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Neues Bußgeldsystem

84% der Autofahrer sind skeptisch

Alles neu macht der Mai – das gilt in diesem Jahr auch für das Punktesystem in Flensburg. So ändert sich nicht nur der Name – aus Verkehrszentralregister wird Fahreignungsregister – und die Bemessung der Punkte, sondern ab 1. Mai müssen die Autofahrer bei Verkehrsdelikten dann noch tiefer in die Tasche greifen, als ohnehin schon.

Grund: Zwar werden in rund einem Monat nur noch sicherheitsgefährdende Delikte in Flensburg gespeichert, doch ein Teil der Verstöße – ob mit oder ohne Punkte - wird umso teurer. Deutschlands drittgrößtes Kfz-Portal www.auto.de (0,96 Mio. Nutzer*) wollte es genau wissen und befragte über 1.000 Autofahrer (Befragungszeitraum 3. Februar bis 07. März), was sie von dem neuen Bußgeldsystem halten.

Erwartungsgemäß sind 84 Prozent der befragten Autofahrer der Meinung, dass das neue Bußgeldsystem keine nachhaltig positive Auswirkung auf den Straßenverkehr haben wird. Infolgedessen halten 66 Prozent die Erhöhung auch nicht für richtig und geben als häufigste Begründungen an, dass das bisherige Bußgeldsystem vollkommen angemessen sei und die Autofahrer bereits genug an Steuern zahlen würden.

Verständlich wird der Unmut der Befragten bei genauerer Betrachtung der Änderungen. Bis zu 100 Prozent schraubt „Vater Staat“ die Bußgelder in die Höhe – etwa bei Einfahrt in eine Umweltzone ohne Umweltplakette (neu: 80 €, bisher: 40 € und 1 Punkt) oder bei Verstoß gegen die Fahrtbuchauflage (neu: 100 €, bisher: 50 € und 1 Punkt). Aber auch Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung, Verstöße gegen die Winterreifenpflicht, Gefährdung von Fußgängern an Fußgängerüberwegen und falsche Beleuchtung bei Regen, Nebel oder Schnee kosten die Autofahrer zukünftig satte 50 Prozent mehr. Statt wie bisher 40 Euro, wird man nun mit 60 Euro zur Kasse gebeten. Vorfahrts- und Rotlichtverstöße erhöhen sich um ganze 40 Prozent, von 50 Euro auf 70 Euro.

Kein Wunder also, dass lediglich 34 Prozent der Befragten die Erhöhung für richtig halten. Hier wird die Meinung vertreten, dass das Fahrverhalten nur über den Geldbeutel geändert werden kann und dass Verkehrsgefährdungen so endlich gerechter geahndet werden.

 


Veröffentlicht am: 14.04.2014

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