ergebnis ist immer das Gleiche: Die Preise werden steigen. Nur, die Schweiz ist schon heute ein sehr teueres Urlaubsland. Mal sehen was da noch passiert.

Ich bin auch gespannt, wie die EU mit dem "Steuer-Schurkenland" weiter umgehen wird. Die nun möglicherweise in Gefahr geratene Freizügigkeit von Arbeitnehmern ist ebenso wie die Freizügigkeit von Waren und Dienstleistungen vertraglich geregelt. Eines soll es ohne das andere nicht geben. Es wird sicherlich noch spannend.

Spannend ist auch, wie sich das auf den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Schweiz auswirken wird. Werden auch Zuzüge von Studenten und Wissenschaftlern, von Wirtschaftslenkern und sonstigen Eliten begrenzt? Was machen Konzerne wie Novartis oder Almbauern, wenn sie ihre Freizügigkeit im Handel mit der EU verlieren?

Ich bekomme ein ungutes Gefühl bei solchen Abschirmungstendenzen wie sie ja längst nicht nur in der Schweiz zu beobachten sind. Immer waren die Länder, die offen für andere Menschen waren, die erfolgreichen. Wir hier in Preußen würden wohl noch immer hinter dem Mond wohnen, hätten wir unsere Grenzen nicht für Hugenotten oder andere Flüchtlinge geöffnet. Es gäbe wohl keinen deutschen Spargel mehr, würden den nicht Menschen aus Ost- oder Südosteuropa stechen.

Doch gegen Gefühle, gegen die Angst vor Überfremdung kommen rationale Argumente nur schwer an.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Ob meine Frühstückbrötchen nur von Menschen mit deutschem Pass gebacken werden? Mir ist das egal.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 11.02.2014

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