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Morgengruß von Helmut Harff: Hallo Franziskus

Die katholische Kirche und ihre Kritik am Kapitalismus

Zu Ostern - genau an Karfreitag - übte die katholische Kirche und ihr Oberhaupt Papst Franziskus massive Kritik am Kapitalismus. Das ist spannend, aber hinterlässt bei mir einen mehrt als bitteren Nachgeschmack. Wenn eine Kirche, die Jahrhunderte  ein Oben und ein Unten gepredigt hat, die Regierende und Reiche immer hofiert hat, die selber über unermesslichen Besitz verfügt, die Hunderttausende Menschen beschäftigt, am Kapitalismus Kritik übt, bekomme ich Magenschmerzen.

Die werden noch stärker, wenn diese Kirche kritisiert, dass Manager das 30- oder 40-fache von denen Angestellten verdienen. Hallo Franziskus. In Deutschland bekommt ein Bischof um die 12.000 Euro plus teurem Dienstwagen, plus Dienstresidenz, plus "Beamtenrabatt" bei der Krankenkasse, um nur einige Gehaltsbestandteile zu nennen. Das ist weit mehr als das zehnfache einer Kindergärtnerin oder einer Reinigungskraft. Wie das Lohnverhältnis in Lateinamerika oder Afrika ist, möchte ich nicht recherchieren.

Ja, die Kapitalismuskritik der Kirche ist berechtigt. Doch wer würde Uli Hoeneß glauben, wenn er die laxe deutsche Steuerpolitik kritisieren würde. Das Lachen würde er bis in seine Zelle hören.

Mit fehlt bei der katholischen Kapitalismuskritik das Aufzeigen von Alternativen. Man kann die menschliche Gier nicht kritisieren und seine deutschen Mitarbeiter vom Steuerzahler bezahlen lassen. Mann kann keine Kritik üben und seine Mitarbeiter in Afrika nicht so wie die im Vatikan bezahlen. Man kann den Kapitalismus nicht kritisieren und selber Milliarden Euro sowie unermessliche Schätzen horten. Ja, man kann den Kapitalismus kritisieren - nur glaubwürdig ist das nicht.

Wo bleibt die Anordnung, dass Bischöfe nur noch das fünffache (unter Einbeziehung aller weiteren Vorteile) von einer Kindergärtnerin verdienen dürfen? Man kann ja das Gehalt der Kindergärtnerin entsprechend anheben - aus dem eigenen prall gefüllten Säckel. Wo bleibt die Anordnung, kirchlichen Mitarbeitern (nicht dem Klerus) deutlich mehr als den ortsüblichen Lohn zu zahlen?

Das wären allerdings nur erste Zeichen. Was ich mir  von der Kirche wünsche, ist ein neues Gesellschaftsmodell für das 21. Jahrhundert. Ich will keine Diskussion um Dinge wie Zölibat, Frauen als Priester, Homosexualität oder anderen Nebenkriegsschauplätzen. Ich möchte eine Kirche - die Forderung geht genauso die evangelische Kirche - die Perspektiven für ein anderes Zusammenleben aufzeichnet. Damit meine ich keine Heilsversprechungen oder Dinge wie "Seinen wir doch alle gut". Ich meine lebensnahe, umsetzbare Perspektiven. Perspektiven, die uns aus der heute stagnierenden Gesellschaft einen Weg - einen gangbaren Weg - zeigen.

Ich mache mir nun mein Frühstück. Vielleicht sollte ich mal mit dem Heiligen Vater reden.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und viel Spaß in der Sonne.

 


Veröffentlicht am: 19.04.2014

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