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23.09.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Entschleunigen

Ich habe so meine Zweifel

Ja, wir leben in hektischen Zeiten. Wir sind ständig erreichbar - oder meinen ständig erreichbar sein zu müssen. Wir stehen viel zu häufig unter Strom - auch wenn es gar nicht nötig ist. Wir sind völlig verplant. Das gilt auch für unsere Freizeit. Viele planen sogar ihre Modekrankheit Burn out in den Jahresablauf ein. Viele Hotels werben fast zwangsläufig damit, dass man bei ihnen Entschleunigen kann.

Doch was erwarten die gestressten Menschen vielfach: Einen Tagesplan, der ihrem "normalen" Kalender in kaum etwas nachsteht. Vor dem Frühstück geht es zum Aquafitness, nach einem Entschlackungstee, Knäckebrot und linksrum drehenden Joghurt geht es zum Yoga. Anschließend ist genau 35 Minuten Ruhe bei sphärischen Musik angesagt. Dann gibt es ein Glas Heilwasser, bevor man zu einem Vortrag geht. Dabei geht es um Ruhepunkte im täglichen Leben. Dann schwimmt man noch 20 Bahnen. Anschließend geht es zum sehr überschaubaren und wenig sättigenden Mittagessen.

So geht das den ganzen Tag weiter. Handys oder Laptops gelten während der Entschleunigungszeit ebenso wie der Fernseher als Teufelswerk. Wer an den Job oder auch nur den bei der Oma geparkten Nachwuchs denkt, hat nicht verstanden, was Entschleunigung bedeutet. So wird es den Besuchern von Entschleunigungsprogrammen zumindest suggeriert. Allerdings: Ans Geld darf man schon denken. Schließlich belastet so eine Entschleunigungswoche das Konto schnell und deutlich. Doch eigentlich soll man ja Entschleunigen und nicht an den schnöden Mammon denken. Das hat man ja zuvor getan - um sich die Entschleunigung dann leisten zu können.

Doch was bringt so eine Entschleunigungswoche? Mir nichts. Ich will nicht vorgeschrieben bekommen, was ich wann mache, was ich esse. Ich will - wenn ich mal runter kommen will - genau das machen, wozu ich sonst angeblich keine Zeit habe. Ich will ins Fußballstadion gehen, ich will wandern, ich will mal einfach so im Internet stöbern, ich will mich mit Freunden treffen,  mir und anderen etwas leckeres kochen, will auch einfach mal ausgelassen fernsehen. Ja, ich will dann auch etwas für mein körperliches Wohlbefinden tun. Ich will zur Pediküre und Maniküre, ich will mich massieren und meine Haut pflegen lassen. Ich will joggen oder ins Fitnessstudio gehen. Ich will Kraft tanken für die vor mir liegende Zeit.

Ich möchte, dass mir genau das ein Hotel bietet. Ich will mich verwöhnen lassen. Ich will aber keine Pläne, keine Animation - so gut sie auch gemeint sind. Aber, vielleicht bin ich ja einfach nicht der richtige Gast für geplante Entschleunigungprogramme. Das die gut bei vielen Mitmenschen ankommen, belegen die sehr guten Buchungszahlen in "Entschleunigungshotels".

Mein Frühstück genieße ich wie jeden Sonntag völlig relaxt mit Freunden beim Brunch.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles und entspanntes Sonntags.

 


Veröffentlicht am: 02.03.2014

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