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Morgengruß von Helmut Harff: Flüchtlinge

Demnächst wohnen die vor meiner Haustür

Flüchtlinge, die gibt es wahrscheinlich schon so lange, wie es Menschen gibt. Man flüchtet für drohendem Hunger, vor anderen Sippen - die auch Hunger haben - und vor unwirklichen Naturereignissen.

Ich bin mir relativ sicher, dass es kaum einen deutsche Familie gibt, in der nicht mindestens einer mit einer Flüchtlingsbiographie aufweisen kann. Bei mir ist es meine Mutter, die einst aus Ostpreußen fliehen musste. Sie war froh, dass es Menschen gab, die dafür sorgten, dass sie überlebte. Ich bin das auch, denn sonst gäbe es mich ja nicht.

Viele Menschen aus der Ex-DDR haben als Flüchtlinge - egal ob sie aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen den Arbeiter- und Bauernstaat verließen - erlebt, wie es ist, wenn man ins Flüchtlingslager kommt, wie es ist wenn man mit offenen oder weniger offenen Armen aufgenommen wird.

Wie ich darauf komme? Gestern bekam ich von meinem Bürgermeister ein Schreiben, in dem er die Anwohner in meinem Kitz darüber informiert, dass aus einem gut frequentierten Hotel eine sogenannte Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge gemacht werden soll. Dank sozialer Netzwerke war das selbstverständlich längst bekannt.

Man kann sich denken, dass die Aufregung groß ist. Überall hört man Gerüchte, Ängste werden geäußert, manchmal sind auch dumpfe Stammtischparolen zu hören. Das ist hat so. Die Lokalpolitik will nun das Gespräch mit den Bürgern und lädt dazu in den größten Raum weit und breit - in die Kirche - ein. Dabei geht es sicherlich nicht mehr darum, ob die Gemeinschaftsunterkunft kommt. Es wird vor allem darum gehen, Ängste abzubauen, Nachbarschaftsengagement zu aktivieren.

Die Ängste - ob berechtigt oder nicht - werden sich in diesem konkreten Fall in Grenzen halten, ist doch die nächste Polizeiwache nur wenige der sprichwörtlichen Steinwürfe weit entfernt.

Ich kenne eine ähnliche Einrichtung. Sie liegt am meiner Joggingstrecke. Dort werde ich immer freundlich gegrüßt, es ist dort vor der Tür sauberer als vor meinem Haus und laut geht es - so viel ich mitbekomme - auch nicht zu. Da können sich manche Deutsche wohl noch eine Scheibe abschneiden.

Klar, ich bin auch gespannt, wie das bei mir vor der Tür funktionieren wird. Wer kommt da konkret? Wer wird da mit wem zusammen untergebracht? Sind das alles Bürgerkriegsflüchtlinge? Ich bin gespannt und hoffe, dass alles ganz entspannt bleibt.

Schließlich kann niemand von uns wissen, ob einmal unser Überleben vom Wohlwollen und der Toleranz fremder Menschen abhängt. Ich denke da nur an meine Mutter.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück - vielleicht wieder auf der Terrasse.

 


Veröffentlicht am: 13.03.2014

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