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Morgengruß von Helmut Harff: Heuern und feuern

Sporttrainer ist (k)ein Traumberuf

Heuern und feuern - das stammt aus der christlichen Seefahrt. Damals wurde ein Seemann für eine Fahrt angeheuert. Am Ende der Reise bekam er - so er überlebte - seine Heuer und das war es. Er war gefeuert und konnte auf dem nächsten Schiff anheuern.

Heute ist dieses System verpönt. Geheuert und gefeuert werden Zeitarbeiter oder freie Journalisten. Es gibt noch eine Gruppe von Menschen, die schneller ihren Arbeitsplatz verlieren, als die meisten Arbeitsrechtler für gut heißen würden. Ich meine Sporttrainer, insbesondere solche aus dem Profisport.

Als Knabe habe ich selber relativ erfolgreich Basketball gespielt und weiß daher, dass ein Trainer wichtig ist. Ich weiß aber auch, dass unser Trainer (fast) machtlos war, wenn wir unter dem Korb nicht das machten, was wir gelernt und trainiert hatten. Wichtiger waren seine Motivationskünste, wenn der Gegner schier übermächtig waren. Da er war bei jeder Auszeit gefordert, uns wieder aufzurichten. Doch niemand wäre damals auf die Idee gekommen, unseren Trainer zu entlassen, nur weil wir die Berliner Meisterschaft vergeigt hatten.

Doch wie ist das heute? Da kicken millionenschweren Fußballer so, dass sich nicht nur die Hardcore-Fans die Haare raufen. Nichts passt zusammen, der Ball will einfach nicht ins Tor, obwohl auch der größte Depp auf dem Feld weiß, dass das Runde in das Eckige muss. Das Abstiegsgespenst ist schnell größer als der Kontostand der Kicker. Die Männer versagen regelmäßig und was passiert ihnen? Sie bekommen keine Siegprämien, müssen sich mit ihren Grundgehältern zufrieden geben. Oh, die armen. keiner wird wegen Arbeitsverweigerung oder Unvermögen entlassen. Kommt es schlimm, werden sie verkauft - so ihn ein anderer Verein will.

Schuldig an Niederlagen wird immer nur einer gesprochen: der Trainer. Der macht und rackert, redet mit jedem Spieler, motiviert, schreit sich am Spielfeldrand wahlweise die Kehle aus dem Hals oder tut ganz cool. Es nützt alles nichts. Seine Elitekicker scheinen das Fußballspielen verlernt zu haben. Er weiß es besser, die Spieler auch, aber es steckt der Wurm drin. Wer ist der Wurm? Der Trainer! Was ist die Konsequenz? Der Wurm muss weg! Das wissen Profi-Fußballtrainer. Sie werden nun mal geheuert und gefeuert.

Doch was bringt es? Meister kann immer nur einer werden und Absteiger gibt es ebenfalls in jeder Saison. Der Platz an den nationalen und vor allem internationalen Futtertrögen ist auch begrenzt. Findet da eine Mannschaft nicht ihren Platz, der sehr viel Geld bedeutet, wechselt man nicht die teuren und durch Verträge abgesicherten Spieler aus, sondern die vergleichsweise billigen Trainer. Die kann ja ein Verein leider (noch) nicht verkaufen.

Da fällt mir ein, dass es auch Vereine gibt, die an ihrem Trainer über viele Jahre festhalten. Auch diese Mannschaften verlieren Spiele, kämpfen mal gegen den Abstieg, mal um die Meisterschaft. Nicht alles klappt, nicht jede Erwartung wird erfüllt und doch kann der Trainer sich seine Wohnung, sein Haus gemütlich einrichten. Es geht also auch anders.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Ob die immer wieder geheuerten und gefeuerten Trainer wohl im Wohnwagen frühstücken? Irgendwie sind sie ja wie - zugegeben gut bezahlte - Wanderarbeiter.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und einen krisensicheren Job.

 


Veröffentlicht am: 11.03.2014

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