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Morgengruß von Helmut Harff: Nachwuchs

Sag mir, wo die Kinder sind...

Gestern habe ich gleich drei Beiträge im Radio gehört, die auf den ersten Blick gar nichts mit einander zu tun haben. Es ging in allen dreien um den Nachwuchs.

In einem Bericht über Olympia wurde einerseits festgestellt, dass Deutschland gerade in der Medaillenwertung den ersten Platz belegt. Dennoch war der Autor nicht zufrieden, denn allein die Rodler gewannen fünfmal Gold. In Disziplinen wie Biathlon und Eisschnelllauf - einst Medaillenbanken für die Deutschen, fuhr man nur fast immer hinterher. Es fehle an Nachwuchs, so die Erklärung. Die alten Kämpen haben die Arena verlassen und Nachwuchs ist nicht in Sicht.

Im zweiten Beitrag ging es wie schon so häufig um die Vereinbarung von Kind, Beruf und Karriere. Das Problem wurde wieder einmal von allen Seiten durchgekaut und heraus kam, was einem durchgekauten Kaugummi entspricht - nichts.

In der dritten Sendung ging es darum, wie schlimm wir doch mit unserem Nachwuchs umgehen, wie schwer es die lieben Kleinen haben, wie sie als Kinder schon überfordert werden und wie wir Kind Kind sein lassen können.

Klar, im nachhinein passen alle drei Rundfunkbeiträge wie Puzzleteile zusammen. Klar gibt es keinen Sportnachwuchs, wenn wir unseren Nachwuchs in Watte packen. Wir bewundern Kinderstars und erfolgreiche junge Menschen - allerdings gern mit dem Hinweis, dass man den Kindern ihre Kindheit gestohlen hat. Wir - breite Teile der Gesellschaft - wollen die Kinder fern von den Realitäten in einem Wolkenkuckucksheim groß werden lassen. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn es immer weniger junge Leute gibt, die sich für den Leistungssport begeistern.

Wie sollen es die Kinder auch lernen, wenn ihre Eltern vor allem eines im Kopf haben - sich selbst. Schon die Frage, wie man Kinder und Karriere unter einen Hut bringen kann, finde ich höchst problematisch. Noch schwieriger herscheint für mich die Tatsache, dass die Eltern bei der Geburt ihres Nachwuchses heute so alt sind, wie vor dreißig Jahren die Großeltern. Die haben heute schon die ersten Anzeichen von Alzheimer, noch bevor die Kleinen in die Pubertät kommen. Wer soll da mit den Kindern rodeln oder Ski fahren gehen? Die einen müssen ständig erreichbar sein - schwierig auf der Piste - die anderen vergessen schon, wo sie überhaupt sind.

Ja, ich bin der Ansicht, dass man Kinder fördern und fordern muss. Was bei arbeitslosen Erwachsenen exerziert wird, sollte man auch bei Kindern forcieren. Ja, ich bin der Ansicht, dass Kinder sich messen wollen und man ihnen dafür Möglichkeiten geben soll und muss. Nein, ich mag keine Eltern, die ihre Kinder jeden Tag zu mehreren Aktivitäten chauffieren. Man kann nicht gleichzeitig gut ein Instrument spielen, sportlich erfolgreich sein, knifflige Probleme lösen und noch tolle Kunstwerke schaffen. Na zumindest kenne ich nur eine, die das in Ihrer Kindheit und auch jetzt kann.

Ja, ich bin der Ansicht, dass man Kinder nicht in Watte packen, sondern fordern, nicht jedoch überfordern soll. Ich werde immer wieder gefragt, was mich an der DDR am meisten gestört hat. Ich antworte dann immer, dass sie mir viel zu wenige Bildungs-Chancen geboten hat. Ich bin nicht erfreut darüber, dass immer mehr Eltern ihren Kindern die Chancen nehmen, etwas außergewöhnliches zu leisten - ob als Sportler, als Künstler, als Wissenschaftler und von mir aus auch als Politiker.

So, dass musste raus, bevor ich jetzt wie jeden Sonntag zum Frühstücksbrunch gehe.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntags-Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 16.02.2014

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