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150 Jahre Erfindung des Kletterns

Die Sächsische Schweiz feiert

(tvssw) Die Sächsische Schweiz ist eine der beliebtesten Kletterregionen Deutschlands. Bizarre Felsnadeln mit schmalen Gipfeln, honiggelber Sandstein mit vielfältigen Texturen sowie eine grandiose Naturkulisse machen sie zu einem wahren Dorado für Anhänger des vertikalen Sports. Hinzu kommt eine große Tradition: Vor 150 Jahren wurde hier zum ersten Mal ein Klettergipfel sportlich bezwungen. Von der Sächsischen Schweiz aus eroberte die neue Sportart die Welt.

Es waren fünf Turner aus dem malerischen Örtchens Schandau (heute Bad Schandau) im Herzen der Sächsischen Schweiz, die mit ihrem Wagemut Klettergeschichte geschrieben haben: Tischlermeister Gustav Tröger, Sattlermeister August Hering, Expedient Ernst Fischer, Maurer Johannes Wähnert und Tischler Heinrich Frenzel. Ihre Sehnsucht galt dem Gipfel des benachbarten Falkensteins, damals in schier unerreichbaren 80 Metern Höhe. Mitten im Winter, am 31. Januar 1864, begannen die Sportler das kühne Unterfangen, ihn zu bezwingen. Nach mehrmaligen Versuchen glückte es am 6. März.

Dem Falkenstein folgten bald weitere Ziele und den Schandauer Turnern weitere Bergsportler aus nah und fern. Die Früherschließung der Region als Klettergebiet erfolgte zunächst mit Hilfsmitteln wie Leiter und Pickel. Auch die Erstbezwinger des Falkensteins verwendeten Steighilfen, um die Route, die heute als „Turnerweg“ bekannt und mit der Schwierigkeit III eingestuft ist, zu vollenden.

Nur zehn Jahre nach dem ersten Klettererfolg wurde ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des sächsischen Bergsteigens gesetzt: 1874 bestiegen die Steinmetze Otto Ewald Ufer und Hermann Johannes Frick den Felsen Mönch bei Rathen erstmals ohne Hilfsmittel. Daraus entwickelte sich bis 1910 das Freiklettern. Dabei dürfen Seil, Ring und Karabiner lediglich als Sicherung dienen. 1913 wurde dieser Gedanke erstmals in einem sächsischen Kletterführer festgehalten. Aus Sachsen gelangte diese anspruchsvolle und besonders felsschonende Form des Kletterns über die USA als „Freeclimbing“ zurück ins westliche Europa und in den Rest der Welt. Die Möglichkeiten für Anhänger des Sports scheint dabei unerschöpflich. Allein in der Sächsischen Schweiz gibt es heute über 21 000 Kletterrouten, 148 davon am Falkenstein.

Sächsische Bergsteiger verzichten bis heute auf Hilfsmittel für den Aufstieg. Dazu zählen auch Klemmkeile aus Metall oder Magnesia. Stattdessen legen sie Schlingen über hervorstehende Zacken, in enge Risse oder um sanduhrenförmige Auswaschungen. Das fordert nicht nur den Körper, sondern auch den Geist, was für viele der besondere Reiz des Kletterns im sächsischen Fels ist. Außerdem werden die Anstrengungen in der Sächsischen Schweiz in der Regel durch echte Gipfelglücksmomente belohnt.

Sächsische Kletterer schlossen sich seit Ende des 19. Jahrhunderts in Klubs zusammen, der erste 1879 in Schandau der „Bergsteigerklub Rüstig“. Es folgten 1895 die „Falkensteiner“ und 1896 „Wanderlust“ in Dresden, 1898 die „Mönchsteiner“ in Pirna, 1905 „Edelweiß“ in Neustadt sowie 1908 die „Friensteiner“ in Sebnitz sowie viele weitere. Achtzehn von ihnen bildeten schließlich 1911 den Sächsischen Bergsteigerbund (SBB).

Anlässlich des 150. Jubiläums gibt es 2014 in Bad Schandau und in Neustadt je eine Sonderausstellung, in denen die Geschichte des Kletterns beleuchtet wird. Ausstellungseröffnung in Bad Schandau ist am 6. März um 9:30 Uhr mit einer Festveranstaltung im Nationalparkbahnhof Bad Schandau. Von Mai bis Ende 2014 wird sie dann im Stadtmuseum Bad Schandau zu sehen sein. Darüber hinaus wird der SBB in Abhängigkeit von der Wetterlage am 6. März Jubiläumsbesteigungen am Falkenstein durchführen. Eine weitere Jubiläumsausstellung in Neustadt ist von Mai bis Oktober im Stadtmuseum Neustadt zu sehen.

Kletterkurse vermittelt der Informations- und Buchungsservice des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz als Schnuppertag oder Grundkurs. Information und Buchung unter Telefon +49 3501 4701-47 oder www.saechsische-schweiz.de.

Copyright:
Sammlung Joachim Schindler Dresden

 


Veröffentlicht am: 18.02.2014

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