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Kunstwerke im Kleinformat

Exlibris aus vier Jahrhunderten im Germanischen Nationalmuseum

Fantasievolle, eigens für eine Person entworfene druckgrafische Blätter, die zur Besitzkennzeichnung in Bücher geklebt wurden: das sind Exlibris (lat. „aus den Büchern“), Kunstwerke im Kleinformat. Erstmals präsentiert die Graphische Sammlung aus ihren umfangreichen Exlibris-Beständen eine Auswahl von 53 Blättern – Höhepunkte der deutschen Exlibriskunst aus vier Jahrhunderten. Hinzu kommen neun Exlibris im „Originalzustand“ im Buch aus dem Besitz der Bibliothek.

Erste Exlibris entstanden in Deutschland bereits in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Um 1900 wurden sie dann zu begehrten Sammelobjekten, was sie bis heute sind. Die sorgsam entworfenen Blätter wurden nun häufig aus Büchern herausgelöst und in Mappen zusammengetragen. Das Germanische Nationalmuseum bewahrt rund 40.000 Exlibris, eines der umfangreichsten Konvolute deutschlandweit. Ein Großteil stammt aus der Sammlung des Grafen Karl Emich zu Leiningen-Westerburg (1856–1906), die 1916 angekauft wurde und damals zu den bedeutendsten ihrer Art gehörte.

Große Motivvielfalt auf kleinem Raum

Exlibris zeichnen sich durch einen ungeheuren Reichtum an Motiven und Motti, Größen und Drucktechniken aus. Geschickt mussten Künstler die Darstellungen auf kleinster Fläche komponieren. Die Ausstellung spiegelt die beeindruckende Vielfalt und künstlerische Qualität dieser Gattung wieder und gewährt zugleich Einblick in die individuelle Gedankenwelt der Buchbesitzer. Neben Privatpersonen treten auch öffentliche Bibliotheken oder Institutionen als Eigner in Erscheinung.

Die Studioausstellung zeigt Exlibris aus vier Jahrhunderten, die sich in sechs Themenbereiche gliedern: Ab dem 15. Jahrhundert überwiegen zunächst die Wappenexlibris in unzähligen Variationen, auf denen Wappen einen Besitzer stellvertretend repräsentieren. Parallel dazu sind Porträt-Exlibris populär, die den Bibliophilen in Person zeigen. Der Komplex Bucheigner und ihre Profession konzentriert sich auf die Tätigkeit des Besitzers, während Bibliotheksinterieurs eindrucksvoll die Orte kostbarer Bücherschätze vor Augen führen. Der Bereich Exlibris und Emblematik konzentriert sich auf symbolische Motive. Miszellen, kleine Darstellungen gemischten Inhalts, runden das Bild ab.

Das Anfertigen von Bucheignerzeichen gehörte zu den selbstverständlichen Aufgaben vieler bekannter Künstler. In der Ausstellung finden sich Werke von Albrecht Dürer, Jost Amman, Raphael Sadeler und Johannes E. Nilson. Selbst Goethe fertigte um 1767 für seine Jugendliebe Käthchen Schönkopf ein Exemplar, das in der Präsentation zu sehen ist.

Zur Ausstellung ist Band 15 in der Reihe „Kulturgeschichtliche Spaziergänge“ erschienen. Der Begleitband, verfasst von der Kuratorin Dr. Claudia Valter, ist zum Preis von 12,50 € im Museumsshop erhältlich.

Abbildung:
Albrecht Dürer: Exlibris Johann Tscherte, um 1518
Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
Foto: Georg Janßen

Der in Wien als Festungsbaumeister tätige Johann Tscherte (um 1480–1552) war persönlich mit Dürer bekannt. Aus stilistischen Gründen wird das Exlibris mit dem Vollwappen des aus Tschechien stammenden Tscherte um 1518 datiert. Auf dem seitlich geneigten Schild erkennt man einen bei Mondschein laufenden Wilden Mann, der in ein Horn bläst. Dieses „sprechende“ Motiv bezieht sich wohl auf das tschechische Wort „čert“ (Teufel) und damit auf den Namen des Eigners.

 


Veröffentlicht am: 04.03.2014

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