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Morgengruß von Helmut Harff: Sauer

Vorurteile können mich richtig wütend machen

Ich bin sauer und das wegen eines Radiobeitrages. Es ging darum, dass irgend ein Filmemacher seine Kamera im brandenburgischen Städtchen Zehdenick aufstellte. Nach eigener Aussage sah er dabei seine Vorurteile bestätigt. Dazu gehört, dass die Häuser irgendwie alle braun seien. Es klang, als meinte er nicht nur die Farbe.

Es kam noch dicker: Der Vorurteils-Bestätigungs-Sucher traf einen, der eine Deutschlandfahne gehisst hatte. Schlimm, wenn ein Ostdeutscher eine Deutschlandfahne hisst. Welche Fahne soll er sonst aufziehen? Die der DDR (die kannte der Fahnenfan wohl nur aus Erzählungen)? Die Reichskriegsflagge? Das hätte den Interviewer wohl gefallen, denn sein Gespräch ging in die Richtung, dass sein Gegenüber ein Rechtsradikaler sei. Der Befragte meinte lediglich, dass er Deutschland liebe, das er gern in Deutschland lebt. Ist das schon rechtsradikales Gedankengut? Wenn ja, bin ich auch einer. Wer sich zu Deutschland bekennt, ist nicht gleich ein Rechter.

Ich frage mich, ob der Filmemacher auch so in einem bayrischen Städtchen gefragt hätte. Würde er einem Bayern, der die bayuwarischen Farben aufgezogen hat, unterstellen, er wäre ein Separatist, kein richtiger Deutscher? Würde der Neonazisucher Fußballfans, die sich während der WM In Brasilien in eine Deutschlandfahne hüllen, unterstellen, dass sie auch die erste Strophe des Deutschlandliedes singen?

Ja, es gibt Rechtsradikale in Brandenburg, aber auch in Hessen oder im Saarland. Schwachköpfe - die kennen keine Bundesländer. Das merkt man auch an dem Grund meiner Aufregung - dem Filmemacher, der wohl auch ein Buch geschrieben hat. Ich finde, er ist genauso ein geistiger Brandstifter, wie jene, die mit dumpfen Parolen die Ängste vor Ausländern schüren. Die sind übrigens in Zehdenick genauso selten wie ein Löwe als Haustier.

Ich kenne das kleine brandenburgische Städtchen etwas genauer, da ich dort mal tätig war. Ja, als Berliner möchte ich da nicht wohnen - aber wo möchte ich das schon außerhalb der Hauptstadt. Ansonsten ist es ein schönes Ackerbauerstädtchen, mit vielen liebenswerten und einigen gar nicht so liebenswerten Menschen. Doch das kann man wohl über viel Flecken zwischen Flensburg und Tegernsee sagen.

Mich regt vor allem auf, dass da jemand loszieht, um seine eigenen (kruden) Vorurteile bestätigt zu sehen. Der wird sich leider kaum eingestehen, dass er sich geirrt hat. Dafür gibt es dann auch noch mit Rundfunkgebühren finanzierte Sendezeit.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Das lasse ich mir von so einem nicht vermiesen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 28.03.2014

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